News der Woche
07.07.2008 23:22

EM Kiew: Martin Schmitt gewinnt Silber

Martin Schmitt ist am Montag Vize-Europameister im Degenfechten geworden. Bei der EM in Kiew unterlag er lediglich im Finalgefecht dem Ungarn Geza Imre mit 11:15. Für den 27-Jährigen ist das der bisher größte Einzelerfolg in seiner Karriere, für den Deutschen Fechter-Bund ist es die erste Herrendegen-Einzelmedaille bei einer Europameisterschaft seit 1996.

Martin Schmitt (Tauberbischofsheim) verliert zwar das Finale gegen den Ungarn Imre, gewinnt aber de Silbermedaile im Degen-Einzel.
Didier Ollagnon (links) und Martin Schmitt (Tauberbischofsheim) ernten die Früchte der Arbeit und freuen sich über die Medaille und Pokal. Fotos: www.escrime-photo.eu

Kurz vor dem Finale stand Schmitt noch am Rande der Planche und klagte über Rückenschmerzen. Davon war aber auf der Bahn nichts zu merken. Auf dem Weg zum Finalgefecht hatte der Tauberbischofsheimer den Mannschafts-Olympiasieger Fabrice Jeannet besiegt.

Auch Teamkamerad Normann Ackermann gab eine gute Figur ab. Auch er scheiterte am Ungarn Imre, allerdings bereits im Viertelfinale mit 10:15. Zuvor hatte Ackermann 15:13 gegen den Polen Tomasz Motyka gewonnen. Während des Gefechts musste der Europameister von 2005 wegen einer blutenden Kopfwunde behandelt werden, nachdem ihn Ackermann bei einer Fechtaktion mit seinem Degen am Hinterkopf getroffen hatte.

"Das war natürlich nicht mein Ziel, aber so etwas kann passieren, weil der Klettverschluss der Maske nicht richtig saß", sagte Ackermann, der die Vorrunde als Bester aller 103 angetretenen Degenfechter beendet hatte. 

Auch Teamkollege Sven Schmid gelang heute ein Prestige-Erfolg: Schmid bezwang den Einzel-Olympiasieger von Athen, Marcel Fischer, mit 15:12. Damit revanchierten sich alle Degenherren für das schlechte Abschneiden in diesem Jahr in der verpassten Olympia-Qualifikation. Ein wenig Durchatmen konnten da auch die Trainer: "Ich hoffe, dass es mehr als ein kleines Leuchten war. Es ist sehr wichtig, dass man sich zurückmeldet", sagte Degen-Fachbereichstrainer Walter Steegmüller über das dritte deutsche Edelmetall bei der EM in der ukrainischen Hauptstadt nach Säbelfechter Nicolas Limbach und Florettspezialistin Carolin Golubytskyi (jeweils Bronze). Erstmals seit 56 Jahren ist Herrendegen nicht bei Olympischen Spielen vertreten.

Weniger Erfolg hatten die deutschen Säbeldamen: Olympia-Starterin Alexandra Bujdoso (Koblenz) unterlag im Achtelfinale der späteren Europameisterin Ilaria Bianco (Italien) mit 14:15 Treffern. Zuvor waren bereits Stefanie Kubissa (Dormagen), Doreen Häntzsch (Tauberbischofsheim) und Margerita Tschormakov (Bonn) gescheitert. Bianco gewann das Finale gegen Titelverteidigerin Jekaterina Fedorkina (Russland) mit 15:13.

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