Damendegen-Team Vierte in Catania

Solch eine Situation hatte sich wohl keiner gewünscht. Die deutschen Fechterinnen und ihr kleiner, aber lautstarker Anhang, waren für Augenblicke schockiert.

Fotos ©: Olaf Wolf

Beim Stand von 21:28 stürzte Imke Duplitzer (Bonn) über ihre Kontrahentin Mara Navarria und fiel unglücklich über ihre Gegnerin, blieb minutenlang regungslos auf der Bahn liegen. Mediziner kümmerten sich um die 36-Jährige. Wenige später wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Mannschaftsarzt Dr. Peter Braun konnte später Entwarnung geben. Bei der Bonnerin, die mit dem Hinterkopf auf die Fechtbahn gefallen war, wurden keine Verletzungen festgestellt, nach einer Untersuchung konnte sie aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Ersatzfechterin Ricarda Multerer wurde de facto ins kalte Wasser geworfen, attackierte mutig, konnte aber ebenso wie auch ihre Team-Kolleginnen Britta Heidemann (Leverkusen) und Monika Sozanska (Heidenheim) die Niederlage im kleinen Finale gegen die Italienerinnen nicht mehr abwenden. 33:45 unterlag das Quartett von Bundestrainer Piotr Sozanski, das sich zuvor am letzten Wettkampftag eindrucksvoll zurückgemeldet hatte.

Die Niederlande sahen im Auftaktgefecht gegen das starke deutsche Team keinen wirklichen Stich und gingen mit 22:45 unter. Schweden zog anschließend mit 31:45 ebenso klar den Kürzeren, Korea wurde in einem aufopferungsvollen Kampf mit 27:23 in die Knie gezwungen. Rumänien wurde im Halbfinale zum Stolperstein. Jenen unterlag man im Sudden Death 23:24. „Wichtiger war für uns nach dem Italien-Gefecht die Frage, wie es Imke geht“, schildert Olympiasiegerin Britta Heidemann ihre ersten Gefühle nach dem Kampf im kleinen Finale.

Zweifelsohne sah man in Catania eine Mannschaft, die als Team agierte, sich gegenseitig anfeuerte, motivierte, permanent miteinander sprach, sich aufmunterte und puschte. Sie wollen diese Olympiaqualifikation, haben die Ergebnisse der jüngeren Vergangenheit beiseitegeschoben und ihren Willen und ihren Teamgeist deutlich dokumentiert. Rang vier sollte ein Anfang sein. Weiter so Mädchen!

Rumänien verteidigte seinen Titel durch ein knappes 27:26 gegen China.

Platzierungen: 1. Rumänien, 2. China, 3. Italien, 4. Deutschland, 5. Estland, 6. Polen, 7. Korea, 8. Frankreich


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