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Kurzes Intermezzo in London


Eigentlich wollten die deutschen Florett-Herren nach olympischem Edelmetall greifen. Doch spätestens im Achtelfinale war für das Trio um Titelverteidiger Benjamin Kleibrink Schluss.

Die Medaillen holten in London dagegen Athleten, die man wohl nur bedingt auf der Rechnung hatte. Nicht Andrea Baldini, Andrea Cassara oder Yuki Ota standen am Ende auf dem Siegerpodest, aber eben auch nicht die deutschen Florett-Spezialisten. Selbstbewusst war das deutsche Trio nach London gefahren, plante mindestens eine Medaille ein. Umso überraschender kam wohl dann das schnelle Aus der Drei.

Titelverteidiger Benjamin Kleibrink verlor bereits seinen Auftaktkampf gegen seinen Finalkontrahenten der letzten Spiele in Peking, Yuki Ota (Japan), mit 5:15. Seine Mannschaftskollegen machten es da noch besser. Peter Joppich (Koblenz) setzte sich im Tableau der letzten 32 gegen James-Andrew Davis (Großbritannien) mit 15:10 durch, Sebastian Bachmann (Bonn) gewann gegen den Russen Renal Ganeev deutlich mit 15:9.

Bachmann stand im folgenden Achtelfinale Mitfavorit Valerio Aspromonte gegenüber, dem er am Ende 11:15 unterlag. Peter Joppich, seines Zeichens vierfacher Weltmeister, hatte sich in jenem Achtelfinale mit dem Ägypter Alaaeldin Abouelkassem auseinanderzusetzen.

Gegen den hochgewachsenen Afrikameister fand Peter Joppich kein wirkliches Rezept, auch wenn er in jenem Kampf, den Abouelkassam bestimmte, mehrfach aufschließen konnte. Der Ägypter siegte gegen einen nie aufgebenden Peter Joppich am Ende 15:10. „Ich habe keine“, lautete Peter Joppich’s Erklärung. „Jetzt müssen wir einen Haken dranmachen und alles auf das Team am Sonntag setzen“.

Bundestrainer Uli Schreck steht jetzt vor der Aufgabe, sein Team bis zur Mannschaftsentscheidung am kommenden Sonntag wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. Dann stehen die Deutschen im Viertelfinale der Vertretung Russlands gegenüber, würden bei einem Sieg, der auf jeden Fall machbar ist, auf den Sieger der Partie China – Japan treffen. Eine Medaille ist also möglich.

Seinen ersten Olympiasieg konnte am Abend der Chinese Lei Sheng feiern, der im Finale den Ägypter Alaaeldin Abouelkassem mit 15:13 hinter sich ließ. Rang drei ging an Choi Byungchul (Südkorea), der sich mit 15:14 gegen Andrea Baldini (Italien) durchsetzte.

Die Platzierungen: 1. Lei Sheng (China), 2. Alaaeldin Abouelkassem (Ägypten), 3. Choi Byungchul (Südkorea), 4. Andrea Baldini (Italien), 5. Andrea Cassara (Italien), 6. Valerio Aspromonte (Italien), 7. Ma Jianfei (China), 8. Alexej Cheremisinov (Russland), 11. Peter Joppich (Koblenz), 15. Sebastian Bachmann (Bonn), 18. Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim)