Bayern
14.04.2008 19:04

Von: Tina Chemnitz/Nürnberger Nachrichten

Kinder und Jugendliche lassen die Säbel rasseln

Immer öfter lassen Kinder und Jugendliche die Säbel rasseln: Zum zwölften Mal lud der Nürnberger Fechterring zu seinem Turnier um den Nürnberger Trichter ein - 24 Vereine sorgen für Rekord-Teilnehmerzahl

Birgit  Noll
Birgit Noll

So viele Fechter haben sich noch nie um den Nürnberger Trichter duelliert:

256 Starter standen sich am Wochenende beim Turnier des Nürnberger Fechterrings gegenüber. Der Säbelfechtsport liegt vor allem beim Nachwuchs voll im Trend.
Säbelfechten kann sich in Deutschland inzwischen sehen lassen. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Florett und Degen dem Säbel den Rang abliefen. «Große Vereine wie Bayer Dormagen haben in den vergangenen Jahren viel in den Sport investiert und ihn gefördert. Das zahlt sich nun aus», sagt der Vorsitzende des Nürnberger Fechterrings, Tobias Hell. International stellen sich nun immer mehr Erfolge ein - vermutlich einer der Gründe, warum das Säbelfechten zunehmend beliebter wird.

Diese Entwicklung spürt man auch beim Fechterring Nürnberg, der sich im Nachwuchsbereich, gerade bei den Mädchen, über ständig steigende Mitgliederzahlen freuen kann. Der Fechterring hat sich im Säbelfechten inzwischen einen Namen gemacht, vor allem seit man sich vor knapp drei Jahren von den Stichwaffen (Florett und Degen) trennte, um sich ganz auf das Säbelfechten zu konzentrieren.

Zudem stieß mit Birgit Noll vor zwei Jahren eine renommierte Athletin zum Verein. 2004 wurde sie mit der Senioren-Nationalmannschaft Europameisterin, 2006 reichte es zum Vize-Meistertitel. In knapp drei Wochen will sich die 45-Jährige mit der Mannschaft den Titel in Ciudad Real in Spanien wieder zurückholen.

Die Ergotherapeutin Noll trainiert neben den Senioren vor allem den Nachwuchs und organisiert Ausflüge oder Spaßturniere. «Die Kinder sind in den Verein voll eingebunden und haben einfach Freude am Sport und an der Gemeinschaft», verrät sie das Geheimnis des Erfolges, an dem wohl auch das «Dreigestirn» an der Vereinsspitze aus Noll, Hell und dem erfahrenen Säbelfechter Albert Wekwart seinen Anteil hat.

Teilnehmer von 24 Vereinen aus ganz Süddeutschland, auch aus den Fechthochburgen Tauberbischofsheim, Göppingen und Eislingen, duellierten sich beim Nürnberger Turnier. Umso mehr freute man sich beim Nürnberger Fechterring, der rund 50 Starter ins Rennen schickte, über die Ergebnisse, unter denen auch einige Top-Platzierungen waren. «Das zeigt das wir auch auf deutscher Ebene mithalten können», so Tobias Hell.

Erfreulich fand Birgit Noll auch, dass sich sieben Turnierneulinge des Fechterrings für die Finalrunden qualifizieren konnten. Sie selbst trat in der Aktiven-Klasse an und kam dabei gehörig ins Schwitzen, als sie in der Vorrunde gegen eine ihrer Schülerinnen bereits 0:3 zurück lag. «Da musste ich meine ganze Erfahrung aus 33 Jahren Fechtsport ausspielen», sagte sie anerkennend. Das Gefecht gewann sie am Ende 5:3 und dazu die Erkenntnis, dass sich ihre Arbeit offensichtlich auszahlt.

TINA CHEMNITZ 14.4.2008
© NÜRNBERGER NACHRICHTEN

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