Fotos: Olaf Wolf/DFB

Bingenheimer und Kröplin Deutsche Florett-Meister


Sandra Bingenheimer vom gastgebenden FC Tauberbischofsheim und Moritz Kröplin vom OFC Bonn haben sich die Titel der Deutschen Meister im Florettfechten des Jahres 2014 gesichert.

Beide verwiesen zugleich die Vorjahressieger Carolin Golubytskyi (Tauberbischofsheim) und Peter Joppich (Koblenz) auf den jeweils zweiten Rang.

 

Geil, was soll ich sagen“, antwortet die Siegerin kurz nach der Siegerehrung auf die Frage, wie sie sich fühle. „Ich bin mit mir natürlich sehr zufrieden“, ergänzt sie freudestrahlend.

„Ich hatte heute einige Schwankungen, habe nicht gut angefangen. Aber ich konnte mich in den wichtigen Situationen zusammenreißen“, blickt Sandra Bingenheimer nochmals auf den Wettkampftag zurück. Dennoch war der Finalrundeneinzug in das Tableau der letzten Acht für die 26-jährige nie in Gefahr. Dort wartete zunächst Vereinskollegin Inke Nehl, die sie mit 15:8 hinter sich ließ. Fast erwartungsgemäß stand sie im Halbfinale Teamkameradin Katja Wächter, DM- Vorjahreszweite an gleicher Stelle, gegenüber, setzte sich diesmal am Ende mit 15:13 durch. „Der Sieg gegen Katja hat mir schon noch mal einen kleinen Schub gegeben“, meint Sandra Bingenheimer später. Im Finale ging Sandra Bingenheimer gegen die gesundheitlich angeschlagene Carolin Golubytskyi früh in Führung. „Ich habe natürlich gemerkt, dass sie etwas hat. Aber sie war dennoch stark. Am Ende habe ich meinen Stiefel runter gefochten und war dann die Glücklichere“. 15:12 gewann Sandra Bingenheimer am Ende gegen ihre Nationalmannschafts – und Vereinskollegin, setzte sich damit erstmalig die Krone der Deutschen Meisterin im Damenflorett auf.

Im Herrenflorett nutzte der Bonner Moritz Kröplin die Chance, sich nochmals bei Bundestrainer Uli Schreck für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Der 23-jährige, der sich bereits 2012 den DM-Titel sichern konnte, marschierte zielstrebig und ungefährdet in die Finalrunde der besten Acht. Dort setzte er sich zunächst gegen den Hanauer Miko Brüggemann mit 15:6 durch. Im Halbfinale traf er auf den Lokalmatadoren Johann Gustinelli, den er mit 15:11 hinter sich ließ. Spannung bis zum letzten Treffer bot dann das Finale gegen den viermaligen Weltmeister Peter Joppich aus Koblenz. Der hatte ebenso souverän, wie auch Kröplin, das Finale erreicht, schickte sich an den Titel zum sechsten Mal mit nach Koblenz zu nehmen. Doch Moritz Kröplin machte Joppich mit dem entscheidenden Treffer zum 15:14 einen Strich durch die Rechnung.

Zunächst sah alles nach einem deutlichen Sieg des Bonner aus. Kröplin setzte sich mit bis zu sechs Treffern Vorsprung ab. Peter Joppich konterte, setzte Treffer für Treffer und glich in einem dramatischen Kampf zum 14:14 aus. Doch Moritz Kröplin blieb es vorbehalten, die „Lampe“ zum 15:14 anzuknipsen. „Es ist ein Etappenziel. Mein Plan ist es, in die Nationalmannschaft zu kommen“, erklärt Moritz Kröplin später. „Ich wollte heute den letzten Treffer, wollte die Entscheidung“, fügt er hinzu. Über seinen Finalgegner sagt er: „Wer Peter kennt, weiß, dass bei ihm ein Gefecht nie zu Ende ist. Daher war seine Aufholjagd auch fast zu erwarten. Ich bin natürlich froh, dass ich den Titel holen konnte“. Auf die kommenden Aufgaben angesprochen, meint der strahlende Sieger: „Ich will beim Weltcup in Havanna in 14 Tagen natürlich nochmal einen raushauen. Mein Ziel bleibt die Nominierung für EM und WM“.

Die Platzierungen:

Damenflorett: 1. Sandra Bingenheimer (FC Tauberbischofsheim), 2. Carolin Golubytskyi (FC Tauberbischofsheim), 3. Anne Sauer (FC Tauberbischofsheim), 3. Katja Wächter (FC Tauberbischofsheim), 5. Martina Zacke (SC Berlin), 6. Franziska Schmitz (OFC Bonn), 7. Kristin Behr (FC Tauberbischofsheim), 8. Inke Nehl (FC Tauberbischofsheim)

Herrenflorett: 1. Moritz Kröplin (OFC Bonn), 2. Peter Joppich (CTG Koblenz), 3. Sebastian Bachmann (FC Tauberbischofsheim), 3. Johann Gustinelli (FC Tauberbischofsheim), 5. Marius Braun (OFC Bonn), 6. Niklas Uftring (FC Tauberbischofsheim), 7. Dan Elsner (Heidenheimer SB), 8. Mirko Brüggemann (TFC Hanau)