Starke Degenfechter holen Bronze
Das war Dramatik Pur. Das „kleine Finale“ im Herrendegen hätte von berühmten Regisseuren nicht besser inszeniert werden können.
31:31 nach dem achten Gefecht. Christoph Kneip übergibt an seinen Team-Kollegen Jörg Fiedler. Weitere drei Minuten später steht es 34:34 gegen die Schweizer. Fiedler scheint den Sudden Death regelrecht herauszufordern. Es knistert förmlich in der Halle. Fast 30 Sekunden wartet der einstige Leipziger auf seine Chance und bekommt sie, setzt den entscheidenden Treffer zum 35:34. Danach ist nicht nur die Degenmannschaft aus dem Häuschen. „Endlich“, stöhnt Bundestrainer Didier Ollagnon. „Diese Medaille war so wichtig für uns“, ergänzt er, zieht sich zurück, um den Erfolg auf seine Art zu genießen und zu feiern.
Anfangs lief alles nach Plan. Estland wurde im Auftaktgefecht mit 41:35 bezwungen, im Viertelfinale unterlag Polen mit 35:45 gegen Jörg Fiedler, Martin Schmitt (beide Tauberbischofsheim), Christoph Kneip (Leverkusen) und Steffen Launer (Böblingen). Doch dann folgte eine schmerzhafte Niederlage gegen die Ukraine. 39:45 unterlagen die Vier, denen damit „nur“ das kleine Finale blieb. „Die Jungs können mehr. Wir haben hier zu viele Fehler zugelassen und zu wenige Fehler der anderen genutzt“, wird Didier Ollagnon kurz kritisch. Jene Jungs riefen dann im entscheidenden Moment ihr Potential ab und holten (endlich) die ersehnte Medaille. „Wir haben uns durchgekämpft. Wir haben als Team funktioniert. Erst bei der WM Vierter, dann vielleicht beim Heimspiel noch mal Blech. So viel Pech kannst du nicht haben. Glücklicherweise ist das nicht eingetreten“, schnaufte Fiedler erleichtert durch.
Der EM-Titel ging in der sächsischen Metropole an Ungarn, die sich im abschließenden Gefecht gegen die Ukraine mit 45: 39 durchsetzten.
Auch im Damensäbel machten die deutschen Fechterinnen eine gute Figur. Stefanie Kubissa, Davina Hirzmann (beide Dormagen), Sibylle Klemm (Tauberbischofsheim) und Anja Musch (Künzelsau) starteten mit einem 45:28-Sieg gegen Island. Im Viertelfinale traf das Quartett auf Weltmeister Ukraine, die die Deutschen mit 45:25 niederrangen. Es folgte eine knappe 41:45-Niederlage gegen Frankreich und ein abschließender 45:44-Sieg gegen Spanien. „Der siebente Platz war unser Minimalziel. Wir blicken weiter nach vorn und werden in Paris wieder angreifen“, äußerte anschließend Bundestrainer Eero Lehmann.
Die Ukrainerinnen wurden am Ende des letzten Wettkampftages durch einen Sieg gegen Russland (45:38) neuer Europameister. Rang drei ging an Italien, die sich gegen Ungarn mit 45:44 durchsetzen konnten.






