Sibylle Klemm überrascht in Leipzig

Die Tauberbischofsheimerin Sibylle Klemm hat am dritten Tag der Fecht-Europameisterschaften in Leipzig mit Rang drei im Damensäbel für eine faustdicke Überraschung gesorgt.

Fotos: Attaque/AIP

Die 26-jährige Studentin der Uni Würzburg zeigte in der sächsischen Metropole keinen Respekt vor großen Namen. Nach nur einer Vorrunden-Niederlage sicher für das K.O.- qualifiziert, setzte sie sich im Achtelfinale gegen die Ungarin Reka Peto mit 15:12 durch. Zuvor musste sich bereits die Spanierin Sandra Marcos der Tauberbischofsheimerin geschlagen geben. Im Viertelfinale wartete dann mit Vizeweltmeisterin Olga Kharlan eine weitere Top-Athletin auf Sibylle Klemm. Doch die zeigte sich ein weiteres Mal unbeeindruckt und setzte sich gegen die Ukrainerin in einem Weltklasse-Gefecht klar mit 15:11 durch. Es bedurfte der Olympia-Vierten, Sophie Velikaia (RUS), um Sibylle Klemm zu stoppen. Lange war auch dieses Gefecht offen, ehe sich Velikaia mit 15:10 durchsetzen konnte. „Wahnsinn, ein super Erfolg für Sibylle, aber auch für die ganze Waffe Damensäbel. Das war das, was uns gefehlt hat. Es ist einfach Klasse, wie Sibylle in die Bresche gesprungen ist und Edelmetall geholt hat“, freute sich anschließend Bundestrainer Eero Lehmann. „Ich bin einfach nur glücklich, es auf das Podest geschafft zu haben“, zeigte sich die Tauberbischofsheimerin in der abendlichen Pressekonferenz überglücklich. Anja Musch belegte in Leipzig Platz 28 im Gesamtklassement, Stefanie Kubissa erreichte Position 30, Davina Hirzmann kam auf Rang 34 ein.

Europameisterin wurde in Leipzig Svetlana Kormilitsyna (Russland), die das abschließende Finale gegen Sophie Velikaia mit 15:13 gewann.

Dagegen blieb den Degen-Herren der Medaillen-Traum versagt. Bei Sven Schmid (Tauberbischofsheim) brach die alte Ellenbogenverletzung wieder auf. Er schied bereits nach der Vorrunde aus. Den einstigen Leipziger Jörg Fiedler (Tauberbischofsheim) erwischte es in der Runde der letzten 64. Fiedler musste sich hier bereits mit Dauerrivalen Gabor Boczko (HUN), der gegen den Weltranglisten-Zweiten mit 10:7 die Oberhand behielt. „Eigentlich ist das ein Gegner, den Du erst im Halbfinale hast“, erklärte anschließende der 32-jährige Tauberbischofsheimer. Und der fügt selbstkritisch hinzu: „Ich weiß nicht, war es zu wenig oder zu viel Risiko. Da ich verloren habe, war es wohl zu wenig Risiko. Ich hatte mich entschieden, hinten zu bleiben. Angesichts der Niederlage war die Entscheidung falsch“. Für seinen Vereinskollegen Martin Schmitt und Christoph Kneip (Leverkusen) war im Tableau der letzten 32 Schluss. Schmitt unterlag dem Esten Nikolai Novosjolov 11:15, Christoph Kneip musste sich dem späteren Gesamt-Dritten, Radoslaw Zawrotniak (POL) 12:13 geschlagen geben. Somit blieb Jörg Fiedler nur Platz 33. Christoph Kneip reihte sich auf Platz 22 ein, Martin Schmitt belegte Rang 24.

Titelträger 2010 wurde Jean-Michel Lucenay (FRA), der sich im Finale gegen Gabor Boczko mit 15:11 durchsetzte.


Sponsoren und Förderer

Slideshow image