Gekämpft, aber nicht gewonnen

Lautlos ging es kurze Zeit in der Mannschaftsbox des deutschen Teams zu. Der vierfache Weltmeister Peter Joppich sinnierte einige Minuten über das gerade verlorene Gefecht gegen den Amerikaner Race Imboden.

Ich habe nach dem 11:7 den Faden verloren. Ich weiß selbst noch nicht, wie das passieren konnte“, spricht er später in die Mikrofone der anwesenden Journalisten.

Der US-Amerikaner blies nach jenem Treffer zu einer fulminanten Aufholjagd, die auch den Koblenzer überraschte. „Vieles wurde diesmal über Video entschieden. Ich werde mich morgen in Ruhe mit dem Trainer zusammensetzen und mit ihm in Ruhe den Kampf analysieren“, so Joppich weiter. 14:15 musste sich der Weltmeister Race Imboden am Ende im Sudden Death geschlagen geben. Bundestrainer Uli Schreck meint anschließend: „Mir fällt es aber schwer, mit ihm in Kritik zu gehen, den bei den letzten 4 WM hat er vier Mal Medaillen geholt, davon dreimal den Weltmeistertitel“.

Nationalmannschaftskollege Sebastian Bachmann blieb in der sizilianischen Hafenstadt am Italiener Giorgio Avola „hängen“. Einem ausgeglichenen ersten Drittel folgten dann die dauerhaften Attacken des Europameisters von Sheffield, denen sich Bachmann tapfer erwehrte. Am Ende musste sich der 24-jährige Bonner dann doch Avola mit 10:15 geschlagen geben. „Bachi“ hat hier sehr gut gefochten. Er wird immer besser, hat eine sehr gute Vorstellung abgegeben“, so Uli Schreck in der Einzelkritik.

Zuvor blieb auch Andre Weßels am Italiener Avola „hängen“. Ähnlich auch hier die Konstellation. Weßels konnte das Gefecht bis zum dritten Drittel offen gestalten, dann zog Avola davon, siegte am Ende 14:10 gegen den Bonner. „Auch Andre hat hier eine gute Leistung abgegeben. Das sollte ihm Mut machen“, meint der Bundestrainer.

Benjamin Kleibrink konnte zumindest vermelden „Die Schulter hält“. Dennoch fand der Tauberbischofsheimer im 32-er Tableau kein Rezept gegen den Chinesen Lei Sheng. 10:15 musste sich der Olympiasieger des Jahres 2008 dem WM-Zweiten von Paris geschlagen geben. „Anfangs bin ich gut in das Gefecht gekommen. Doch immer wenn ich reingegangen bin, hat er mir das Eisen weg geschnappt. Ich hatte heute keinen Plan, wie ich damit klar komme“, erklärt Benjamin Kleibrink anschließend.

Das eine oder andere ging mir zu schnell, dass müssen wir noch gemeinsam analysieren“, fasst der Bundestrainer zusammen. Mit Blick nach vorn erklärt er: „Insgesamt sind die Jungs stark und können mit breiter Brust im Team-Wettbewerb auftreten“.

Platz 10 für Peter Joppich, die Ränge 16 und 24 für Bachmann und Weßels, Position 26 für den Olympiasieger. „Jetzt erst recht“, die deutschen Florett-Herren haben noch lange nicht aufgegeben.

Sieger des Herrenflorett-Wettbewerbs wurde Andrea Cassara, der in einem rein italienischen Finale Valerio Aspromonte mit 15:14 bezwang, Dritte wurden Gioprgio Avola (ITA) und Victor Sintes (FRA).

Platzierungen: 1. Andrea Cassara (ITA), 2. Valerio Aspromonte (ITA), 3. Giorgio Avola (ITA), 3. Victor Sintes (FRA) 5. Alaa Abouelkassem el Sayed (EGY), 6. Alexey Cheremisinov ((RUS), 7. Chul Byung Choi (KOR), 8. Race Imboden (USA), 10. Peter Joppich (Koblenz), 16. Sebastian Bachmann (Bonn), 24. Andre Weßels (Bonn), 26. Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim),

Beitrag der ARD


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