JEM Sotschi: Leonie Ebert erkämpft Silber


Die Tauberbischofsheimerin Leonie Ebert hat bei den Junioren-Europameisterschaften in Sotschi im Damenflorett Silber erkämpft. Degenfechter Paul Veltrup verpasste knapp die Finalrunde.

Fotos: Augusto Bizzi

Am Ende fehlte Leonie Ebert die Winzigkeit eines Treffers zum Gewinn der Goldmedaille bei der JEM in der russischen Schwarzmeerstadt. Den setzte die Italienerin Martina Favaretto, entschied das bis zum Schluss spannende Finalgefecht mit 15:14 zu ihren Gunsten. Zuvor stellte die 18-jährige ihre internationale Klasse unter Beweis. Nach makelloser Vorrundenbilanz an Position zwei gesetzt, beendete sie alle Gefechte bis zum Finale mit weniger als 10 Gegentreffern. Die Ungarin Nora Hajas distanzierte sie im Viertelfinale mit 15:5, Victoria Yusova blieb im Halbfinale chancenlos und unterlag deutlich mit 7:15. „Dass Leonie eine Medaille macht, haben viele erwartet. Aber das ist kein Selbstläufer. Sie hat dem Druck standgehalten und Fechten auf absolut höchstem Niveau gezeigt“, bilanziert Markus Hartelt, stellvertretender Delegationsleiter in Sotschi. „Das es am Ende nicht der Titel geworden ist, ist sehr bitter, da die 14:15-Niederlage extrem unglücklich war. Trotzdem freuen wir uns auch riesig über den Vizeeuropameistertitel von Leonie“, fügt er hinzu.

Und auch die anderen Florett-Juniorinnen hinterließen in Sotschi einen guten Eindruck. Die Stuttgarterin Zsofia Posgay focht sich souverän bis in das Achtelfinale, musste sich erst hier der Polin Katarzyna Matysiak mit 9:15 geschlagen geben, belegte am Ende einen guten zehnten Platz. Sophia Werner (Berlin) und Caroline Schmitz (Bonn) zogen in die Runde der letzten 32 ein, fanden schieden dort nach Niederlagen aus. „Das ganze Team hat hier eine geschlossen gute Mannschaftsleistung gezeigt. Alle haben die Runde souverän gemeistert und sich im 64er-Tableau durchgesetzt. Sophie und Karoline haben 32er-Tableau dann leider kein Mittel gegen ihre Gegnerinnen gefunden. Zsofia hat ein starkes Turnier gefochten und mit Rang 10 ein sehr gutes Ergebnis erreicht“, fasst Markus Hartelt zusammen.

In der Herrendegen-Entscheidung überzeugte erneut der Krefelder Paul Veltrup. Nach zwei starken Wettkampftagen bei den Kadetten, die ihm Bronze im Einzel und Silber mit dem Team bescherten, mischte er auch bei den Junioren fleißig mit. Erst der Este Ruslan Eskov vermochte es im Achtelfinale, die Siegesserie des 17-jährigen zu beenden, zog nach einem 15:9 gegen den Krefelder in die Finalrunde ein. Für Paul Veltrup stand am Ende ein sehr guter Rang 11 auf dem Ergebnis-Tableau. Die drei weiteren deutschen Vertreter schieden allerdings frühzeitig aus. Tobias Weckerle schaffte den Sprung in die Runde der letzten 64, verlor hier gegen Linus Islas Flygare aus Schweden mit 8:15. Für Dean Müller und Jonas Gudera war bereits vorher Schluss. „Paul hat trotz der Belastung bei den Kadetten und seinen beiden Medaillenerfolgen sehr konzentriert gefochten und unterstrichen, dass sein Ergebnis beim Junioren-Weltcup in Heraklion nicht von ungefähr kam. Er gehört auch bei den Junioren mit seinem elften Platz zu den Top 12 in Europa. Das hat absoluten Respekt verdient“, so die Bilanz von Markus Hartelt.

Sieger in der Herrendegen-Entscheidung wurde die Italiener Davide di Veroli, der sich im Finale gegen David Nagy (Ungarn) mit 15:8 durchsetzte.

Die Platzierungen:

JEM Sotschi – Damenflorett (57 Teilnehmerinnen) 1. Martina Favaretto (Italien), 2. Leonie Ebert (FC Tauberbischofsheim), 3. Victoria Yusova (Russland), 3. Marta Martyanova (Russland), 5. Eva Lacheray (Frankreich), 6. Alexandra Sunduchkova (Russland), 7. Nora Hajas (Ungarn), 8. Katarzyna Matysiak (Polen), 10. Zsofia Posgay (PSV Stuttgart), 17. Sophia Werner (OSC Berlin), 28. Karoline Schmitz (OFC Bonn)

JEM Sotschi – Herrendegen (91 Teilnehmer): 1. Davide di Veroli (Italien), 2. David Nagy (Ungarn), 3. Arthur Philippe (Frankreich), 3. Alexander Biro (Österreich), 5. Giacomo Paolini (Italien), 6. Neisser Loyola (Belgien), 7. Ruslan Eskov (Estland), 8. Valerio Cuomo (Italien), 11. Paul Veltrup (Fecht-Club Krefeld), 63. Tobias Weckerle (SV Böblingen), 65. Dean Müller (TSV Bayer Leverkusen), 83. Jonas Gudera (Fechtverein Heidelberg)