Alexandra Ndolo Achte bei Heim-WM/ Andre Sanita auf Rang 15

Degenspezialistin Alexandra Ndolo hat mit Rang acht erneut ein Top-Ergebnis bei einem internationalen Höhepunkt abgeliefert. Der Bonner Andre Sanita überzeugte mit Platz 15 im Herrenflorett.

Fotos: Augusto Bizzi/ Andrea Trifiletti

Der nicht einfache Lauf der Leverkusenerin Alexandra Ndolo schien die 28-jährige selbst bei ihrer Heim-WM in Leipzig wenig zu interessieren. Selbstbewusst, couragiert und angriffslustig zeigte sich die EM-Zweite von Tiflis in der sächsischen Metropole, knüpfte nahtlos an die vor Monatsfrist gezeigten Leistungen an. Gegen Courtney Hurley aus den USA setzte sie sich in ihrem Auftaktkampf mit 15:8 durch, überrannte anschließend förmlich Dzhoan Feybi Bezhura aus der Ukrainegewann mit 15:2. Das Achtelfinale gegen Olympiasiegerin Emese Szasz-Kovacs aus Ungarn versprach Spannung pur und es bot Spannung bis zum letzten Treffer. Alexandra Ndolo hielt den Kampf nicht nur bis zum Ende offen, der letzte Treffer war ihr dann vorbehalten. Mit 15:14 setzte sie sich gegen die Top-Favoritin durch, stand damit im Viertelfinale der Weltmeisterschaften. Allein Ex-Weltmeisterin Julia Beljajeva aus Estland machte ihr in Sachen Podiumsplatzierung einen Strich durch die Rechnung behielt im Viertelfinale am Ende mit 15:9 die Oberhand.

Das war eine starke Leistung von Alex. Sie hat gezeigt, dass sie mit der internationalen Spitze mit fechten kann. Das ist ein Top-Ergebnis für sie“, blickt Sportdirektor Sven Ressel auf den Turniertag der Gesamt-Achten zurück. Die Leverkusenerin selbst, deren Ärger über das verlorene Gefecht recht schnell verflogen war, schwärmte später von der Atmosphäre in der Arena Leipzig. „Die Zuschauer hier waren der Wahnsinn. So etwas hat man nicht so oft. Es überwiegt schon die Freude über den Finalrundeneinzug. Zum zweiten Mal bei einer WM-zu starten und dann so weit vorn zu landen, das ist schon OK.

Die Offenbacherinnen Nadine Stahlberg und Monika Sozanska schieden nach frühen Niederlagen in der Runde der letzten 64 frühzeitig aus. Beate Christmann aus Tauberbischofsheim gewann ihren Auftaktkampf gegen Kamila Pytka (Polen) mit 15:8, musste sich anschließend deren Landsfrau Ewa Nelip mit 9:14 geschlagen geben.

Neue Titelträgerin im Damendegen wurde die Russin Tatjana Gudkova, die im Finale Ewa Nelip mit 11:9 bezwingen konnte.

Im Herrenflorett sorgte der Bonner Andre Sanita mit Position 15 für ein mehr als respektables Ergebnis. Der 25-jährige ließ zunächst Kolja Dahlin (Dänemark) mit 15:8 hinter sich, besiegte danach Kyosuke Matsuyama (Japan) mit 15:10. Im Achtelfinale traf der Schützling von Bundestrainer Uli Schreck auf den starken US-Amerikaner Race Imboden, dem er denkbar knapp mit 14:15 unterlag. „Es fehlte heute einfach das letzte Ding“, sagt Andre Sanita einige Zeit später. Und er ergänzt: „Ich kann mit den Top-Fechtern mithalten. Ich bin nah dran. Man muss nach vorn schauen. Beim nächsten Mal gewinne ich. Die Atmosphäre hier ist super. Ich freue mich Mega, das uns hier so viele Leute anfeuern. Das hier heute war unfassbar.

Weniger glücklich verlief der Tag für die beiden Routiniers Peter Joppich (Koblenz) und Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim). Beide gewannen zunächst ihre Auftaktgefechte, mussten sich allerding anschließend der Konkurrenz beugen. Peter Joppich unterlag gegen den späteren Gesamt-Zweiten Toshiya Saito aus Japan mit 5:15, Benjamin Kleibrink verlor an gleicher Stelle gegen Alessio Foconi (Italien) mit 6:15. Debütant Alexander Kahl (Tauberbischofsheim) unterlag im ersten Hauptrundenkampf Ha Taegyu (Südkorea) mit 10:15.

Sieger des Herrenflorett-Wettbewerbs wurde der Russe Dmitry Zherebchenko, der sich im Finalkampf gegen den Japaner Toshiya Saito mit 15:12 durchsetzte.

Die Platzierungen:

Damendegen 1. Tatjana Gudkova (Russland), 2. Ewa Nelip (Polen), 3. Julia Beljajeva (Estland), 3. Olena Kryvytska (Ukraine), 5. Violetta Kolobova (Russland), 6. Tatiana Logunova (Russland), 7. Lauren Rembi (Frankreich), 8. Alexandra Ndolo (TSV Bayer Leverkusen), 31. Christmann Beate (FC Tauberbischofsheim), 41. Monika Sozanska (FC Offenbach), 43. Nadine Stahlberg (FC Offenbach)

Herrenflorett 1. Dmitry Zherebchenko (Russland), 2. Toshiya Saito (Japan), 3. Takahiro Shikine (Japan), 3. Daniele Garozzo (Italien), 5. Alexander Massialas (USA), 6. Richard Kruse (Großbritannien), 7. Alessio Foconi (Italien), 8. Race Imboden (USA), 15. André Sanita (OFC Bonn), 19. Peter Joppich (CTG Koblenz), 25. Benjamin Kleibrink (FC Tauberbischofsheim), 51. Alexander Kahl (FC Tauberbischofsheim)