Leonie Ebert überrascht mit Rang sechs bei EM

Florett-Spezialistin Leonie Ebert hat bei den Europameisterschaften in Tiflis mit Rang sechs eine überzeugende Leistung abgeliefert. Die deutschen Degen-Herren setzten zumindest kleine Akzente.

Fotos: Augusto Bizzi

Die 17-jährige Leonie Ebert, die noch vor wenigen Tagen erfolgreich ihr Abitur bestand, qualifizierte sich souverän für die Finalrunde der EM, bezwang im ersten K.O.- Gefecht in einem rein deutschen Duell Vereinskameradin Eva Hampel mit 15:6. Im Achtelfinale setzte sie sich gegen die Ungarin Aida Mohamed ebenso deutlich mit 15:6 durch, stand damit in der Finalrunde. Gegenerin hier war die Italienerin Alice Volpi, der sie am Ende mit 7:15 unterlag.

Leonie hat hier einen sehr guten Wettkampf abgeliefert. Das ist ein tolles Ergebnis von ihr mit dem Ergebnis Finalrunde. Mit ihr sind wir sehr zufrieden“, sagt Sportdirektor Sven Ressel über die Tauberbischofsheimerin. Aber er findet auch kritische Worte: „Ich bin nicht ganz mit dem Ergebnis der anderen Mädchen zufrieden, weil wir gleich zweimal von 32 auf 16 knapp und vor allem in Sudden Death verloren haben. Das wir im direkten Vergleich aufeinander treffen, war wohl sicher auch etwas Pech.

Etwas überraschend war sicher das frühe Aus von Carolin Golubytskyi, die in ihrem ersten K.O.-Gefecht gegen Aida Mohamed mit 11:12 im Sudden Death verlor. Gleiches widerfuhr auch Anne Sauer, die in derselben Runde gegen Marta Martyanova (Russland) mit gleichem Ergebnis im Sudden Death nach einer zumindest fraglichen Entscheidung des Kampfrichters unterlag.

Titelträgerin im Damenflorett wurde Arianna Errigo aus Italien, die mit ihrem 15:14-Finalsieg gegen Inna Deriglazova (Russland) zugleich ihren EM-Titel von Torun verteidigte.

Für die deutschen Degenfechter hieß es in Tiflis, Erfahrungen zu sammeln. Mit Lukas Bellmann (Leverkusen) und Richard Schmidt (Offenbach) standen zwei Debütanten in der georgischen Hauptstadt auf der Planche, konnten Fabian Herzberg (Leverkusen) und Raphael Steinberger (Solingen)bisher nur einen EM-Einsatz vorweisen. „Wir konnten daher noch nicht so viel erwarten“, dämpfte Sportdirektor Sven Ressel vorab die Erwartungen. „Die Jungs brauchen noch Zeit und Geduld, sollten hier vor allem lernen“, ergänzt er. Alle vier überstanden die Vorrunde, standen damit im Tableau der letzten 64. Lukas Bellmann unterlag hier dem Andrei Timoce mit 8:15, Richard Schmidt verpasste beim 14:15 gegen den starken Franzosen Daniel Jerent nur knapp den Einzug in die nächste Runde. Fabian Herzberg besiegte in seinem ersten Match den Polen Karol Kostka mit 15:13, verlor anschließend gegen Sergey Khodos aus Russland mit 15:10. Für eine kleine Überraschung sorgte Raphael Steinberger, der in seinem ersten K.O.-Gefecht den an Nummer zwei gesetzten Max Heinzer (Schweiz) mit 15:13 hinter sich ließ. Der Niederländer Bas Verwijlen war dann doch zu stark, setzte sich gegen den Solinger mit 15:6 durch.

Es ärgert mich, dass wir nicht so weit vorkommen, aber ich bin dennoch nicht unzufrieden“, so das Statement von Bundestrainer Mario Böttcher. „Wir hatten eine Außenseiter-Chance, die wir nicht genutzt haben. Wir haben schlecht angefangen, waren angespannt und nervös. Man hat gemerkt, dass die Jungs noch nicht stabil umd locker genug sind, aber bis zum K.O. waren sie wieder in Form“, so Böttcher weiter. Und er ergänzt: „Wir sind dran bzw. wir gehen in kleinen Schritten voran. Wir entwickeln uns, müssen aber auch feststellen, dass wir noch keine Medaillenfavoriten sind.

Der EM-Titel im Herrendegen ging an Yannick Borel (Frankreich), der im Finale Paolo Pizzo (Italien) mit 15:1 besiegte.

Die Platzierungen:

Damenflorett: 1. Arianna Errigo (Italien), 2. Inna Deriglazova (Russland), 3. Ysaora Thibus (Frankreich), 3. Alice Volpi (Italien), 5. Fanny Kreiss (Ungarn), 6. Leonie Ebert (FC Tauberbischofsheim), 7. Pauline Ranvier (Frankreich), 8. Martina Batini (Italien), 20. Anne Sauer (FC Tauberbischofsheim), 21. Carolin Golubytskyi (FC Tauberbischofsheim), 28. Eva Hampel (FC Tauberbischofsheim)

Herrendegen: 1. Yannick Borel (Frankreich), 2. Paolo Pizzo (Italien), 3. Nikolai Novosjolov (Estland), 3. Sergey Khodos (Russland), 5. Daniel Jerent (Frankreich), 6. Pavel Sukhov (Russland), 7. Jiri Beran (Tschechien), 8. Michele Niggeler (Schweiz), 25. Fabian Herzberg (TSV Bayer Leverkusen), 32. Raphael Steinberger (Fechtzentrum Solingen), 52. Lukas Bellmann (TSV Bayer Leverkusen), 60. Richard Schmidt (FC Offenbach)