JEM Plovdiv: Lorenz Kempf Achter im Herrensäbel

Der Dormagener Säbelspezialist Lorenz Kempf hat bei den Junioren-Europameisterschaften in Plovdiv nur knapp eine Medaille verpasst. Im Damendegen überzeugte Kim Treudt-Gösser mit Rang 15.

Fotos: Augusto Bizzi

Erst der Italiener Dario Cavaliere wurde für den 19-jährigen Lorenz Kempf aus der Säbelhochburg Dormagen in Plovdiv zum Stolperstein. Bereits mehrfach hatte der Schützling von Junioren-Bundestrainer Dan Costache in dieser Saison international überzeugt, zeigte im Turnierverlauf keine Schwächen. Seine Konkurrenten schickte er mit klaren Siegen von der Bahn, stand nach einem deutlichen 15:10 gegen Gherardo Caranti in der Runde der letzten acht. Dessen Landsmann erwies sich dann im Viertelfinalkampf, zumindest am gestrigen Tag, als unüberwindbar, setzte sich schlussendlich mit 15:11 gegen den Dormagener durch.

Ich bin dennoch zufrieden, Lorenz, aber auch die anderen Jungs haben gekämpft und alles gegeben“, erklärt Dan Costache später. Von „jenen anderen“ schaffte Raoul Bonah (Dormagen) den Sprung in das Achtelfinale, musste sich hier dem starken Russen Konstantin Lokhanov mit 9:15 beugen. Bruder Luis Bonah hatte es im Tableau der letzten 32 mit dem späteren Europameister Vladislav Pozdnyakov (Russland) zu tun, dem er knapp mit 13:15 unterlag. Simon Rapp (Eislingen) als vierter deutscher Vertreter reihte sich am Ende auf Position 60 ein. „Die wichtigste Erkenntnis war für mich, dass die Jungs gegenüber dem Vorjahr einen großen Sprung nach vorn gemacht haben. Ihr Kampfgeist war unverkennbar und sie haben alles gegeben. Angesichts der Konkurrenz gehen die Ergebnisse auf jeden Fall in Ordnung“, so Dan Costache abschließend.

Vladislav Pozdnyakov gewann auch den finalen Kampf um den Titel. Er setzte sich im Goldgefecht gegen den Kempf-Bezwinger Dario Cavaliere mit 15:12 durch.

In der Damendegen-Entscheidung war die Solingerin Kim Treudt-Gösser knapp an der Finalrunde dran. Sicher hatte sie die Hauptrunde erreicht und ließ bis zum Achtelfinale nichts anbrennen. Dort traf sie auf die Italienerin Allessandra Bozza, der sie am Ende mit 5:15 unterlag. Vanessa Riedmüller und Sophia Weitbrecht (beide Heidenheim) qualifizierten sich für das Tableau der letzten 32, schieden nach Niederlagen in dieser Runde aus. Für die Tauberbischofsheimerin Karina Mantai war bereits in 64-er Tableau Schluss. „Die Mädchen hatten teils schwere Läufe, haben dennoch gekämpft. Von Enttäuschung kann keinesfalls die Rede sein. Sicher war vielleicht noch ein wenig mehr drin. Eine Finalrundenplatzierung wäre sicher nicht unverdient gewesen“, so Delegationsleiter Olaf Kawald.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass in allen Waffen gut gearbeitet wird. In fünf Waffen waren wir in den Top acht vertreten. Sicher kann es immer ein bisschen besser gehen, aber wir haben uns insgesamt gut präsentiert“, fasst Kawald die Einzelentscheidungen zusammen.

Der Titel ging im Damendegen an Vera Maia Devi Kanevski (Israel), die sich im Finale gegen Inna Brovko (Ukraine) mit 15:13 durchsetzte.

Die Platzierungen: JEM Plovdiv – Herrensäbel (64 Teilnehmer): 1. Vladislav Pozdnyakov (Russland), 2. Dario Cavaliere (Italien), 3. Konstantin Lokhanov (Russland), 3. Leonardo Dreossi (Italien), 5. Anatoli Kostenko (Russland), 6. Karol Lademann (Polen), 6. Tamas Galgoczy (Ungarn), 8. Lorenz Kempf (TSV Bayer Dormagen), 13. Raoul Bonah (TSV Bayer Dormagen), 32. Luis Bonah (TSV Bayer Dormagen), 60. Simon Rapp (TSG Eislingen)

JEM Plovdiv – Damendegen (87 Teilnehmerinnen): 1. Vera Maia Devi Kanevski (Israel), 2. Inna Brovko (Ukraine), 3. Camille Nabeth (Frankreich), 3. Allessandra Bozza (Italien), 5. Jovana Zivanovic (Serbien), 6. Nikol Gavrilenko (Israel), 7. Zsuzsa Schlier (Rumänien), 8. Yana Botvinik (Israel), 15. Kim Treudt-Gösser (Fechtzentrum Solingen), 18. Vanessa Riedmüller (Heidenheimer SB), 32. Sophia Weitbrecht (Heidenheimer SB), 44. Karina Mantai (FC Tauberbischofsheim)