Damendegen: Team-Silber beim Weltcup in Tallinn


DFB-Fechterinnen mit starker Leistung zum Saison-Auftakt

Im estnischen Tallinn traf sich die Degen-Elite der Damen zum ersten Weltcup der Saison. Im Team-Wettbewerb konnte sich die DFB-Equipe im Finale gegen Russland mit 43:37 einen verdienten zweiten Platz erkämpfen.

Die deutsche Mannschaft mit Alexandra Ndolo, Alexandra Ehler (beide Leverkusen) und Nadine Stahlberg (Heidenheim) sowie Laura Wetzker (Leverkusen) hatte einen ganz starken Tag erwischt:

Im Auftaktgefecht gegen Finnland konnten die Degen-Damen souverän überzeugen und holten sich mit 45:26 einen ungefährdeten Sieg zum Einzug in die Top16. Gegen den nächsten Gegner Ukraine folgte dann die erste Nervenschlacht: Das bis zum Ende ausgeglichene Match konnte Schlussfechterin Ndolo erst drei Sekunden vor Ablauf der Verlängerung mit 32:31 für das deutsche Team entscheiden. Das anschließende Viertelfinale gegen die Polinnen entschied das DFB-Quartett mit 40:32 für sich. Im Halbfinale trafen die Deutschen dann auf die starken Italienerinnen. Auch hier zahlte sich Ndolos Nervenstärke erneut aus, als sie beim zweiten Sudden Death des Tages die Oberhand behielt und das Team mit 32:31 ins Finale führte.

Dort wartete das russische Trio Aizanat Murtazaeva, Violetta Kolobova und Tatyana Andryushina, die zuvor das Team aus Korea mit 45:35 geschlagen hatten. Die DFB-Fechterinnen machten es den Russinnen nicht leicht und blieben im ersten Drittel des Matches stets auf Augenhöhe. Erst im zweiten Drittel schafften es die Russinnen, sich etwas abzusetzen, die Deutschen gerieten in Rückstand, den Ndolo im letzten Gefecht versuchte, aufzuholen und zehn Treffer setzen konnte. Aber auch die Russin konnte immer wieder punkten, sodass beim Endstand von 43:37 eine mehr als verdiente Silber-Platzierung für die deutschen Degen-Damen herauskam.

„Das war ein unglaublich starker Tag von unseren Fechterinnen“, erklärt DFB-Sportdirektor Sven Ressel. „Entgegen der PotAS-Analyse konnte unser Damendegen-Team zeigen, dass es eben doch enormes Potential besitzt. Wir sind heute so stolz auf diese Leistung und lassen uns nicht von diesem gemeinsamen Weg abbringen. Kein mathematisches und noch so ausgeklügeltes System kann sportliche Leistungen und Medaillen vorhersagen.“

Ergebnisse des Team-Wettbewerbs aus Tallin:

Platz 1: Russland
Platz 2: Deutschland
Platz 3: Italien

Zuvor gelang Ndolo, Ehler und Stahlberg in Tallinn im Einzel-Wettbewerb bereits der Sprung in die Top64: Ndolo sicherte sich Platz 24 von 246, Stahlberg wurde 44., Ehler 55.

Zeitgleich fand im schweizerischen Bern das Herrendegen-Pendant statt: Bei dem mit über 260 Teilnehmern stark besetzten Weltcup konnte Routinier Richard Schmidt (Tauberbischofsheim) Platz 19. erreichen. Im Team-Wettbewerb der Herren scheiterte die deutsche Herrendegen-Mannschaft viel zu früh am späteren Bronze-Gewinner Japan und wird am Ende 14. von 33 Teams.