Finale Kuriosum in Chicago
Es war wohl eines der verrücktesten Westcup-Turniere der laufenden Saison. Der Sieg beim letzen Herrensäbel- Weltcup vor den Olympischen Spielen in Chicago wurde gar nicht ausgefochten.
Vize-Weltmeister Nicolas Limbach, am Ende auf Rang drei stehend, wollte eigentlich die Gelegenheit nutzen, um nochmals seine Stärke unter Beweis zu stellen. Der Weltranglisten-Erste aus Dormagen, der längst seine verpasste Podestplatzierung in Legnano abgehakt hat, marschierte erneut durch das Starterfeld in Chicago. Duncan O’Brian (USA) hatte in Limbachs Auftaktgefecht mit 3:15 das Nachsehen, Artem Zanin (Russland) unterlag 9:15 gegen den Weltmeister des Jahres 2009. James Williams (USA) verlor im Achtelfinale gegen Nicolas Limbach 13:15, der Olympia-Vierte von Athen 2004, Dmitri Lapkes (Weißrussland) musste sich dem deutschen Säbelspezialisten 11:15 beugen. „Nico klagte vor dem Halbfinale gegen Aaron Szilagyi über Fußbeschwerden. Daher haben wir mit Rücksicht auf seinen Olympiastart auf einen Halbfinalstart gegen den Ungarn verzichtet“, berichtet Bundestrainer Vilmos Szabo. Der gibt dann sofort Entwarnung: „Es ist nichts schlimmeres. London ist nicht gefährdet“, ergänzt er.
Szilagyi stand somit kampflos im Finale von Chicago. Doch auch sein Finalgegner Kim Junghwan (Südkorea) verzichtete auf das letzte Gefecht. „Der Südkoreaner hatte sich im Halbfinale gegen Bolade Apithy (Frankreich) ebenfalls verletzt und trat im Finale nicht mehr an“, informiert Szabo weiter.
Damit wurde der Ungar Aaron Szilagyi zum Sieger des Weltcup-Turniers in Chicago erklärt.
Die Dormagener Matyas Szabo und Max Hartung landeten in der Stadt am Westufer des Michigansees auf den Rängen 14 und 16. Szabo unterlag Kim Junghwan 9:15, Hartung verpasste nach einem knappen 14:15 gegen Luca Curatoli (Italien) den Einzug in die Finalrunde.
Im Mannschaftswettbewerb des zweiten Tages belegten die Deutschen Säbelspezialisten Platz fünf. In der Besetzung Max Hartung, Benedikt Wagner und Matyas Szabo unterlag das deutsche Team im Viertelfinale Frankreich hauchdünn mit 44:45. Das erste Platzierungsgefecht gegen China wurde mit 45:33 gewonnen, den zweiten Mannschaftskampf gegen Italien entschied das Dormagener Trio mit 45:37 zu seinen Gunsten. Nicolas Limbach kam im Mannschaftswettbewerb nicht zum Einsatz.
Sieger wurde die Vertretung Rumäniens. Die im Finale Weißrussland mit 45:26 bezwang. Rang drei ging an Frankreich, die Russland mit 45:39 hinter sich ließen.
Platzierungen: 1. Aron Szilagyi (Ungarn), 2. Kim Junghwan (Südkorea), 3. Nicolas Limbach (Bayer Dormagen), 3. Bolade Apithy (Frankreich), 5. Gu Bon Gil (Südkorea), 6. Dmitri Lapkes (Weißrussland), 7. Valery Pryiemka (Weißrussland), 8. Luca Curatoli (Italien), 14. Matyas Szabo (Bayer Dormagen), 16. Max Hartung (Bayer Dormagen), 19. Sebastian Schrödter (Bayer Dormagen), 21. Richard Hübers (Bayer Dormagen), 35. Benedikt Wagner (Bayer Dormagen), 62. Johannes Klebes (FC Tauberbischofsheim), 64. Lukas Rüller (Bayer Dormagen)
Mannschaft: 1. Rumänien, 2. Weißrussland, 3. Frankreich, 4. Russland, 5. Deutschland, 6. Italien, 7. Südkorea, 8. China


