Waffen

Im heutigen Sportfechten gibt es drei verschiedene Waffen: Degen, Florett und Säbel. Aber nicht nur die Waffen selbst sind unterschiedlich, auch die Trefferflächen und die Regeln, nach denen gefochten wird.

Manche Vereine haben sich auf bestimmte Disziplinen spezialisiert. Die Seite "Unsere Vereine" gibt Ihnen Auskunft darüber, wo Sie welche Waffe fechten können.

Degen

Der Begriff Degen kommt aus dem Französischen (degue), und das heißt soviel wie langer Dolch. Es handelt es sich um eine Stichwaffe mit einer langen, schmalen, dreikantigen, elastischen und geraden Klinge. 

Er entwickelte sich zum Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Rapier und war nicht nur beim Militär, sondern auch bei reichen Bürgern und Adligen verbreitet. Zudem wurde er von Anfang an zum Fechten verwendet, das er revolutionierte, da er aufgrund seines geringeren Gewichtes und Schwerpunktes das Fechten mit Parade und Riposte ermöglichte.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Degen nur noch von Offizieren und der schweren Kavallerie getragen. Auch heute noch gibt es in verschiedenen Armeen entsprechende Degen.

Der Degen ist wie das Florett eine reine Stichwaffe, jedoch mit 770 Gramm Höchstgewicht bedeutend schwerer. Er darf wie auch das Florett insgesamt nicht länger als 110 Zentimeter sein. Die Degenklinge hat einen dreikantigen Querschnitt und verjüngt sich zur Spitze hin. Ab der Glocke darf die Degenklinge einschließlich Spitze nicht länger als 90 Zentimeter sein. Gültige Trefffläche im Degen ist der gesamte Körper. Eine Trefferanzeige wird erst ausgelöst, wenn der auf der Klingenspitze sitzende Spitzenkopf mit mehr als 750 Gramm Druck und um mindestens 1,0 Millimeter eingedrückt wird. Letzteres wird vor jedem Gefecht vom Kampfrichter überprüft.

Im Degen gibt es kein Treffervorrecht: Es geht nur darum, als erster zu treffen. Gleichzeitige Treffer innerhalb von 0,05 Sekunden werden - das gibt es nur im Degenfechten - beiden Fechtern mit je einem Punkt gewertet. Weil man dadurch als Angreifer sehr leicht einen Gegentreffer erhalten kann, wird im Degen mitunter sehr taktisch und auf Fehler des Gegners lauernd gefochten.

Florett

Florett kommt von französisch "fleur" (Blume), nach der Form des Spitzenschutzes, der auf der Spitze der Waffe aufgesetzt ist.

Das Florett ist eine reine Stichwaffe. Treffer können nur mit der Spitze erzielt werden. Ein Florett wiegt höchstens 500 Gramm. Es darf nicht länger als 110 Zentimeter sein. Die Florettklinge hat einen rechteckigen Querschnitt und verjüngt sich zur Spitze hin. Ab der Glocke darf die Klinge einschließlich Spitze nicht länger als 90 Zentimeter sein. Gültige Trefffläche im Florett ist der Rumpf ohne den Kopf, ohne Arme und Beine. Eine Trefferanzeige wird erst ausgelöst, wenn der auf der Klingenspitze sitzende Spitzenkopf mit mehr als 500 Gramm Druck eingedrückt wird. Dies wird vor jedem Gefecht vom Kampfrichter mittels eines 500 Gramm schweren Prüfgewichts überprüft.
Im Florett gilt ein Treffervorrecht: Wer angegriffen wird kann nur dann einen gültigen Treffer setzten, wenn er den Angriff zuvor abwehrt. Es sei denn der Angriff des Gegners verfehlt sowohl die gültige als auch ungültige Trefffläche des Angegriffenen. Dadurch wird mit dem Florett sehr offensiv gefochten, und es gibt viele spektakuläre Paraden zu sehen.
Das Florettfechten wurde Ende des 20. Jahrhunderts zunehmend athletischer, es wurden Coupé verwendet sowie die elektronische Anzeigezeit verkürzt.

Säbel

Der Säbel ist eine Hieb- und Stichwaffe. Es können sowohl mit der Spitze als auch durch Hiebe mit Schneide oder Rückschneide Treffer erzielt werden. Der Säbel ist die leichteste Waffe, denn die 500 Gramm Höchstgewicht bringt er meist nicht auf die Waage. Er darf insgesamt nicht länger als 105 Zentimeter sein. Die schmale Säbelklinge wird zur Spitze hin extrem flach und biegsam. Ab der Glocke darf die Klinge nicht länger als 88 Zentimeter sein. Gültige Trefffläche im Säbel ist der alles oberhalb der Gürtellinie. Die Trefferanzeige wird bei jeder Berührung der Klinge mit der gültigen Trefffläche, also der elektrisch leitenden Jacke oder Maske des Gegners ausgelöst.
Im Säbel gilt wie auch im Florett ein Treffervorrecht. Anders aber als beim Florett werden Treffer auf ungültiger Fläche nicht angezeigt. Außerdem müssen Hiebe sehr exakt und mit richtigem Abstand zum Gegner pariert werden, damit die flexible Klinge nicht "drüberschwappt" und doch noch Ärmel oder Jacke erwischt. Deshalb agieren Säbelfechter sehr offensiv, jagen sich oft mit atemberaubender Geschwindigkeit über die Bahn.

Text: Steffen Eigner