Paul Gnaier verstorben


Der Deutsche Fechter-Bund trauert um sein Ehrenmitglied Paul Gnaier. Der langjährige Präsident des Württembergischen Fechterbundes verstarb am gestrigen Montag im Alter von 87 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit.

1942 kam Paul Gnaier erstmals mit dem Fechtsport in Berührung, der ihn sofort faszinierte. Sein erster großer Erfolg war 1944 die württembergische Jugendmeisterschaft im Florett. In den 1950er und 1960er Jahren gehörte er zu den erfolgreichsten deutschen Degenfechtern. Im Jahr 1960 gewann Paul Gnaier den Heidenheimer Pokal - eines der größten Degen-Einzelturniere weltweit - und im selben Jahr stellte er die Weichen für den Coupe d'Europe, der seit 1961 als bedeutendstes europäisches Degen-Mannschaftsturnier in Heidenheim ausgetragen wird.

Paul Gnaier nahm an drei Olympischen Spielen (1960 in Rom, 1964 in Tokyo, 1968 in Mexico) und zehnmal an Weltmeisterschaften teil. Er wurde achtzigmal in die Deutsche Nationalmannschaft berufen.

Nach seiner aktiven Zeit gewann Paul Gnaier nicht weniger als sieben Mal die deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft im Degen, vor allem aber wirkte er weiter als Sportfunktionär.

Schon 1944, im Alter von 18 Jahren, übernahm Paul Gnaier als kommissarischer Leiter der Fechtabteilung die erste Führungsfunktion in seinem Verein. Er war dann bis 1974 technischer Leiter der Heidenheimer Fechtabteilung. Dem Vorstand des Württembergischen Fechterbundes (WFB) gehörte Paul Gnaier ab dessen Wiedergründung im Jahre 1949 an. Von 1971-2006 war er Präsident des Württembergischen Fechterbunds, beeinflusste die Entwicklung des Fechtsports in Württemberg maßgeblich. Seiner Heimatstadt Heidenheim verhalf er zum württembergischen Landesleistungszentrum und Bundesstützpunkt für das Fechten, dessen Leiter er von 1969 bis 2005 war.

Seit 2006 ist Paul Gnaier Ehrenpräsident des Württembergischen Fechterbundes. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen widerspiegeln seine hohe nationale und internationale Anerkennung als Sportler und Förderer des Fechtsports.

Paul Gnaier war eine herausragende Sportlerpersönlichkeit und ein Vorbild. Nicht umsonst galt er bereits zu Lebzeiten als Heidenheimer Fechtlegende“, sagt Gordon Rapp, Präsident des Deutschen Fechter-Bundes. „Wir sind tief bestürzt über die Nachricht vom Tod Paul Gnaiers. Unser Mitgefühl gilt vor allem seiner Familie, in deren Leben er eine große Lücke hinterlässt.

Der Deutsche Fechter-Bund wird Paul Gnaier stets in ehrendem Gedenken behalten.