Ergebnisse vom Herrenflorett-JWC in Leszno


Weinheimer Laurenz Rieger holt Platz 8 im Einzel, Mannschaft wird Vierter

Im polnischen Leszno fand am vergangenen Wochenende der erste Juniorenweltcup im Herrenflorett statt.

Am ersten Wettkampftag starteten 182 Athleten in den Einzelwettbewerb. Sechs DFB-Jungs konnten sich für das Haupttableau der besten 64 qualifizieren. Besonders weit ging es für Laurenz Rieger (Weinheim): Er konnte sich unter die letzten acht kämpfen, musste allerdings auf dem Weg dahin zwei Deutsche aus dem Rennen kegeln. Nach Siegen gegen den Briten Jarvie und den Polen Ossentowski konnte er Bastian Kappus (Tauberbischofsheim) mit 15:8 frühzeitig aussortieren, im Gefecht der letzten 16 zog auch Arwen Borowiak gegen Rieger mit 15:9 den kürzeren. Im Tableau der letzten acht traf Rieger dann auf den späteren Sieger, den Amerikaner Chase Emmer. Das hätte allerdings auch anders ausgehen können: nur zwei Treffer trennten ihn vom Einzug ins Halbfinale – Platz 8 am Ende für ihn.

Weitere Top-Platzierungen: Paul-Luca Faul und Arwen Borowiak (bei Tauberbischofsheim) erreichen beide die Top 16 und holen am Ende die Plätze 11 und 14, Nils Alexander Fabinger (Moers) wird 18., Bastian Kappus (Tauberbischofsheim) erreicht Platz 24.

Bundestrainer Nachwuchs Richard Junghanns schätzt die Leistungen des Wochenendes ein: „Natürlich ein sehr gutes Gesamtergebnis. Mit Laurenz in den Top 8 und je zwei Fechtern in den Top16 und Top32 ist es von der Gesamtleistung wirklich zufriedenstellend. Dass ein paar Jungs in der Runde schon ausgeschieden sind war nicht nötig, da sie einen deutlich höheren Leistungsstand haben. Für die fünf Top-Platzierten war dieses Ergebnis jetzt aber auch der nächste Schritt: Da haben wir uns jeweils Meilensteine vorgenommen und konnten diese auch erreichen. Für Nils Fabinger sicherlich schade, er hätte sicher noch mehr machen können. Er war gut gesetzt, ist sauber durch die Runde marschiert und verliert dann etwas unglücklich und vor allem auch unnötig gegen den Italiener. Er hat schon hoch geführt, hat sich dann rausbringen lassen und konnte es am Schluss dann nicht mehr drehen. Da wäre die Chance da gewesen, auch noch in Richtung Top 8 zu gehen. Laurenz hat den ganzen Tag über gut gefochten, auch gegen Emmer war es ein knappes Ding, da lag er schon in Führung. Aber am Ende muss man sagen: Ein Top-Ergebnis jetzt zu Beginn mit dem ersten Weltcup nach so langer Zeit. Da sieht man, dass wir im Training in der Zwischenzeit einiges richtig gemacht haben und die Niveaus entsprechend erhöht haben.“

Am nächsten Tag startete das Team in der Aufstellung Rieger, Fabinger, Faul und David Liebscher (Bonn) in den Mannschafts-Wettbewerb. Erster Gegner war das Team aus Polen, dass mit 45:39 besiegt werden konnte. Danach traf die DFB-Equipe auf die Italiener, die mit einer disziplinierten Mannschaftsleistung 45:38 niedergerungen werden konnten. Halbfinale für die Deutschen, aber mit den USA kein leichter Gegner: nach einer Führung im ersten Drittel des Gefechts für das deutsche Team konnten sich die Amerikaner dann am Ende etwas absetzen und gewannen mit 45:37. Bronze wäre eine großartige Belohnung gewesen, allerdings haben ambitionierte Russen dies in Leszno verhindert – nach dem 45:33-Resultat hieß es am Ende Platz vier für die deutsche U20-Mannschaft.

„Platz vier, so sagt man, ist ja immer bitter, aber ins Halbfinale zu kommen ist erst einmal ein Riesenerfolg“, meint Junghanns im Anschluss. „Das soll jetzt aber kein einmaliges Erlebnis bleiben. Das muss der Auftakt sein, so ein Ergebnis auch häufiger zu schaffen. Für die Jungs steckt das auf jeden Fall drin, sie haben sich da vor allem mit einer sehr geschlossenen Mannschaftsleistung hingearbeitet. Es war aber auch eine super Teamleistung vom gesamten Aufgebot, also allen 12 Fechtern und auch den Trainer-Kollegen aus Weinheim. Vor allem Marco Folgori sei hier erwähnt, der sich extrem in den Dienst des Teams gestellt hat und nicht nur seine eigenen Schüler, sondern auch die anderen Fechter des deutschen Teams betreut hat – so konnten wir in Leszno auch wirklich geschlossen auftreten. Wir hatten ein super Auftaktgefecht gegen Polen, was keine einfache Aufgabe ist, und sehr sehr gut und taktisch diszipliniert gegen Italien gefochten. Für den kommenden Weltcup ist das natürlich eine bessere Ausganslage: wir verbessern unsere Weltranglisten-Position, somit können wir mit einem günstigeren Los für´s 16er-Tableau rechnen. Aber im 8er können wir uns wieder auf ein hartes Match einstellen. Ich bin gespannt und freue mich darauf!“