U 23 EM: Bronze im Doppelpack

Die Bonner Florettfechter Marius Braun und Moritz Kröplin haben mit je einer Bronzemedaille am ersten Tag der U23 EM in Debrecen (HUN) für einen erfolgreichen Auftakt aus deutscher Sicht gesorgt.

Fotos: A.W.

„Na wenn das kein perfekter Start ist“, zeigte sich Delegationsleiter Jochen Behr am Ende des ersten Tages erleichtert. Und er fügt verschmitzt hinzu: „So kann es ruhig weiter gehen“.

Dabei knüpfen die deutschen Florett-Spezialisten offensichtlich an alte Traditionen an. Vor Jahresfrist standen gleich drei Vertreter des Deutschen Fechter-Bundes in der Finalrunde, holte Sebastian Bachmann damals verdient Silber. Er scheiterte in Monza am alten und neuen U23 Europameister Dmitri Zherebchenko (RUS). Den konnte am gestrigen Abend auch Marius Braun (noch) nicht überwinden und unterlag im Halbfinale 10:15 gegen den Russen. Moritz Kröplin, mit gerade einmal 18 Jahren einer der „jungen Wilden“ im deutschen Team, unterlag im zweiten Halbfinale dem Ungarn Robert Gatai mit dem gleichen Ergebnis. Dennoch war der Bonner mit sich zufrieden: „Es ist einfach geil. Ich bin hierher gefahren und wollte sehen, was machbar ist. Mit einer Medaille habe ich nicht wirklich gerechnet. Und wenn ich davon ausgehe, dass ich theoretisch noch vier Mal bei einer U23 EM starten kann, kann man ja auch nach ganz oben schauen“, so Moritz Kröplin freudestrahlend.

Marius Braun, nach einer makellosen Vorrunde an Rang Eins gesetzt, marschierte mit teils deutlichen Siegen bis in die Finalrunde. Erst der Ukrainer Rostislav Hertsyk forderte den Bonner bis zur letzten Sekunde. Mit 15:14 setzte sich Braun in einem dramatischen und hoch spannenden Gefecht gegen Hertsyk durch und sicherte damit das anvisierte Edelmetall.

Moritz Kröplin qualifizierte sich mit durchwachsener Vorrunde für das Feld der letzten 64. Ab da zeigte er sich hochkonzentriert und technisch stark, ließ seinen Konkurrenten keine Chance. Seinen Viertelfinalgegner Michal Przybyslawski (POL) fegte er mit einem deutlichen 15:4 förmlich von der Bahn. „Unsere Jungs haben sich hier stark präsentiert“, lobte anschließend Bundesnachwuchstrainer Artur Wojtyczka (Bonn). „Wir sehen, dass unsere Arbeit im Herrenflorettbereich Früchte trägt, dass unsere Jungs sich weiter entwickeln. Auch wenn die Decke nicht so riesig ist, wachsen hier Fechter nach, die durchaus einmal Benjamin Kleibrink oder Peter Joppich beerben können“, so der Bonner weiter. Erstaunt war Wojtyczka wohl lediglich darüber, dass die eigentlichen Medaillenfavoriten wie Martino Minuto oder Tobias Biondi (beide ITA) sich noch vor der Finalrunde verabschiedeten. „Kein Italiener, nur ein Russe und ein Ungar in der Finalrunde, dass zeigt, dass wir nicht nur mithalten können, sondern auch erfolgreich Paroli bieten“, so die Analyse von Artur Wojtyczka.

Überraschend stark zeigten sich in Debrecen die Ukrainer, konnten jedoch am Ende nicht in die Medaillenvergabe eingreifen. Im Finale der U23 EM verteidigte Dmitri Zherebchenko (RUS) seinen Vorjahres-Titel. Er siegte in einem spannenden Gefecht gegen den Ungarn Robert Gatai mit 15:13.

Die Platzierungen: 1. Dmitri Zherebchenko (RUS), 2. Robert Gatai (HUN), 3. Marius Braun (Bonn), 3. Moritz Kröplin (Bonn), 5. Georgi Lopatenko (UKR), 6. Rostislav Hertsyk (UKR), 7. Klod Yunes (UKR), 8. Michal Przybyslawski (POL), 22. Lucas Fenger (Moers), 32. Aljoscha Gollan (Moers)

 


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