JEM Plovdiv: Bronze im Herrendegen

Degenfechter Rico Braun (Tauberbischofsheim) hat bei den Junioren-Europameisterschaften in Plovdiv Bronze erkämpft. Im Damenflorett verpasste Leonie Ebert mit Rang fünf nur knapp das Podium.

Fotos: Augusto Bizzi

„Das war den ganzen Tag über eine bärenstarke Leistung“, attestiert Delegationsleiter Olaf Kawald dem jungen Tauberbischofsheimer. „Und da war sogar das Finale drin“, fügt er hinzu. Erwartungsgemäß hatte Rico Braun die Hauptrunde der Junioren-EM erreicht, zeigte in den folgernden Gefechten keine Schwächen. Achtelfinalkontrahent Romain Cannone aus Frankreich wurde zum echten Prüfstein, hielt den Kampf lange offen. Doch der Tauberbischofsheimer setzte am Ende den entscheidenden Treffer zum 15:14, stand damit in der Finalrunde. Der Belgier Nicolas Poncin hatte dem Schützling on Bundestrainer Mario Böttcher wenig entgegenzusetzen, musste sich mit 7:15 geschlagen geben. Spannend blieb das Halbfinalgefecht gegen den Tschechen Jacub Jurka. „Das war nichts für schwache Nerven“, blickt Olaf Kawald zurück. Jurka machte beim Stand von 14:14 die berühmte „Lampe an“, stand damit im Finale, das er wenig später gegen den Italiener Federico Vismara mit 15:3 gewann. „Rico war den ganzen Tag sehr nervenstark, hat einen tollen Wettkampf hier abgeliefert. Schade, das es nicht in Sachen Finale gereicht hat“, so das Resümee des Delegations-Chefs.

Lobende Worte findet der auch für den Solinger Max Busch. Der 20-jährige schaffte ebenfalls den Sprung in das Achtelfinale, schied hier nach einem 3:15 gegen den späteren Gesamt-Zweiten Federico Vismara in der Vorschlussrunde aus. „Der zehnte Platz ist für ihn und unsere Herrendegen-Truppe ebenfalls ein gutes Ergebnis“, sagt Olaf Kawald.

Neben Rico Braun und Max Busch schafften auch Lukas Knechtl und Samuel Unterhauser (beide Tauberbischofsheim) den Sprung in das Hauptfeld, schieden allerdings im Tableau der letzten 64 vorzeitig aus. Sie belegten am Ende die Positionen 36 und 45.

Leonie hat hier einen überzeugenden Wettkampf abgeliefert. Leider waren im Viertelfinale gegen Abdrakhmanova einige aus unserer Sicht doch etwas strittige Entscheidungen dabei, die eben nicht zu Leonies Gunsten getroffen wurden“, blickt Olaf Kawald zurück. Mit makelloser Bilanz hatte die erst 17-jährige aus Tauberbischofsheim den Direktausscheid erreicht, bis zum Viertelfinale die Konkurrenz auf Distanz gehalten. Gegnerin Adelina Abdrakhmanova aus Russland, ihres Zeichens Weltranglisten-Erste bei den Juniorinnen, beendete den Kampf mit 15:9 zu ihren Gunsten, stand damit im Halbfinale der Junioren-EM. „Leonie hat sich hier toll präsentiert und hat ja mit der Mannschaft noch eine Chance auf Edelmetall“, erklärt Olaf Kawald abschließend.

Die weiteren deutschen Vertreterinnen schieden bereits in der Runde der letzten 64 aus. Zsofia Posgay aus Stuttgart reihte sich am Ende auf Platz 35 ein, Sophia Werner (Berlin) und Julia Braun (Bonn) belegten die Positionen 40 und 48 im Gesamtklassement.

Marta Martyanova gewann das rein russische Finalgefecht gegen die Ebert-Bezwingerin Adelina Abdrakhmanova mit 15:12 und durfte sich damit als Junioren-Europameisterin feiern lassen.

Die Platzierungen:

JEM Plovdiv – Herrendegen (106 Teilnehmer): 1. Jacub Jurka (Tschechien), 2. Federico Vismara (Italien), 3. Rico Braun (FC Tauberbischofsheim), 3. Valerio Cuomo (Italien), 5. Cosimo Martini (Italien), 6. Jacob Pizenberg (Israel), 7. Maciej Bielec (Polen), 8. Nicolas Poncin (Belgien), 10. Max Busch (Solinger TB), 36. Lukas Knechtl (FC Tauberbischofsheim), 45. Samuel Unterhauser (FC Tauberbischofsheim)

JEM Plovdiv – Damenflorett (61 Teilnehmerinnen): 1. Marta Martyanova (Russland), 2. Adelina Abdrakhmanova (Russland), 3. Julia Walczyk (Polen), 3. Victoria Yusova (Russland), 5. Leonie Ebert (FC Tauberbischofsheim), 6. Renata Tomczak (Polen), 7. Elena Tangherlini (Italien), 8. Ester Schreiber (Schweden), 35. Zsofia Posgay (PSV Stuttgart), 40. Sophia Werner (OSC Berlin), 48. Julia Braun (OFC Bonn)