US-Boys dominieren „Händel-Cup“ in Halle
Noch haben die Fecht-Kadetten gut vier Monate Zeit, sich auf die Weltmeisterschaften in Moskau und zuvor die KEM in Porec im kommenden Jahr vorzubereiten.
Für die deutschen Vertreter war das Cadet-Circuit- Turnier in der größten Stadt Sachsen-Anhalts nicht nur eine echte Standortbestimmung, sie erlebten hautnah internationale Klasse im Florettfechten.
Knapp 200 Athleten im Alter zwischen 13 und 16 Jahren aus 19 Nationen trafen sich in der Saalestadt, um den Gewinner des „Internationalen Händel-Cup“ in seiner achten Auflage zu ermitteln, wollten zugleich für die europäische Rangliste punkten.
Ein Nicht-Europäer war es dann am Ende, der den Sieg in Halle errang. Der 15-jährige Axel Kiefer (USA) hatte an jenem Wochenende alles im „Griff“. Ohne Niederlage marschierte er auf direktem Wege in die Finalrunde des „Händel-Cup“, beendete das Turnier mit einem klaren 15:8-Sieg gegen den Polen Bartosz Cegielski. „Die USA gehören längst nicht mehr zu den sogenannten „Kleinen“ der internationalen Fechtszene“, hatte Nachwuchs-Bundestrainer Artur Wojtyczka vorab gewarnt. Das US-Team untermauerte das in beeindruckender Weise in Halle. Fünf US-Boys unter den besten Acht, insgesamt 10 Fechter aus den USA in den Top 20 waren ein beredtes Zeugnis für die Kampfstärke des Teams. Für Axel Kiefer und seine Nationalmannschaftskollegen war der lange Anreiseweg keinesfalls hinderlich. „Sie sind schnell, taktisch klug agierend und technisch sehr gut“, zollte Wojtyczka anschließend dem Team aus den USA seinen Respekt. Doch der Bundestrainer fand auch kritische Worte: „ Die Leistungen unseres Nachwuchses aus Deutschland haben mich nicht überzeugen können“, so Wojtyczka. „Oftmals waren taktische Fehler zu erkennen, hat mir der letzte Kampfeswille gefehlt, wurden Gefechte unnötig abgegeben. Wir haben hier einiges zu tun, um konkurrenzfähig zu bleiben“, so der Trainer weiter.
Nur vier deutsche Fechter von anfänglich 64 gestarteten erreichten in Halle das Tableau das letzen 32 des zweiten Tages. Felix Klein (Weinheim) sorgte am Ende mit Rang 23 für die beste deutsche Platzierung, gefolgt von Björn Erik Weiner (Burgsteinfurt), Florian Rieder (Heidenheim) und Dominik Stienhenser (Bonn) auf den Position 26, 27 und 32. „Das Leistungsniveau muss deutlich steigen“, fasst Wojtyczka zusammen. „Jetzt gilt es Kräfte noch mehr zu bündeln und die Erfahrungen der letzten Turniere zu nutzen, um unsere Stärken besser zur Geltung zu bringen“ ergänzt er abschließend.
Händel-Cup- Gewinner Axel Kiefer genoss am Sonntagnachmittag die ihm gebührende Aufmerksamkeit, gab nach der Siegerehrung ruhig und gefasst das obligatorische Sieger-Interview, um dann in aller Ruhe seine Heimreise vorzubereiten. Er wird wohl im kommenden Jahr in Halle erneut antreten, um den Titel dann zu verteidigen.
Platzierungen: 1. Axel Kiefer (USA), 2. Bartosz Cegielski (POL), 3. Daniel Dosa (HUN), 3. John Philippe Avendano (USA), 5. Andras Nemeth (HUN), 6. Raymond Chen (USA), 7. Harry MC Guire (USA), 8. George Haglund (USA), 23. Felix Klein (Weinheim), 26. Björn Erik Weiner (Burgsteinfurt), 27. Florian Rieder (Heidenheim), 32. Dominik Stienhenser (Bonn)


