Deutsche Sportjugend 60 Jahre jung
Die Jugendorganisation des DOSB feiert ihren 60. Geburtstag - auch DFB-Ehrenpräsidentin Erika Dienstl, ehemalige Vorsitzende der größten deutschen Jugendorganisation, gehörte zu den Gratulanten.
Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsorganisationen und zahlreichen Ehrengästen, darunter viele Ehemalige, hat die Deutsche Sportjugend am 26.Juni 2010 in Berlin ihren 60. Geburtstag gefeiert. Erika Dienstl, Vorsitzende der Deutschen Sportjugend von 1972 bis 1982, und Fritz Mevert, dsj-Geschäftsführer von 1963 bis 1978, wurden beim Festakt im Berliner Bärensaal als Zeitzeugen befragt und äußerten neben viel Lob auch konstruktive Kritik. Innerhalb einer Talkrunde diskutieren Ronja Kieslich und Christian Krull, beide Mitglieder der Arbeitsgruppe Soziale Talente, mit Kathleen Hirsch, ehemaliges Vorstandsmitglied der Deutschen Sportjugend, die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement in der Biografie junger Menschen.
Josef Hecken, Staatsekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, nannte in seinem Grußwort die Deutsche Sportjugend den „nachhaltigsten, größten und bedeutendsten Jugendverband der Bundesrepublik“. Er hob hervor, dass sich die dsj in ihrer Arbeit keineswegs nur auf das gemeinsame Sporttreiben beschränkt, „sondern für die Vermittlung von Werten wie Verlässlichkeit, Zusammengehörigkeit, Disziplin, Fairness und Miteinander steht“. Deshalb leiste die Sportjugend eine unerlässliche Arbeit, ohne die die Gesellschaft heute schlechter aussehen würde. Der Staatssekretär beendete sein Statement mit dem programmatischen Satz: „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für unsere Zukunft und für unsere Jugend.“
DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach hob hervor: „Angesichts der zunehmenden Individualisierung und des Auseinanderdriftens der Gesellschaft ist der Sport ein ganz wichtiges Bindeglied zwischen den Generationen. Und die Sportjugend ist ein Leuchtturm.“ Dies könne mit vielen Aktionen, Projekten, Initiativen, Buchveröffentlichungen, Fachkonferenzen und Tagungen wie das Freiwillige Soziale Jahr im Sport, Dopingprävention, dsj-Jugendevent, Olympisches Jugendlager, Aktivitäten im Bereich Sport und Schule sowie der vielfältige internationale Austausch bestätigt werden.
Der Jugendforscher und Mitverfasser mehrerer Shell-Studien Arthur Fischer trug anlässlich des Festaktes Thesen zum Thema „Herausforderungen an eine zukunftsorientierte Jugendarbeit“ vor. Diese unterstrichen noch einmal die wichtige Rolle der Sportjugend in der Gegenwart und vor allem in einer Zukunft, in der Integration in jedweder Hinsicht eine überragende Aufgabe sein wird. „Bei allen genannten Aufgaben kommt der Sportjugend eine herausragende Bedeutung zu, da die dort erwarteten Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Regel nicht an die soziale Schichtung der Bevölkerung und die damit verbundenen unterschiedlichen finanziellen oder sonstigen Möglichkeiten gebunden sind“, lautete Fischers Fazit.
Dass sich die Deutsche Sportjugend dieser Bedeutung durchaus bewusst ist, dass sie in ihren vielfältigen Aktivitäten laut Ingo Weiss „trotz ihrer 60 Jahre noch weit vom Rentenalter entfernt“ ist, belegte die Festveranstaltung mit ihrer Mischung aus Präsentation, Würdigung, aber auch Diskussion und Information auf an- und zupackende Art und Weise. Dazu gehörte auch, dass im Rahmen der Feier eine Vereinbarung mit dem China Youth Center for International Exchange über die Zusammenarbeit im Bereich der Jugendhilfe unterzeichnet wurde.
Außerdem wurde auch ein Jubiläumsband vorgestellt, der auf dem Buch "In einem Jugendberghaus fing es an - 50 Jahre Deutsche Sportjugend) aufbaut. Die Entwicklungen der Deutschen Sportjugend in den Jahren 2000 bis 2010 zeigen 15 Autorinnen und Autoren, alle Wegbegleiter der Deutschen Sportjugend, darin auf. Sie bearbeiten typische Sportjugend-Themen wie die Zusammenarbeit von Sportverein und Schule, Kinderwelt als Bewegungswelt, Persönlichkeits- und Teamentwicklung, Fanarbeit und Fanprojekte, Internationalen Jugendaustausch, Sport ohne Doping und Initiativen gegen Gewalt.
Dr. Klaus Balster, Prof. Dr. Detlef Kuhlmann, Prof. Dr. Ralf Sygusch, Prof. Dr. Nils Neuber, Prof. Dr. Gerhard Treutlein, Gerd Bücker, Prof. Dr. Werner Schmidt, Prof. Dr. Gunter A. Pilz, Prof. Dr. Manfred Lämmer, Regine Dittmar, Eva Geithner, Gerd Hoofe, Fritz Mevert, Hans-Jürgen Kütbach und Dieter Frese beleuchten die wichtigsten Entwicklungen in den Jahren 2000 bis 2010 und zeigen Perspektiven für die zukünftige Arbeit auf.


