Dormagener Doppelsieg in Grünwald


Die Dormagener Säbelspezialisten Anna Limbach und Max Hartung haben sich in Grünwald die nationalen Meister-Titel gesichert.

Anna Limbach verteidigte mit ihrem Finalsieg gegen Vereinskameradin Sibylle Klemm erfolgreich ihren DM-Titel, für Max Hartung war es der erstmalige Meisterschaftsgewinn in seiner sportlichen Karriere.

 

Fotos: Olaf Wolf

Etwas angeschlagen sei sie in den Wettkampf gegangen, berichtet die nunmehr zweimalige Deutsche Meisterin kurz nach der Siegerehrung. Zumindest in ihren Gefechten war davon wenig zu sehen. Mit deutlichen Siegen erreichte sie die Finalrunde der perfekt organisierten Deutschen Meisterschaften in Grünwald, besiegte dort zunächst Julika Funke vom FC Würth Künzelsau mit 15:11. Die viermalige Deutsche Meisterin Alexandra Bujdoso aus Koblenz konnte Anna Limbach im Halbfinale nicht aufhalten, musste sich am Ende mit 9:15 geschlagen geben. Auch das Finale gegen Team-Kollegin Sibylle Klemm, die bereits zwei Nationale Titel vorweisen kann, blieb lange offen. Schlussendlich setzte die alte und neue Deutsche Meisterin den entscheidenden Treffer, entschied das Gefecht mit 15:14 zu ihren Gunsten.

Gegen eine Vereinskameradin ist es immer ein Nervenkitzel, gegeneinander zu fechten“, sagt die 26-jährige später. „Der Sieg hier heute war für mich sehr wichtig. Er ist ein Schritt in Richtung Kontinentalausscheid. Dort will ich mich natürlich für die Olympischen Spiele qualifiziere“, so Anna Limbach weiter. Auf das Finalgefecht angesprochen, meint sie lächelnd: „Ich denke, mein Trainer war schon mit mir zufrieden“, gibt zu, anfänglich ein wenig nervös gewesen zu sein. Dem Ziel Rio de Janeiro ordnet die BWL-Studentin derzeitig alles andere unter. „Ich konzentriere mich voll auf das Training, werden in einer Woche bereits nach Seoul fliegen und dort an einem Trainingslager vor dem letzten Grand-Prix teilnehmen. Ich will das packen“, zeigt sie sich selbstbewusst.

Disziplintrainer Eero Lehmann seinerseits meint: „Es gab hier eigentlich keine Überraschungen. Erfreulich war, dass sich einige junge Leute vorn gezeigt haben. Das tut unserer Waffe auf jeden gut“.

Im Herrensäbel vermochte es im Kampf um die Podestplätze nur der Eislinger Maximilian Kindler, die Dormagener Dominanz, die sechs der acht Finalisten stellten, zu unterbrechen. Mit Björn Hübner (Tauberbischofsheim) hatte der 22-jährige einen der Top-Favoriten im Viertelfinale aus dem Rennen geworfen, fand dann aber im späteren Gesamt-Zweiten Benedikt Wagner seinen Bezwinger.

Es war unbedingt mein Ziel, hier zu gewinnen“, sagt der neue Deutsche Meister Max Hartung, der seinen Vereinskameraden Matyas Szabo als Titelträger ablöste, nach der Siegerehrung. „Die anderen wichtigen deutschen Turniere in München und Strasbourg habe ich alle schon gewonnen. Der DM-Titel fehlte mir noch in der Sammlung. Seit 2007 habe ich in der Finalrunde bei einer Meisterschaft gestanden, heute hat es mit dem Titel endlich geklappt. Und gegen Benedikt ist es immer ein schweres und enges Gefecht“, so der Dormagener weiter.

Der 26-jährige ließ von Beginn an wenig Zweifel an seinem Ziel aufkommen, jenen Titel zu erringen, gewann alle Gefechte deutlich. Viertelfinal-Kontrahent Robin Schrödter, Vereinskollege von Max Hartung, verlor mit 10:15, im Halbfinale zog anschließend mit Richard Hübers ein weiterer Dormagener gegen den WM-Dritten von Moskau mit 11:15 den Kürzeren. Im Finale lieferten sich Max Hartung und Vereinskamerad Benedikt Wagner ein spannendes Finalgefecht, das Hartung am Ende mit 15:13 für sich entschied. Für ihn sei wichtig gewesen, dass er entspannt und locker in den Wettkampftag gehen konnte. „Seit die Olympiateilnahme für mich klar ist, kann ich das Ganze genießen und frei fechten. Natürlich habe ich dadurch einige Vorteile gegenüber meinen Gegnern“, berichtet er. Auch er sei nicht ganz beschwerdefrei in Grünwald angereist, schlage sich mit Knieproblemen herum. „Ich habe mich in den letzten Wochen deswegen so ein wenig von Turnier zu Turnier gehangelt. Wichtig ist, dass ich jetzt auch diesen Titel habe“, meint Max Hartung abschließend.

Sein Trainer Vilmos Szabo erklärt in kurzen Worten: „Man hat gesehen, dass Max unbedingt gewinnen wollte. Das war für ihn und die anderen Finalisten bei einer prima organisierten Meisterschaft mit einem Klasse Ambiente noch mal ein wichtiger Trainingswettkampf vor dem Grand-Prix in Seoul in zwei Wochen“.

Die Platzierungen:

Damensäbel: 1. Anna Limbach (TSV Bayer Dormagen), 2. Sibylle Klemm (TSV Bayer Dormagen), 3. Alexandra Bujdoso (KSC Koblenz), 3. Ann-Sophie Kindler (TSG Eislingen), 5. Kira Eifler (FC Tauberbischofsheim), 6. Judith Kusian (TSV Bayer Dormagen), 7. Julika Funke (FC Würth Künzelsau), 8. Larissa Eifler (TV Wetzlar)

Herrensäbel: 1. Max Hartung (TSV Bayer Dormagen), 2. Benedikt Wagner (TSV Bayer Dormagen), 3. Maximilian Kindler (TSG Eislingen), 3. Richard Hübers (TSV Bayer Dormagen), 5. Matyas Szabo (TSV Bayer Dormagen), 6. Björn Hübner (FC Tauberbischofsheim), 7. Robin Schrödter (TSV Bayer Dormagen), 8. Domenik Koch (TSV Bayer Dormagen)