Das deutsche Team (v.l.n.r.): Laurenz Rieger, Tom Löhr, Trainer Richard Junghanns, Markus Praus, Nils Fabinger

Herrenflorett: U20-Weltcup in Leszno


Drei Fechter unter den letzten 64, Team holt Platz 6

Nils Fabinger mit Vizepräsident Internationales, Dieter Lammer, und der Jubiläums-Medaille der FIE

Im polnischen Leszno starteten an diesem Wochenende die Herrenflorett-Junioren. Unter 182 Startern aus 32 Nationen konnte Markus Praus (Berlin) den 43. Platz erkämpfen. Arwen Borowiak und Bastian Kappus (beide Tauberbischofsheim) kamen auf die Plätze 52 und 56.

Nachwuchs-Bundestrainer Richard Junghanns ist nicht zufrieden mit den Einzelleistungen: „Von allen Fechtern viel zu wenig! Wieder wurden oftmals hervorragende Vorrunden gefochten aber dann gegen teils deutlich schwächere Fechter zu früh verloren. Wir erarbeiten uns immer wieder gute Ausgangspositionen, aber kriegen diese Leistung nicht in das K.O. übertragen, so dass wir uns dann mit den wirklich guten Fechtern gar nicht erst messen können. Das war kollektiv zu wenig, vor allem, da die Leistungsfähigkeit vieler Fechter deutlich nachweisbar ist. Ich spreche da von Praus, Borowiak, Fabinger, Löhr, Rieger, Schramm im Speziellen. Sie haben gute Runden gefochten, aber dann gegen einen Chilenen (Löhr), Briten (Schramm, Praus) oder schlagbare Russen (Rieger, Borowiak) verloren. Das kann uns nicht zufrieden stellen, gerade im Hinblick auf die Höhepunkte. Im Einzel sind wir da leider Spitzenergebnisse – bis auf Moritz Renner (Top 8 in London) – schuldig geblieben.“

Am zweiten Tag, dem Team-Wettbewerb, musste der Bundestrainer verletzungsbedingt auf Arwen Borowiak und Nils Schramm verzichten. Zur Aufstellung sagt Junghanns: „Dazu habe ich auf Bastian Kappus verzichtet, der sich auf seine Entwicklung bei den Kadetten konzentrieren soll.“ Es starten somit Nils Alexander Fabinger (Moers), Tom-Florin Löhr (Münster), Markus Praus und Laurenz Rieger (Weinheim) im Team-Wettbewerb und mit einem starken Sieg gegen die besser gesetzten Chilenen mit 45:19. Im Gefecht um den Einzug ins Halbfinale unterliegen sie allerdings Frankreich mit 45:33. In den Platzierungsgefechten setzt sich das deutsche Team zunächst gegen die Kanadier mit 45:37 durch. Ein enges Match wird es dann gegen Ungarn: mit 45:40 verlieren die Jungs knapp und landen am Ende auf einem verdienten sechsten Platz.

Trainer Junghanns findet am zweiten Tag versöhnliche Worte nach der Team-Leistung: „Mit Platz sechs ein hervorragendes, aber kein voll zufriedenstellendes Ergebnis. Gegen Chile waren die Jungs sehr sehr gut und haben deutlich gewonnen! Wir haben aus unserem nervösen Beginn in Aix-en-Provence gegen Holland gelernt und sind heiß in das Gefecht gegangen und haben die Chilenen klar dominiert. Gegen Frankreich haben wir hervorragend mitgehalten, waren bis zum 7. Gefecht in Schlagdistanz, aber mussten uns dann geschlagen geben. An einem perfekten Tag haben wir immer mal die Möglichkeit solche Teams vor Probleme zu stellen. Gegen Kanada dann nach kurzer Schwäche-Phase doch gut gewonnen und gegen Ungarn in einem vor allem zu Beginn äußerst hektischen Gefecht verloren. Das ungarische Team hat sehr provokativ gefochten und die Kampfrichter haben sich aus meiner Sicht von der provokanten Art der Ungarn leider zu stark beeinflussen lassen. Das hat uns viel mentale Kraft gekostet so dass uns nach langer Führung (3. bis Beginn des 9. Gefechts) etwas die Puste ausging. Daran müssen wir arbeiten.“

Schönes Nebenereignis: Nils Fabinger hat beim FIE-Test des Fechtens ohne ungültige Lampe das Turnier mit polnischer, kanadischer, türkischer und deutscher Beteiligung gewonnen und erhielt als Dank und Lohn die FIE Jubiläums-Medaille (s. Foto).

Die Sieger aus Leszno:

Einzel:

1. Platz: Dmitrii Osipov (Russland)

2. Platz: Armand Spichiger (Frankreich)

3. Platz: Tommaso Marini (Italien) und Rafael Savin (Frankreich)

 

Mannschaft:

1. Platz: Italien

2. Platz: USA

3. Platz: Frankreich