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05.08.2012 11:01
Von: Olaf Wolf

Britta Heidemann gewinnt Silber in London

Britta Heidemann hat nach Gold im Jahr 2008 nun in London mit Silber zum zweiten Mal in Folge olympisches Edelmetall in einem Einzelwettbewerb errungen.

Fotos: © Picture Alliance // Olaf Wolf

Die Leverkusenerin unterlag erst im Finale der Ukrainerin Yana Shemyakina im Sudden Death 8:9. Zuvor bewies die 29-jährige während des gesamten Wettkampftages gleich mehrfach Nerven wie Drahtseile.

Und was war das für ein Wettkampftag. Drei Mal entschied Britta ein Gefecht im Sudden Death, dass im Finale nur die Ukrainerin mit einer "Lampe" zu ihren Gunsten zu verhindern wusste.

Doch den Weg in das Finale gegen die Ukrainerin bestimmte die Leverkusenerin, die spätestens nach ihrem fünften Rang bei der EM in Legnano alte Stärke signalisiert hatte, durchgängig selbst. Ihren ersten Kampf gegen die Italienerin Bianca del Carretto entschied sie mit 14:13 zu ihren Gunsten, im Achtelfinale hatte Weltmeisterin Li Na (China) mit 13:14 das Nachsehen.

Bereits hier hatte Heidemann zwei Mal den Joker „Sudden Death“ gezogen und gewonnen. Im Viertelfinale bewies die Olympiasiegerin, dass es auch anders geht. 15:12 siegte sie gegen die Tunesierin Sarra Besbes.

Was dann folgte, wird wohl in die olympische Geschichte eingehen. 5:5 stand es nach Ablauf der regulären Kampfzeit des letzten Drittels gegen die Südkoreanerin Shin A Lam. Der wurde im Sudden Death die Priorität zugelost. Für Britta hieß das, angreifen und punkten. Sieben Mal attackierte sie, sieben Mal folgten ihren Angriffen Doppeltreffer. Die Uhr stand da auf Null, wurde zu Recht um eine Sekunde zurückgestellt. Und in jener Sekunde setzte die Leverkusenerin den entscheidenden Treffer zum 6:5. Ein deutscher Fernsehsender ließ später nachmessen. Exakt 83-Hundertstel benötigte Britta für ihren Treffer. Also alles regulär. Doch die Südkoreaner sahen das wohl anders. Mehr als eine halbe Stunde diskutierten Offizielle der FIE und des Technischen Direktoriums, legten die Südkoreaner Prostest gegen die Wertung ein. Der wurde letztendlich zurückgewiesen, womit Britta zum zweiten Mal in Folge in einem olympischen Finale stand. „Das war schon eine unschöne Situation, ich war sehr angespannt“, blickt Britta Heidemann später zurück.

Mit gut einer Stunde Verspätung startete dann das Finale gegen Yana Shemyakina, das erneut im Sudden Death endete. Diesmal hatte die Ukrainerin das glückliche Händchen, traf in der Verlängerung und zum 9:8 und sicherte sich damit Gold. „Klar war ich kurz nach dem Gefecht schon ein wenig enttäuscht“, meint Britta später. „Zum zweiten Mal Gold wäre sicher das Highlight gewesen. Zwar hat es zum letzten Treffer nicht gereicht, aber mit Silber bin ich auch glücklich“, ergänzt sie.

Sportdirektor Manfred Kaspar meint: „Alle haben behauptet, Britta sei nach den Spielen weg gewesen. Doch ich möchte daran erinnern, dass sie mit Ausnahme zweier internationaler Wettbewerbe immer in einem Einzel-Finale gestanden hat“. Recht hat er. 2009 holte sie EM-Gold in Plovdiv, wurde im gleichen Jahr Fünfte bei der WM im Einzel in Antalya. 2011 gab es Silber bei der EM in Sheffield, 2012 Rang fünf bei der EM in Legnano. Dazu Silber im Team-Wettbewerb in Paris 2010

Am Ende war ich dann ziemlich ausgelaugt“, blickt sie nochmals zurück. „Nach Gold in Peking nun Silber in London, das ist gar nicht so schlecht“, sagt sie weiter. „Jetzt wollen wir noch eine Medaille in der Mannschaft holen“, blickt Britta bereits voraus. „Mit der Mannschaft haben wir das drauf. Dafür werden wir am Samstag alles geben“, so die glückliche Silbermedaillen-Gewinnerin abschließend.

Ihre Team-Kolleginnen verpassten dagegen knapp den Sprung nach ganz vorn. Monika Sozanska (Heidenheim) besiegte in ihrem Auftakt-Match Violette Kolobova (Russland) 15:14, musste sich aber im Achtelfinale der späteren Heidemann-Kontrahentin Shin A Lam 9:14 geschlagen geben. Sie belegte am Ende Rang 10.

Die Bonnerin Imke Duplitzer setzte sich in ihrem ersten Gefecht gegen Maria Martinez (Venezuela) klar mit 15:10 durch, verlor anschließend gegen die Weltranglisten-Erste Sun Yujie (China) 10:15. Sie erreichte Rang 29.

Die Platzierungen: 1. Jana Shemyakina (Russland), 2. Britta Heidemann (Leverkusen), 3. Sun Yujie (China), 4. Shin A Lam (Südkorea), 5. Anca Maroiu (Rumänien), 6. Simona Gherman (Rumänien), 7. Rossella Fiamingo (Italien), 8. Sarra Besbes (Tunesien), 10. Monika Sozanska (Heidenheim), 29. Imke Duplitzer (Bonn)

Beitrag der ARD

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