Kadetten-EM: Herrenflorett Einzel und Team


Justin Arndt wird 14. im Einzel, Mannschaft holt Platz 4

Im Einzelwettbewerb der Kadetten-EM in Porec konnten sich alle DFB-Fechter ins 64er vorkämpfen: zwei erreichen das Tableau der letzten 32, Justin Arndt (Quernheim) schafft den Sprung in die Top16 und wird bester Deutscher des Tages.

Arndt gewinnt sein erstes K.O. gegen den Spanier Diaz Higueras mit 15:12 und besiegt im nächsten Gefecht den Portugiesen Calejo mit 15:10. Im 16er K.O. trifft er auf den starken Russen Osipov und verliert 15:10. Nachwuchs-Bundestrainer Richard Junghanns ist zufrieden: „Für seine erste Europameisterschaft ist das ein achtbares Ergebnis. Es war ein bisschen unglücklich, dass er im 16er direkt auf den Russen Osipov trifft, der am Ende Silber holt. Die Ursache liegt in der Vorrunde, da war noch die Anfangsnervosität zu spüren. Danach hat er sich gut durchgesetzt gegen den Spanier und vor allem gegen einen sehr unangenehm zu fechtenden Portugiesen.“

Bastian Kappus (Tauberbischofsheim), der am Ende 18. wird, kann sein erstes K.O. gegen Yauheni Tsybulia aus Weißrussland 15:11 gewinnen, verliert dann aber das nächste Match 15:12 gegen Bohdan Lisovyi aus der Ukraine. „Bastian hat eine gute Vorrunde gefochten und sein erstes K.O. souverän gewonnen. Im 32er ist er nach hohem Rückstand nochmal gut rangekommen, aber konnte das Gefecht leider nicht mehr drehen. Schade, da hatten wir uns durchaus noch eine 16er-Teilnahme versprochen“, meint Junghanns.

Laurenz Dörfer (Bonn), der zunächst gegen den Österreicher Hübner klar mit 15:3 gewinnt, muss sich danach dem Italiener Franzoni mit 15:5 deutlich geschlagen geben, der später sechster wird. Der Bundestrainer ordnet das Ergebnis ein: „Laurenz ist nervös ins Turnier gestartet und hatte eine durchwachsene Vorrunde und ist dann relativ früh auf den starken Italiener getroffen, das war ein bisschen schade. Er hätte mehr als Platz 30 machen können, aber er ist noch jung, da blicken wir zuversichtlich auf nächstes Jahr.“ Maurice-Leon Bauknecht (Tauberbischofsheim), der am Ende 52. wird, verliert nach zwischenzeitlicher Führung sein erstes K.O. 15:12 gegen den Slovaken Gyorgy.

„Insgesamt bin ich nicht ganz zufrieden, wir haben zumindest ins 8er geschielt, das wäre das i-Tüpfelchen gewesen. Die Jungs haben das aber gut gemacht und vor allem einen guten Zusammenhalt gezeigt, das hat mich sehr gefreut“, so Junghanns abschließend nach dem Einzel.

Im Team-Wettbewerb wollen es die DFB-Fechter dann noch einmal wissen: Sie gewinnen ihr Auftakt-Match gegen Kroatien 45:24 und schlagen danach die Ukraine 45:33. Im Halbfinale treffen sie auf Russland und verlieren 45:26. In einem schweren Kampf um Bronze müssen sie leider den Polen mit 45:34 den Vortritt lassen uns werden am Ende EM-Vierter. Junghanns muss zunächst trösten: „Die Jungs sind brutal enttäuscht, wir hatten uns die Medaille schon ein bisschen vorgenommen. Das war unser großes Ziel, was wir hier erreichen wollten.“

Zur Leistung des Teams sagt Junghanns: „Der Tag hat wirklich sehr gut angefangen. Wir haben ohne Probleme gegen Kroatien gewonnen und danach gegen die Ukraine sehr gut gefochten. Wir lagen zu Beginn hinten und haben herausragende Moral gezeigt, uns herangekämpft und das Gefecht gedreht. Da hat alles gepasst: der Spirit war gut, die Unterstützung war gut, das Ergebnis natürlich auch.

Gegen Russland im Halbfinale zu verlieren ist absolut keine Schande. Russland ist derzeit einfach außerhalb unserer Reichweite. Aber wir haben die Russen maximal genervt und bis 14:14 mitgehalten. Danach sind wir eigentlich sehr motiviert ins Bronze-Gefecht gegangen, denn wir hatten die Polen bereits beim CC in Halle geschlagen. Heute konnten wir das dann leider nicht wiederholen. Die Jungs haben nicht gut ins Gefecht gefunden, von Anfang an sind wir einem Rückstand hinterhergelaufen, der zu Beginn noch klein blieb, dann aber zum Ende hin abdriftete. Wir haben die Medaille nicht holen können. Das tut sehr weh und alle sind traurig und enttäuscht. Insgesamt muss man aber konsternieren, dass wir viertbeste Mannschaft in Europa sind! Deswegen schauen wir jetzt nach vorn und werden uns noch einmal gezielt im Einzel auf Salt Lake City vorbereiten.“

 

Die Sieger aus Porec:

Einzel:

1. Platz: Gergo Szemes (Ungarn)

2. Platz: Dmitrii Osipov (Russland)

3. Platz: Zakhar Kozlov (Russland) und Ivan Bulyga (Russland)

 

Team:

1. Platz: Russland

2. Platz: Italien

3. Platz: Polen