Fecht-EM Tiflis: Florett-Herren Vierte, Säblerinnen auf Platz acht

Für die deutschen Florett-Herren hätte es fast Edelmetall gegeben. Ganze fünf Treffer fehlten ihnen am Ende zum Gewinn der Bronzemedaille. Für die Säbelfechterinnen hieß es Rang acht im Gesamtklassement.

Fotos: Augusto Bizzi

Mit dem vierten Rang in der Team-Entscheidung haben die deutschen Florett-Spezialisten zwar einen Podiumsplatz verpasst, sich dennoch erfreulich stark präsentiert. Peter Joppich (Koblenz), Andre Sanita (Bonn), Benjamin Kleibrink und Alexander Kahl (beide Tauberbischofsheim) starteten zunächst mit einem klaren 45:30 in den Wettkampftag. Mitfavorit Großbritannien wurde im Viertelfinale mit 45:39 besiegt, womit das Halbfinale erreicht war. Gegner war hier Dauerkonkurrent Frankreich, seines Zeichens Olympia-Zweiter von Rio. Die wurden gegen die Deutschen ihrer Favoritenrolle gerecht, siegten am Ende mit 45:26. Im „kleinen Finale“ um Platz drei standen Joppich, Kleibrink und Co. Italien gegenüber, denen sie nach großem Kampf knapp mit 40:45 unterlagen.

Gegen die Italiener haben die Jungs bravourös gekämpft“, erklärt Sportdirektor Sven Ressel nach dem Gefecht. „Insgesamt hat sich die Mannschaft super präsentiert. Ich glaube, dass sie nun in Sachen Olympia 2020 Schwung aufgenommen haben.

Bundestrainer Uli Schreck sagt Seinerseits: „Mit dem vierten Platz können wir zufrieden sein. Gegen Dänemark haben die vier ihre Pflichtaufgabe erfüllt, auch die Hürde England genommen. Gegen Frankreich waren wir chancenlos. Aber gegen Italien haben wir uns nochmals gut verkauft, haben es nach hinten heraus noch mal spannende gemacht. Vom Papier her waren wir sicher nicht ganz ebenbürtig. Die Truppe kann mit dem vierten Platz zufrieden sein.

Titelträger in der Herrenflorett-Entscheidung wurde Frankreich durch einen 45:43 gegen Olympiasieger Russland. Eine Schrecksekunde erlebten die deutschen Säbelfechterinnen bereits im ersten Mannschaftskampf gegen Weißrussland. Die Dormagenerin Judith Kusian zog sich hier eine Bänderverletzung am linken Fuß zu, konnte damit nicht mehr weiterfechten. Davon ließ sich das verbliebene Trio um Anna Limbach, Lea Krüger (beide Dormagen) und Ann-Sophie Kindler (Eislingen) wenig beeindrucken, besiegte die Weißrussinnen mit 45:40. Olympiasieger Russland brachten sie im folgenden Viertelfinale an den Rand einer Niederlage, hielten das Gefecht bis zuletzt offen. Mit einem knappen 45:41 gewannen die Russinnen den Kampf, zogen damit in das Halbfinale ein. In den folgenden Platzierungsgefechten mussten sich die Schützlinge von Bundestrainer Pierre Guichot dann zunächst der Ukraine mit 28:45 beugen, verloren danach gegen Polen mit 39:45 und belegten am Ende Rang acht.

Die Mannschaft hat sich hier gut präsentiert“, bilanziert Sportdirektor Sven Ressel über das Säbel-Team. „Das gilt vor allem angesichts der Tatsache, dass sich Judith Kusian im ersten Gefecht verletzt hat. Beeindruckend war der Kampf gegen Russland im Viertelfinale. Da war sogar einen Siegchance drin. Ich denke, dass wir hier ein Team mit Perspektive haben“, fügt er hinzu.

Der EM-Titel im Damensäbel ging an Italien, die sich im Finale gegen Russland 45:44 mit durchsetzten.

Die Platzierungen:

Herrenflorett: 1. Frankreich, 2. Russland, 3. Italien, 4. Deutschland, 5. Polen, 6. Ukraine, 7. Großbritannien, 8. Türkei

Damensäbel: 1. Italien, 2. Russland, 3. Frankreich, 4. Ungarn, 5. Ukraine, 6. Spanien, 7. Polen, 8. Deutschland