Schwerpunktthemen / Handlungsfelder

Der Wettbewerb befasst sich mit fünf Schwerpunktthemen bzw. Handlungsfeldern:

  • Vereinsentwicklung
  • Kooperationen
  • Zielgruppenorientierte Engagements
  • Fechten und Gesundheit
  • Jugendarbeit


Die Themen sind als Leitfaden für die Konzeption der einzureichenden Wettbewerbsbeiträge zu sehen. Der eingereichte Beitrag muss mindestens einem dieser Themen zugeordnet und thematisch konzentriert sein. Maßnahmen können auch zwei oder mehreren Schwerpunkthemen zugeordnet werden. Sie sollten aber ausdrücklich konzeptionell ganzheitlich angelegt sein und auch so umgesetzt werden. Hoher Stellenwert wird Projekten / Aktivitäten mit einer nachhaltigen Wirkung sowie einer übertragbaren Konzeption beigemessen.

Schwerpunktthema "Vereinsentwicklung"

Vereinsentwicklung umfasst grundsätzlich alle Aktivitäten und Maßnahmen, die dem Verein / der Abteilung als Institution, den Mitgliedern und den Sportlern dienen. Natürlich ist das Grundanliegen unserer Fechtvereine die Schaffung von sportlichen Betätigungsmöglichkeiten in bestmöglicher Manier. Um diese bieten zu können, ist mehr erforderlich als eine Sporthalle und Sportgeräte.

"Vereinsmanagement" findet meistens im Hintergrund statt; Vorstandsmitglieder, Trainer, Betreuer und viele andere Helfer sind ehrenamtlich oder auch hauptamtlich tätig. Einhergehend mit den Entwicklungen in der Gesellschaft und einer sich Ändernden Bevölkerungsstruktur wandeln sich auch die Anforderungen an eine zeitgemäße Vereinsführung und -organisation. Vereinskultur und Corporate Identity sind Schlagworte der modernen Diskussion. Der in der Satzung verankerte Zweck will in Visionen und Zielsetzungen gelebt werden. Diese aber tragen nur, wenn sie gemeinsam erarbeitet sind. Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, Mitarbeitergewinnung und -pflege, Qualifizierung von Mitarbeitenden, Förderung des Ehrenamtes werden so zu Kernthemen. Entscheidungsstrukturen sollen schlank, effektiv und doch transparent sein. Sporträume mit mehr als nur minimalster Zweckausstattung sind als Mittelpunkt des Fechtbetriebes gefragt. Und über allem schwebt der Wunsch nach mehr aktiven Mitgliedern.

Aus diesem Grund sind auch besonders kreative Aktionen und Veranstaltungen zur Mitgliedergewinnung (möglichst mit einem hohen öffentlichen Aufmerksamkeitswert) geeignete Projekte.

Gefragt ist die Darstellung von Projekten und Aktivitäten - mit und ohne Modellcharakter -, die mit einem strategischen Ziel angestoßen wurden und aus deren Umsetzung (erste) darstellbare Erkenntnisse gezogen werden können.

Schwerpunktthema "Kooperationen"

Unsere Fechtvereine stehen mit ihren Angeboten in der Gesellschaft nicht allein. Sie bewegen sich in einem Kontext von vielfältigen sozialen, kulturellen und Bildungsangeboten, in dem sie ihren Platz finden müssen. Damit sind sie in ein örtliches und regionales Netzwerk eingebunden. Sich in dieses einzubringen und damit auch seine eigenen Ideen und Anliegen zu transportieren kann für unsere Vereine ein Gebot mit existentieller Bedeutung sein.

Unsere Bildungslandschaft verändert sich, Ganztagsunterricht wird künftig immer mehr den Schulbetrieb prägen. Stellen wir uns darauf ein? Gehen wir bewusst (strategische) Kooperationen mit Schulen von Grundschule bis Gymnasium, Kindergärten und anderen Einrichtungen wie Berufskolleg, Volkshochschulen, Universitäten ein? Wie gestalten und leben wir diese Partnerschaften?
 
Aber auch andere Partner bieten sich an: Soziale Einrichtungen, Begegnungsstätten, Altersresidenzen möchten ihrer Klientel außergewöhnliche Angebote machen. Unternehmen fördern den Betriebssport.
 
Gefragt ist hier die Darstellung der strukturellen und institutionellen Zusammenarbeit von der ersten Kontaktaufnahme bis zur praktischen Ausführung und den strategischen Überlegungen zu dieser Kooperation, aber auch zu Allianzen und Netzwerken als Ziele der Vereinsarbeit überhaupt.

Schwerpunktthema "Zielgruppenorientiertes Engagement"

"Zielgruppen" haben wir in der Vergangenheit oft nur als "Altersklassen" in der Trainingsplangestaltung gesehen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene etc. Bei genauerer Betrachtung will das etwas sperrige Stichwort "zielgruppenorientiertes Engagement" mehr. Es meint das ganz bewusste Gestalten von Angeboten genau für eine Gruppe mit den besonderen Merkmalen. Das können natürlich "Senioren" sein, nun aber nicht als langgediente Fechterinnen und Fechter, sondern als Klientel, für die der Start in die Sportart Fechten eine Bereicherung des Bewegungsangebotes sein kann. Besondere Angebote für Frauen und Mädchen, gerade auch wenn sie aus anderen Kulturkreisen kommen, ergeben sich bei bestimmten Sozialstrukturen "vor Ort". Haben wir schon einmal überlegt, unseren Sport in der nahen Justizvollzugsanstalt anzubieten? Oder sehen wir einen sozialen Brennpunkt, in dem wir uns mit unserem Sport engagieren können?
 
