Guichot: "Unser Ziel ist Platz 9"


In welchen Bereichen sieht Damensäbel Bundestrainer Pierre Guichot die Probleme? Das alles im nächsten Interview.

Wie bewerten Sie die Weltmeisterschaft im Einzel und im Team?

Mit einer Platzierung unten den letzten 32 hat Anna Limbach bei dieser WM enttäuscht. Unsere beiden jungen Fechterinnen Julika Funke und Elisabeth Gette haben sich hingegen gut geschlagen. Julika hat im 64er nur knapp mit 13:15 verloren - das ist etwas, worauf wir aufbauen können. Ann-Sophie Kindler konnte aufgrund ihrer Verletzung, die sie sich vor der EM zugezogen hat nicht richtig trainieren und konnte ihre volle Leistung nicht abrufen. Mit dem Ergebnis der Mannschaft bin ich zufrieden, auch wenn es nur ein 11. Platz war. Während des gesamten Teamwettbewerbs war das Engagement für den Wettkampf sehr hoch. Ehrgeiz, Atmosphäre und Teamgeist haben gestimmt. Wenn du vorher im 16er verloren hast, ist es schwer, sich wieder zu motivieren, aber das Team hat es geschafft. Unsere langfristige Aufgabe ist es, den 9. Platz zu erreichen.

Welche Probleme sehen Sie im Bereich Damensäbel?

Zum einen trainieren wir nicht oft genug zusammen, aber um besser zu werden, müssen wir das. Zum anderen sehe ich nicht genügend starke Fechterinnen in Deutschland. Dieses Problem ist aber nicht erst gestern entstanden, sondern schon vor längerer Zeit.

Was denken Sie über den Nachwuchs in Deutschland?

Ich möchte nicht pessimistisch sein, aber das Problem ist, dass ich momentan noch keine starken Fechterinnen sehe, weder im A-Jugend oder jüngeren Jahrgang. Für die Zukunft bin ich da etwas besorgt. Wir haben zwar momentan eine junge Truppe, aber mit denen können wir realistisch erst Olympia 2024 anvisieren, allerdings werden wir für Olympia 2020 bis zum Schluss kämpfen.