Bette Raveling ist tot
Mit Entsetzen erreichte die Fechtsenioren die Nachricht, dass unser Freund Bette Raveling im Alter von 75 Jahren in Bad Dürkheim verstorben ist.
Im Namen aller Seniorenfechterinnen und -fechter sprechen wir seiner Ehefrau Annerose und der gesamten Familie unser aufrichtiges Beileid aus.
Der gerade frisch gebackene Deutsche Seniorenmeister im Säbel der Altersklasse 70 plus ist am 12. Oktober 2012 eine Stunde nach seinem Wettkampf in der Sporthalle in Bad Dürkheim zusammengebrochen. Drei Sportfreunde leisteten vorbildlich Erste Hilfe, bis der Notarzt den Patienten übernahm. Bette Raveling wurde in die Bad Dürkheimer Klinik eingeliefert und sofort auf die Intensivstation gebracht. Leider wurde sein Krankheitszustand wieder instabil, und so verstarb Bette am 16. Oktober 2012, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.
Wir Senioren trauern alle um unseren sympathischen, engagierten und erfolgreichen Fechtkameraden, der so plötzlich aus unserer Mitte gerissen wurde, am Tag seines großen Erfolges - während der Deutschen Senioren-Meisterschaften 2012. Er hatte sich so sehr über seinen Titel gefreut. Sein letzter Deutsche Meistertitel lag 15 Jahre zurück.
Seit 46 Jahren war Bette Raveling am Aufbau der Fechtabteilung des Emdener TV aktiv und bestimmend beteiligt. Seit fast 50 Jahren war er Abteilungsleiter der Fechtabteilung, ein wohl einmaliger Einsatz. Er organisierte das Emdener Adventsturnier seit 41 Jahren. Über 2500 Anfänger hatte er zur Turnierreifeprüfung geführt und schulte u. a. auch seit 25 Jahren Rollstuhlfechter.
Im Landesfechtverband Niedersachsen hat Bette Raveling ehrenamtlich mitgearbeitet und sich als Seniorenbeauftragter für die Belange der Senioren im Deutschen Fechter-Bund eingesetzt. Drei Seniorenturniere jährlich organisierte Bette und nutzte parallel die Anlagen für Jugendgefechte.
Er wurde 2003 zum Senior des Jahres gewählt und freute sich sehr, als ihm der Wanderpreis auf dem Fechterball in Bad Dürkheim übergeben wurde. Bette Raveling erfüllte in hervorragendem Maße die Voraussetzungen. Er war ein fechtsportliches Vorbild und ehrenamtlich für den Verein und den Landesfechtverband tätig.
Die von Bette organisierten zwei Länderkämpfe 2001 und 2003 Deutschland gegen Großbritannien in Emden und auf Borkum waren Höhepunkte für die Deutschen Seniorenfechter und die englischen Fechtfreunde.
Mehr als 35 mal wurde Bette Raveling bei Länderkämpfen für die Senioren eingesetzt. Er wurde Deutscher Senioren–Säbelmeister in 1996, belegte bei Europameisterschaften Platz 2 in San Remo, Platz 3 in Moulins und errang bei Weltmeisterschaften Bronze in Gödöllö 2000 und auf Martinique 2001 sowie Platz 5 in Tampa. Auch nach 2005 war er immer dabei, bei allen Europa- und Weltmeisterschaften und erkämpfte sich Titel und Medaillen. Über seinen letzten Deutschen Meistertitel am 12. Oktober 2012 hatte er sich riesig gefreut.
Stets an seiner Seite war seine Familie, die ihn auf vielen Reisen und Turnieren ins In- und Ausland begleitete. Bette wollte auch zur WM nach Krems fahren, die momentan stattfindet. Er hatte sich für den Wettkampf qualifiziert. Seine Frau Annerose stand stets an seiner Seite und hat ihm den Rücken freigehalten, damit er seine vielen Aktivitäten ausführen konnte. Sie und Bette waren ein eingespieltes Team. Für sie und die ganze Familie ist der Tod Bettes ein herber Verlust.
Was trieb Bette Raveling als Menschen und Fechter an, sich uneigennützig für andere und für den Fechtsport so einzusetzen? Es war die Leidenschaft für den geliebten Fechtsport. Das Bedürfnis des Gebens und Nehmens, die Freude am Wettkampf, der Spaß mit netten Gleichgesinnten zusammen zu sein und die Geselligkeit, die er liebte. Das war seine Motivationsquelle.
Sein Tod ist wirklich tragisch. Aber er ist in dem Umfeld gestorben, das er so geliebt hat - in der Fechthalle in Bad Dürkheim. Dort, wohin er seit über 40 Jahren jedes Jahr gereist ist und wo er sich gemessen hat im fairen Wettkampf..
Margit Budde, Vizepräsidentin Breitensport/Senioren
Prof. Dr. Henry Reetmeyer, Seniorensprecher
Silke Weltzien, stellvertretende Seniorensprecherin
Hamburg, 17.10.2012




