Top-News, Olympia
30.07.2012 17:59
Von: Olaf Wolf

Italienischer Dreifach-Sieg/ Golubytskyi Zwölfte

Carolin Golubytskyi war nahe dran, für eine faustdicke Überraschung zu sorgen. Doch Elisa di Francisca (Italien) brachte die 26-jährige Sportsoldatin aus Tauberbischofsheim mit einem Knockout im Achtelfinale aus dem Konzept.

Foto: © Picture Alliance/ Olaf Wolf

8:3 führte Carolin Golubytskyi im Gefecht um den Einzug in die Finalrunde gegen die aktuelle Weltranglisten- Zweite, die, zunächst ob der Stärke ihrer Gegnerin überrascht, im zweiten Drittel stetig aufholte. Beim Stand von 7:8 zu Gunsten der Tauberbischofsheimerin wurde sie jedoch nicht nur von der Florettspitze ihrer Kontrahentin erwischt, di Francisca traf die amtierende Deutsche Meisterin mit der Glocke am Kinn. Minutenlang musste sie behandelt werden, ehe das Gefecht weitergeführt werden konnte. Das brachte dann die Italienerin routiniert zu Ende, siegte am Ende 15:9 gegen die Tauberbischofsheimerin. „Ich war einfach nicht gemein genug“, erklärt Carolin Golubytskyi anschließend, hielt sich mit offener Kritik an ihrer Bezwingerin zurück. „Ich bin nicht der Typ, jemandem etwas zu unterstellen. Es ist halt passiert. Ich kann nicht sagen, ob es Absicht war“, meint sie weiter. Und sie ergänzt: „Ich hätte es heimbringen müssen.“

Sportdirektor Manfred Kaspar seinerseits erklärt: „Sie hat im ersten Drittel blendend gefochten. Der Schlag mit der Glocke zur Halbzeit des Gefechts ausgerechnet in einer so entscheidenden Situation war sicher großes Pech und äußerst unglücklich. Sie war nach den Kampf selbst sehr enttäuscht“.

Zuvor hatte Carolin einen der ihr eigenen Arbeitssiege abgeliefert. 14:9 gewann sie ihren Auftaktkampf gegen die Venezuelanerin Saskia Loretta van Erven Garcia. Nur anfänglich hatte sie gegen die 24-zigste der aktuellen Weltrangliste einige Probleme, entschied dann das Gefecht routiniert zu ihren Gunsten.

Rang 12 blieb damit für die Tauberbischofsheimerin bei ihren zweiten Olympischen Spielen. Vor vier Jahren verpasste sie mit Platz neun ebenfalls knapp den Finalrunden-Einzug.

Derweil feierten die Italienerinnen am Abend einen Dreifach-Erfolg. Elisa di Francisca enttrohnte mit ihrem Finalsieg Titelverteidigerin Valentina Vezzali, gewann das letzte Gefecht des Abends gegen Landsfrau Arianna Errigo 12:11 im Sudden Death. Errigo hatte zuvor die dreimalige Olympiasiegerin im Halbfinale mit 15:12 hinter sich gelassen.

Im kleinen Finale zeigte die dann nochmals Fechten vom Feinsten. Mit 13:12 setzte sie sich im Kampf um Rang drei gegen Dauerkonkurrentin Nam Hyun Hee (Südkorea) durch und erkämpfte damit ihr viertes olympisches Edelmetall in Folge.

Platzierungen: 1. Elisa di Francisca (Italien), 2. Arianna Errigo (Italien), 3. Valentina Vezzali (Italien), 4. Nam Hyun Hee (Südkorea), 5. Lee Kiefer (USA), 6. Ines Boubakri (Tunesien), 7. Chieko Sugawara (Japan), 8. Kanae Ikehata (Japan), 12. Carolin Golubytskyi (FC Tauberbischofsheim)

Beitrag des ZDF (Klick)


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