"Frauen gewinnen"-Treffen in Würzburg
Am 20. / 21. Februar 2010 trafen sich die ehrenamtlichen Frauenvertreterinnen der Spitzenverbände im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch in Würzburg. Gastgeberin und Organisatorin des Treffens war die Präsidentin des Bayerischen Fechtverbandes, Martina Radl (Sulzbach-Rosenberg).
Ein wichtiges Diskussionsthema war in Würzburg die Beteiligung von Frauen in den Präsidien und Vorständen der Sportorganisationen: Obwohl der Mitgliederanteil der Frauen und Mädchen im organisierten Sport in Deutschland heute bei ca. 40 Prozent liegt - Tendenz steigend - stellen 17 Prozent Frauen in den Präsidien der Landessportbünde, 12 Prozent Frauen in den Präsidien der Spitzenverbände und 20 Prozent bei den Verbänden mit besonderen Aufgaben ein Armutszeugnis für den Sport dar.
Die Vertreterinnen waren sich einig, den Schwung aus dem Jahr der Frauen im Sport 2009 unter dem Motto "Frauen gewinnen" zu nutzen und gemeinsam die Arbeit für die Interessen der Frauen im Sport fortzusetzen. "Wir wollen mehr Frauen an die Spitze der Sportorganisationen bringen. Dazu brauchen wir Frauenvertreterinnen in Präsidien und Vorständen mit personellen und finanziellen Ressourcen, klaren Zielvorgaben in Satzungen und Arbeitsprogrammen sowie viele Verbündete in den Entscheidungsgremien. Den vielen Appellen und warmen Worten müssen nun Taten folgen. Wir fordern alle Verbände und Vereine auf, die in diesem Jahr Wahlen durchführen, mehr Frauen anzusprechen, aufzustellen und zu unterstützen. Gremien ganz ohne Frauen darf es überhaupt nicht mehr geben. Für Verbände, die Frauenvertreterinnen aus ihren Präsidien und Vorständen wegrationalisieren, habe ich kein Verständnis. Denn sie sind nachweislich der Motor für Innovation und Öffnung in der Verbandsarbeit." Mit diesen Worten fasste Ilse Ridder-Melchers, DOSB Vizepräsidentin, die Beratungen zusammen.
Dass die Förderungen der Verbandsfrauen goldrichtig sind, dafür gibt es jetzt auch eine empirisch belegte Empfehlung aus dem Sport selbst, die sich auf eine (scheinbar) einfache Formel bringen lässt: Die Frauenquote macht´s! "Ein hoher Anteil weiblicher Vereins- und Vorstandsmitglieder sichert die positive Vereinsentwicklung", fasst Prof. Dr. Christoph Breuer die Erkenntnisse aus dem letzten Sportentwicklungsbericht zusammen. "Auch finanzielle Problemlagen sind geringer ausgeprägt." Diese Erkenntnis lässt sich eins zu eins auch auf die Sportverbände übertragen.
Der DOSB bietet den Verbänden unterstützend insbesondere den sog. Strukturierten Dialog an, ein Maßnahmenpaket, das für die teilnehmenden Verbände nicht nur wegen der finanziellen Bezuschussung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend interessant ist. Und Frauen, die selbst die Initiative ergreifen wollen können am Führungstalente-Camp des DOSB teilnehmen. Die Verbandsfrauen erwarten von den Verbänden, dass bei den Wahlen in 2010 der Anteil von Kandidatinnen deutlich erhöht wird.


