Grundlegende Aufgaben
Förderung des Umgangs mit Verschiedenheit
Mit seinem Leitgedanken „Sport für alle" verfolgt der organisierte Sport ein gesellschaftlich bedeutsames Ziel und trägt damit zugleich zu seiner eigenen Zukunftssicherung bei. Er enthält die Verpflichtung, gesellschaftliche Bedingungen so mitzugestalten, dass sie allen gesellschaftlichen Gruppen – unabhängig von Geschlecht, Alter, Behinderung, Nationalität, ethnischer Herkunft, religiöser Überzeugung, sexueller Orientierung – in den Sportvereinen des DFB ein selbstverständliches Miteinander ermöglichen. Dies erfordert eine neue Haltung, eine neue „Politik der Verschiedenheit" („Diversity Management") im organisierten Sport.
Die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist eine grundlegende Herausforderung für die Gesellschaft und damit auch für den Fechtsport. Besondere Bedeutung haben dabei soziale Orte, in denen Gemeinsamkeiten und Vielfalt positiv erlebt und erfahren werden, z.B. im Fechtverein.
Förderung der sozialen Integration
Eine alternde Gesellschaft muss Kinder und Jugendliche in die Gesellschaft integrieren. Aktiver Sport bindet ein und schafft über die Generationen hinweg Räume für die Entwicklung von Gemeinschaft. Für junge Menschen wird die Lebensplanung zunehmend unübersichtlich, Ausbildungs- und Arbeitssituationen sowie familiäre Bindungen verändern sich radikal. Die technische Entwicklung und die Informationsgesellschaft erfordern Flexibilität und Lernbereitschaft. Der Fechtsport kann der Lebenswelt junger Menschen Struktur und Perspektive verleihen.
Förderung des Gender Mainstreaming
Gender Mainstreaming ist integraler Bestandteil der Arbeit der dfj und soll
die gesellschaftliche Realität von Mädchen und Jungen und deren Situation in den Strukturen des organisierten Sports aufarbeiten und Defizite in den Sportorganisationen im Hinblick auf Mädchen und Jungen sichtbar machen und ihnen entgegenwirken
darauf hinwirken, dass in den jeweiligen sozialen und sportlichen Lebenslagen die unterschiedlichen Alltagswelten von Mädchen und Jungen erkannt und berücksichtigt werden
Mädchen und Jungen (sport)spezifische Erfahrungsmöglichkeiten und Entfaltungsräume bieten, die zur Identitätsbildung beitragen und den Abbau struktureller Benachteiligungen einleiten
Mädchen und Jungen darin unterstützen, im und durch Sport ihre Identität zu entwickeln, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, und sie befähigen, in den Sportorganisationen und der Gesellschaft selbstbestimmt ihre Interessen zu verfolgen
Mädchen und Jungen für einen partnerschaftlichen Umgang miteinander sensibilisieren, ihnen die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Rolle ermöglichen und sie dazu befähigen, Konflikte gewaltfrei zu lösen
allen Formen von Gewalt gegen Mädchen und Jungen entgegenwirken sowie Betroffenen Schutz und Hilfe gewähren.
Personalentwicklung = Zukunftssicherung
Die vielfältige Arbeit im deutschen Fechtsport erfolgt mehrheitlich ehrenamtlich. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, müssen junge Menschen motiviert und qualifiziert werden, bei der Ausgestaltung des gemeinsamen Lebensraums „Fechtsport“ mitzuwirken.
Bildung im Fechtsport – Bildung durch Fechtsport
Bildung, Betreuung und Erziehung sichern die Zukunftsfähigkeit. Die Vermittlung motorischer und sozialer Kompetenzen im Sinne einer ganzheitlichen Förderung von Kindern und Jugendlichen ist eine herausragende Aufgabe der Jugendarbeit im Fechtsport. Diesem Bildungsansatz liegt die Anerkennung als Freier Träger der Jugendhilfe zu Grunde. Hierzu gehört auch die freiwillige aktive Mitarbeiter junger Menschen sowohl durch die Übernahme von Ämtern und Funktionen als auch durch aktive Beteiligung beim Ausgestalten der gemeinsamen Lebensräume im Fechtsport. Partizipation und Teilhabe braucht jedoch Strukturen. Hierfür steht die Fechterjugend als jugendpolitischer Anwalt für die Interessen junger Menschen.



