Starker Brite gewinnt „Händel-Cup“
Weltmeister auf Stippvisite in Halle Der Brite James Davis hat die 4. Auflage des „Internationalen Händel-Cup“ für sich entscheiden können. Im Finale bezwang der mit 16 Jahren bereits knapp 1,90 m große „Hüne“ von der Insel den Heidenheimer Moritz Kröplin mit 15:12.
Mehr als 200 junge Florettfechter aus 13 Nationen waren am Sonnabendvormittag im Kampf um den begehrten „Händel-Cup“ angetreten.
„Das war heute technisch ganz anspruchsvolles Florettfechten“, äußerte sich Bundesnachwuchstrainer Herbert Wagner nach dem Finale. Mit schnellen Attacken zu Beginn des Gefechts hatte Davis sich einen Vorsprung erarbeitet, den er bis zum Schluss nicht mehr aufgab. „Taktisch war das schon recht clever, was der Brite abgeliefert hat“, so Wagner weiter. „Alles in allem, wir haben eine deutliche Qualitätssteigerung erlebt“, analysierte der einst in Oschatz und Bitterfeld tätige Trainer, der heute in Moers immer wieder junge Talente entwickelt. Mit den Fechtern von der Insel hatte vor dem Turnier wohl kaum einer gerechnet. Gleich drei von Ihnen erreichten die Finalrunde der letzten acht, vervollständigt durch einen weiteren Fechter aus Deutschland, Belgiens, Polens und Ungarns. „Die Spitze im Fechtsport wird immer breiter“, lautete das fachliche Resümee des Nachwuchs-Bundestrainers. „Die einstigen Exoten mausern sich immer mehr zu ernst zu nehmenden Konkurrenten für unsere Sportler“, so Wagner abschließend. Als echter Prüfstein erwies sich die starke Konkurrenz auch für die Vertreter der gastgebenden TSG Halle-Neustadt. Ricardo Potratz hatte als einzig verbliebener Hallenser am Sonnabendabend die so wichtige Runde der letzten 64 erreicht, durfte damit auch am zweiten Tag nochmals „ran“. Kein geringerer als der spätere Gesamtsieger aus Großbritannien stand dem 16-jährigen Sportschüler gegenüber. „Der war schon stark und vor allem unheimlich schnell“, gestand Ricardo nach seinem Ausscheiden gegen Davis. Zuvor hatte sich Ricardo am ersten Tag viele Tipps vom dreifachen Weltmeister Peter Joppich geholt. Der weilte Freitag und Sonnabend zu einer Stippvisite in Halle. „Einstmals habe ich auf solchen Turnieren meine ersten internationalen Erfahrungen gesammelt und auf diesen viel von anderen gelernt. Es ist tat ganz gut, zu seinen Wurzeln zurück zu kehren“, so der frisch gekürte Weltmeister von St. Petersburg. „Es war mir wichtig, hier vorbei zu schauen, sollen doch diese Fechter einmal mein „Erbe“ antreten“, erklärt der Koblenzer weiter. Am Sonnabendvormittag hatte er
in einer Gesprächsrunde in einem Neustädter Einkaufszentrum lange Rede und Antwort gestanden, zudem zahlreiche Autogrammwünsche erfüllt. „Ich freue mich natürlich, dass mich die Leute wieder erkennen, beweist es doch, dass sie unseren Sport und unsere Erfolge zur Kenntnis nehmen. Und es ist wichtig, dass in Halle Leipzig oder Berlin der Fechtsport im Leistungsbereich bestehen bleibt, kommen doch nicht wenige Weltklasse-Fechter aus dem Osten Deutschlands“, so Joppich weiter. In die Brandberge-Halle zurückgekehrt, nahm sich der 24-jährige Ausnahmefechter, immer wieder Autogramme gebend, viel Zeit, die jungen Fechter seines Vereins CTG Koblenz, aber auch den TSG-er Ricardo Potratz zu beobachten. „Nur wenn Du täglich trainierst, Dich von Niederlagen nicht unterkriegen lässt und Deine Chancen konsequent nutzt, kannst Du es bis ganz nach oben schaffen“, gab er Ricardo mit auf dem Weg. „Ich würde mich freuen, wenn wir uns mal in einiger Zeit in einem Gefecht gegenüberstehen“, so Joppich zu Ricardo abschließend. Der saugte die Ratschläge des Sportsoldaten förmlich auf, kämpfte dann auch am Sonntag um jeden Treffer.
„Natürlich können wir als Veranstalter eine positive Bilanz ziehen“, erklärte Landesverbands-Chef Thomas Riedel abschließend. „Obwohl wir noch ein junger Turnierstandort in Sachen Kadetten-Weltcup“ sind, haben bereits 13 Nationen bei uns ihre Visitenkarte abgegeben. Die Aufwertung des Händel-Cup zur europäischen Rangliste hat sicher dazu beigetragen. Und ich gehe davon aus, dass wir auch im kommenden Jahr wieder zu den Auserwählten zählen werden, die vom Europäischen Verband diesen Status erhalten werden.“, so Riedel nach vorn blickend. So viel scheint sicher zu sein: Nachwuchs-Bundestrainer Herbert Wagner und sein Trainer-Kollege Willy Gsching, offizieller Beobachter des Deutschen Fechter Bundes (DFB), werden eine entsprechende Empfehlung dafür abgeben.
Die Platzierungen:
1. DAVIS, James (GBR)
2. KRÖPLIN, Moritz (GER/ Heidenheimer SB)
3. BARWELL, Peter (GBR)
3. NEMETH, Gabor (HUN)
5. FITZGERALD, Jamie (GBR)
6. BETZ, Eric (GER/ Heidenheimer SB)
7. JANDA, Piotr (POL)
8. LECOCQ, Hans-Joachim (BEL)
Die komplette Wettkampfdokumentation unter: www.Fechtcentrum-Halle.de