Oder machen wir gerade gute Erfahrungen beim Aufbau einer Rollstuhlfecht-Gruppe? Oder findet das Thema "szenisches Fechten" Ausdruck in einer konkreten Ausbildung und Trainingsarbeit? Haben wir ein besonderes Angebot für Frauen und Mädchen? Oder sind für uns die Themen Integration und Angebote für Menschen mit Migrationhintergrund wichtig? Haben wir den Mut (gehabt), Angebote für Menschen mit psychischen und seelischen Belastungen zu machen? Können wir eine konkrete Umsetzung unserer Diskussion zur Integration anbieten?
 
Gefragt ist hier die Darstellung von Arbeitskonzepten und der Projektarbeit (Umsetzung) mit bestimmten Zielgruppen. Sicherlich gibt es hier vielfach eine Überschneidung zum Schwerpunktthema "Kooperationen". Hier geht es aber eher um die Formulierung des Inhalts der sportpädagogische Arbeit, weniger um deren äußere Struktur.

Schwerpunktthema "Fechten und Gesundheit"

Gesundheit ist für uns eines der höchsten Güter. Unbestritten ist, dass Sport und Bewegung zum Erhalt von Gesundheit und Wohlbefinden beiträgt. Nicht erst in jüngster Zeit erleben wir die zunehmende Bedeutung spezieller Gesundheitsangebote zwischen Prävention und Rehabilitation. Zielgruppen des Gesundheitssports sind zum einen Personen mit Bewegungsmangel und Wiedereinsteiger. Zum anderen sind es Personen mit speziellen Risiken des Muskel- und Skelettsystems, des Herz-Kreislaufsystems, des psycho-somatischen Bereichs. Um eine gewisse Sicherung der Qualität von Gesundheitssportangeboten zu gewährleisten, haben verschiedene Sportorganisationen Qualitätssiegel eingeführt bzw. Marken geschaffen.
Gesundheitssport besitzt eine hohe Akzeptanz und Unterstützung durch Partner und Dachorganisationen aus dem Bereich der Versicherer. Voraussetzung für die Verleihung von Qualitätssiegel und damit der Möglichkeit von Zuschüssen der Versicherer für die Teilnehmer ist in der Regel der Nachweis bestimmter Inhalte und ein entsprechender Ausbildungsnachweis der Leiterin / des Leiters.

Es ist unbestreitbar, dass auch der Fechtsport in seiner Ausübung Elemente beinhaltet, die mit einer gewissen Modifizierung im Gesundheitssport angeboten werden können. Für den Fechtsport ist es gegenwärtig ein ziemliches Stück Neuland, das mit derartigen Angeboten betreten wird. Gleichwohl bietet sich hier eine gute Möglichkeit, über diesen Weg Menschen für den Fechtsport zu interessieren und zu gewinnen.
 
Gefragt ist hier die Darstellung von Aktivitäten und Projekten von Fechtvereinen und -verbänden, die sich mit der Thematik "Gesundheit" beschäftigen und entsprechende Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene machen, möglicherweise auch gemeinsam mit Partnern.

Schwerpunktthema "Jugendarbeit"

Der Focus liegt hier in Aktivitäten, die junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstätzen. Erfahrungen im Sport helfen ihnen bei der Entwicklung eines realistischen und belastbaren Selbstkonzepts. Sport bereichert, trägt zur Lebensqualität bei, ist Ausdruck von Lebensfreude und fördert Zuversicht und aktive Lebensweisen. Nicht nur gemeint ist mit diesem Schwerpunkt die sportliche Arbeit mit jungen Menschen. Jugendarbeit im Sport fördert nicht nur soziale Integration und Dialog zwischen den Generationen, sondern hilft auch junge Menschen mit Migrationshintergrund zu integrieren.

Unsere Fechtvereine sind ideale Orte, kulturelle Vielfalt, Toleranz und Weltoffenheit zu erfahren und zu üben, anderseits aber auch mit Spannungen und Konflikten umzugehen. Jugendarbeit im Fechtverein hat einen außerschulischen Bildungsansatz, vermittelt gleichzeitig motorische und soziale Kompetenz. Dass mit aktiver Jugendarbeit für den Verein auch Mitgliedergewinnung und Mitgliederbindung verbunden ist, die die Sichtung und Erhaltung von sportlichen und sozialen Talenten unterstützt, ist dabei mehr als legitim. Die Jugendarbeit kann sich auch auf besondere Themen wie soziale Integration, Dialog zwischen den Generationen, der Drogenprävention oder dem Kampf gegen Doping konzentrieren.
 
Gefragt ist hier sowohl die Darstellung von kontinuierlicher Jugendarbeit als Ausdruck von sozial geprägter Vereinsarbeit als auch die Darstellung von Projekten mit klar umrissener Themen- und Zielstellung.