Jörg Fiedler bärenstark
Der Leipziger Degenfechter Jörg Fiedler hat beim Weltcup in Tallin (EST) erneut seine Weltklasse unter Beweis gestellt.
Der 33-jährige Schützling von Bundestrainer Didier Ollagnon bewies im mit 245 Startern stark besetzten Turnier „Glaive de Tallin“ ein weiteres Mal Nervenstärke und Kaltschnäuzigkeit. Zwei seiner insgesamt sieben Gefechte beendete er mit 15:14 zu seinen Gunsten.
Nach seinem 15:12 Auftaktsieg gegen Thomas Bennett (GBR) setzte sich Fiedler im Tableau der letzten 32 gegen den Polen Radoslaw Zawrotniak mit 15:14 durch, eliminierte anschließend den Italiener Paolo Pizzo mit 15:12. Im Viertelfinale ließ Fiedler ein 15:14 gegen Steffen Benjamin (SUI) folgen und qualifizierte sich 15:12 gegen Bas Verwijlen (NED) für das Finale in der Hauptstadt Estlands. Dort traf er mit Gauthier Grumier (FRA) auf den Vizeweltmeister von Paris. Lange blieb das Gefecht zwischen beiden ausgeglichen, ehe der Leipziger am Ende nervenstark zwei klare Treffer setzen konnte und sich damit den 11. Weltcup-Sieg seiner sportlichen Karriere sicherte.
2003 hatte Jörg Fiedler bereits Rang zwei an gleicher Stelle erkämpft, 2005 und 2007 Platz drei belegt. Nach Elmar Borrmann (1980), Volker Fischer (1981) und Uwe Proske (1985) ist Jörg Fiedler damit der vierte Deutsche, der sich in die Siegerliste des Turniers, das in diesem Jahr seine 40-jährige Auflage feierte, eintragen konnte. „Ich bin mit mir im Wesentlichen zufrieden“, kommentierte der Leipziger seinen Sieg. „Ich habe heute immer meinen Rhythmus gefunden. Auch technisch ist es ganz gut gelaufen“, fügt er hinzu. Sein Coach Didier Ollagnon ergänzt: „Das war erneut eine feine Leistung von Jörg. Drei Weltcup-Turniere, drei Mal in Folge in der Finalrunde (Doha Pl.5, Lignano Pl.3 – d. Red., Tallin Pl.1), davon zwei Podestplätze, was will man mehr. Er hat erneut bewiesen, dass er zu den weltbesten Degenfechtern gehört“, so Ollagnon weiter. Doch er fügt auch kritische Worte hinzu: „Diese Kontinuität würde ich mir auch von den anderen deutschen Degenspezialisten wünschen. Nur Sven Schmid und Martin Schmitt können hier international mithalten. Alle anderen sind davon leider ein ganzes Stück entfernt. Wichtig ist, dass wir bereits heute den Blick auf die Zeit nach 2012 richten. Dazu gehört, dass unsere jungen Fechter, von denen es einige gute gibt, viel mehr gemeinsam mit unseren Besten arbeiten. Daher kann ich mit dem Abschneiden der anderen nicht wirklich zufrieden sein“.
Sven Schmid (Tauberbischofsheim) unterlag im 64-er Tableau dem Norweger Bartosz Piasecki 12:15, der WM-Fünfte von Paris, Martin Schmitt (Tauberbischofsheim), verlor hauchdünn in der gleichen Runde gegen den Franzosen Ronan Gustin 14:15. Alle anderen deutschen Vertreter schieden bereits frühzeitig aus.
Platzierungen: 1. Jörg Fiedler (Leipzig), 2. Gauthier Grumier (FRA), 3. Nikolai Novosjolov (EST), 3. Bas Verwijlen (NED), 5. Geza Imre (HUN), 6. Anton Avdeev (RUS), 7. Steffen Benjamin (SUI), 8. Jin Sun Jung (KOR), 38. Martin Schmitt (Tauberbischofsheim), 39. Sven Schmid (Tauberbischofsheim)


