WM: Fecht-Nachwuchs misst sich in Italien
Die besten Nachwuchsfechter der Welt treffen sich ab dem 6. April auf Sizilien. In Acireale werden die Weltmeistertitel der Kadetten und Junioren ausgefochten. Der Deutsche Fechter-Bund schickt knapp 40 seiner besten Fechterinnen und Fechter ins Rennen um die Medaillen. Prominenteste Teilnehmerin ist Alexandra Bujdoso aus Koblenz. Die Säbelfechterin kämpft derzeit auch bei den Aktiven um die Olympia-Qualifikation für Peking.
Aktuell steht sie auf Rang 28 der Weltrangliste. In der nach kontinentalen Quoten bereinigten Qualifikationsrangliste für Peking hätte Bujdoso nach heutigem Stand ihr Ticket sicher. Doch die Wettkämpfe laufen noch bis Ende März. Bereits mit 14 Jahren hatte sie 2004 die Silbermedaille bei der Kadetten-WM in Plovdiv gewonnen, zwei Jahre später war sie erneut bei den Junioren in Korea erfolgreich und holte erneut Silber. Vor wenigen Tagen feierte Bujdoso erst ihren 18. Geburtstag.
Grund zum Feiern hatte vergangenes Wochenende der Tauberbischofsheimer Emanuel Flierl. Beim Junioren-Weltcup in Nîmes bewies er seine Form und besiegte im Finale seinen Landsmann Falk Spautz (Solingen). Flierl ist derzeit auf Rang 12 der FIE-Junioren-Weltrangliste. Für die WM stellt das zwar keine Medaillengarantie dar, aber der Erfolg gibt Flierl zumindest eine gute Portion Selbstbewusstsein.
Vielleicht macht er sich ja selber ein Geschenk zu seinem 20. Geburtstag. Den kann er nämlich eine Woche nach der Junioren-WM feiern. Konkurrenz droht ihm aus dem eigenen Lager: Der amtierende Junioren-Europameister, Te-Mao Tran (Tauberbischofsheim) will nun auf dem Weltparkett beweisen, dass er auch hier für Medaillen zu haben ist.
Zu rechnen ist auch mit Säbelfechter Max Hartung. Der Dormagener gehört als Sechster der Junioren-Weltrangliste zu den Top-Favoriten. Und die Erfolge der letzten Wochen beweisen auf dem Papier, dass Hartung seinen Säbel gut im Griff hat. Er war Zweiter im November beim Turnier in Dormagen, gewann im Januar den Allstar-Pokal in Göppingen und erreichte das Finale der besten Acht beim Junioren-Weltcup im Februar in Dourdan (Frankreich).
Zufrieden zeigte sich bei der Nominierungssitzung DFB-Sportdirektor Claus Janka: „Wir hatten erstmals internationale Hürden in die Qualifikation zu den Weltmeisterschaften in Italien eingebaut. Das hat die Leistungen der jungen Fechterinnen und Fechter beflügelt.“ So reisen nach den Osterfeiertagen 38 Sportler nach Acireale, um sich mit dem Nachwuchs aus wahrscheinlich über 80 anderen Ländern der Erde zu messen.
Dass bei den Jugendlichen trotz des Sports, die Schule nicht vernachlässigt wird, beweist zum Beispiel Säbelfechterin Julia Pressmar: Die Eislingerin schreibt noch in den nächsten zwei Wochen ihr Abitur und reist dann für die Mannschaftskämpfe nach Italien.
Die Nominierten im Einzelnen:
Kadetten
DEGEN
Cheryl Jahn** (Bonn), Jana-Charlotte Göhner (Osnabrück) und Fleur Klingelberger (Mannheim)
Rudolf Haller (Tauberbischofsheim), Konstantin Heidenreich (Schweinfurt) und Nikolaus Bodoczi (Offenbach)
FLORETT
Anne Sauer** (Tauberbischofsheim), Natasha Gollan und Hannah Fenger (beide Moers)
Moritz Kröplin**, Eric Betz (beide Heidenheim) und Florian Hein (Jena)
SÄBEL
Solveig Kleber (Koblenz), Lea Scholten (Dormagen) und Melis Ercetin (Eislingen) Alexander Weber** (Dormagen), Maximilian Kindler und Florian Lehnert (Eislingen)
Junioren
DEGEN
Renata Miller, Leila Kummer (beide Heidenheim) und Julia Kirschen (Berlin) Te-Mao Tran, Emanuel Flierl (beide Tauberbischofsheim) und Falk Spautz (Solingen)
FLORETT
Anne Sauer, Theresa Arnaudov* (beide Tauberbischofsheim), Roxanne Merkl (Bonn) und Stephanie Romanus (Leipzig)
Marius Braun (Klarenthal), Fabian Herzberg*** (Bochum) und Phil Eschrich (Tauberbischofsheim)
SÄBEL
Alexandra Bujdoso (Koblenz), Margherita Tschomakov (Bonn), Anna Limbach (Dormagen) und Julia Pressmar*
Max Hartung (Dormagen), Marlon Hirzmann (Alsfeld) und Benedikt Wagner (Dormagen)
Anmerkungen: * = nur Mannschaftsstart** = auch Mannschaftsstart*** = auch Mannschaftsstart (Entscheidung vor Ort)



