Fecht-WM: Licht und Schatten bei Team-Entscheidungen des ersten Tages

Der erste Tag der Mannschaftsentscheidungen bei den Fecht-Weltmeisterschaften in Leipzig bot den deutschen Besuchern Licht und Schatten. Das Damenflorett-Team überzeugte mit einem guten vierten Platz, die Säbel-Herren mussten sich mit Rang neun begnügen.

Foto: Augusto Bizzi

Das deutsche Florett- Quartett in der Besetzung Carolin Golubytskyi, Anne Sauer, Leonie Ebert und Eva Hampel (alle Tauberbischofsheim) starteten in Leipzig mit einem ungefährdeten 45:22 gegen Thailand. Mit einem starken Endspurt setzten sich die vier im Viertelfinale gegen Frankreich mit 45:40 durch, standen damit im Halbfinale. Italien erwies sich auch in Leipzig als unüberwindbar, gewann gegen die Deutschen mit 45:34. Die Vertretung Russlands, die im 2. Halbfinale gegen die USA mit 42:45 den Kürzeren gezogen hatte, behielt im „kleinen Finale“ gegen Golubytskyi, Sauer und Co. Oberhand, siegte am Ende mit 45:29 gegen die deutsche Equipe.

Italien ist sicher zu weit weg von uns. Aber gegen Russland haben wir uns schon eine kleine Chance ausgerechnet. Es hat heute nicht sollen sein. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem Team“, sagt Sportdirektor kurze Zeit später. „Die Mädchen messen sich immer mehr mit den ganz großen im Halbfinale. Das zeigt, dass wir uns weiterentwickeln. Ich bin mir sicher, dass wir den nun den nächsten Schritt machen werden. Das Team hat sich hier insgesamt sehr gut verkauft“, so Sven Ressel weiter.

Italien setzte sich im Finale erwartungsgemäß gegen die USA mit 45:25 durch und sicherte sich damit den WM-Titel im Damenflorett.

Einige Sprachlosigkeit herrschte nach dem verlorenen Achtelfinalgefecht gegen Frankreich. Deren Schlussfechter Vincent Anstett hatte einen 27:40-Rückstand im letzten Gefecht gegen Europameister Max Hartung gedreht und den Kampf mit 45:44 zu Gunsten der Equipe Tricolore entschieden. „Das kann sicher auch einem Weltklassefechter wie Max Hartung passieren. Aber er steht wieder auf. Davon bin ich fest überzeugt“, erklärt Sven Ressel. „Ich kann es auch nicht erklären“, blickt Bundestrainer Vilmos Szabo auf diesen denkwürdigen Kampf zurück. „Ich glaube, er hat selber nicht gedacht, dass er so viele Treffer bekommt. Das war wie ein Black Out“, ergänzt er.

Thailand war im Auftakt-Match keine ersthafte Bedrohung, wurde mit 45:17 besiegt. Nach dem verlorenen Kampf gegen Frankreich zeigten die Jungs Moral, gewannen die noch folgenden Gefechte. Kanada wurde mit 45:33 bezwungen, Weißrussland musste sich Benedikt Wagner, Max Hartung, Matyas Szabo und Richard Hübers (alle Dormagen) mit 32:45 beugen. Im abschließenden Kampf um Rang neun gewannen sie gegen die Ukraine ebenso deutlich mit 45:29.

Titelträger im Herrensäbel wurde die Vertretung Südkoreas, die im Finale Ungarn mit 45:22 besiegten.

Die Platzierungen:

Damenflorett: 1. Italien, 2. USA, 3. Russland, 4. Deutschland, 5. Frankreich, 6. Kanada, 7. China, 8. Japan

Herrensäbel: 1. Südkorea, 2. Ungarn, 3. Italien, 4. USA, 5. Iran, 6. Rumänien, 7. Frankreich, 8. Russland, 9. Deutschland