Helga Winckelmann: Bei Ehrung der Unverzichtbaren
Als „Ehrung der Unverzichtbaren, ohne die der Sport nicht überleben könnte“ wurde in einer Feierstunde der „Württembergischen Sportjugend (WSJ)“ im Forum der Landesbank Baden-Württemberg in der Landeshauptstadt das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen in den Vereinen gewürdigt.

In der Rubrik „Trainer“ wurde Helga Winckelmann vom Fecht-Club Tauberbischofsheim, die sich seit Jahren der ehrenamtlichen Betreuung junger Rollstuhlfechter verschrieben hat geehrt. Für die Stadt Tauberbischofsheim erwies ihr bei diesem Festakt der Erste stellvertretende Bürgermeister Gerhard Baumann die Referenz der Kommune, begleitet wurde sie zudem von der Aktions-Patin Dr. Sabine Bau, Olympiasiegerin und Weltmeisterin mit dem Florett, heute Vorstandsmitglied des Fecht-Clubs an der Tauber.
Während der feierlichen Zeremonie, die von Regina Saur vom SWR-Sport-Fernsehen moderiert wurde, die auch häufig von großen Fechtereignissen in Tauberbischofsheim im Fernsehen berichtet, stellten der WSJ-Vorsitzende Uwe Gerstenmaier, MdL Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbands, und Ministerialrat Norbert Laske für das Stuttgarter Kultusministerium heraus, dass die Vereine insgesamt ihrer gesellschaftspolitischen Aufgabe nicht gerecht werden könnten, wenn ihnen die ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht zur Verfügung stünden. Für sie sei ein solcher Einsatz Ehrensache, gerade deshalb verdienten sie in der Öffentlichkeit große Anerkennung.
In der Laudatio für Helga Winckelmann wird betont, dass sie sich um ihre Rolli-Gruppe im Alter von sechs bis 18 Jahren seit mehr als zehn Jahren kümmere, „das aber nicht nur sportlich, sie unterstützt sie auch im privaten, schulischen und familiären Umfeld. Trotz ihrer fast 70 Jahre und ihrer körperlichen Behinderung ist sie dreimal wöchentlich für ihre ‚Rolli-Kids’ da. Sie organisiert Lehrgänge, Trainingslager und Auftritte, zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen, Schulen, Behindertenwerkstätten und bei öffentlichen Veranstaltungen."
Ihrem Anspruch, so wurde weiter betont, liege die Botschaft zugrunde: „Lass dich nicht unterkriegen! Zeig’, was in dir steckt.“ Als Silbermedaillen-Gewinnerin im Florett bei den Paralympics 1976 in Toronto habe sie Maßstäbe gesetzt. Sie verkörpere das Bild der leistungsorientierten, gleichwohl einfühlsamen Trainerin mit hoher sozialer Verantwortung. Werte wie Fleiß, Disziplin und Ausdauer lebe sie überzeugend vor. „Mit Christian Andree hat sie im vergangenen Jahr einen dreifachen Deutschen Meister und potenziellen Medaillenkandidaten für die Paralympics 2008 in Peking hervorgebracht. Durch Aktionen wie die Austragung des ersten integrativen Fechtturniers ist es ihr gelungen, Berührungsängste abzubauen und das Leistungsvermögen behinderter Menschen erlebbar zu machen.“ Abschließend wird ihr bescheinigt: „Helga Winckelmann gehört zu den stillen, gleichwohl effizienten Trainerinnen.“



