Fotos: Olaf Wolf/ DFB

Peter Joppich vergoldet sich EM


Florettfechter Peter Joppich hat bei den Europameisterschaften in Zagreb in Sachen Edelmetall mit Gold für das deutsche Team nachgelegt, zugleich seine erste Einzelmedaille bei einem Europäischen Championat erkämpft. Säbelfechterin Stefanie Kubissa verpasste mit Rang acht einen anvisierten Podestplatz.

Der 30-jährige Peter Joppich lieferte am zweiten EM-Tag eine brillante Vorstellung ab. Trotz einer Sprunggelenksverletzung zeigte der Koblenzer Fechten vom Feinsten. Zwei Mal zerbröselte er im Verlauf des Turniers einen fast uneinholbaren Vorsprung seiner Kontrahenten, siegte im Viertelfinale gegen den Briten Richard Kruse 15:12.

Im Halbfinale folgte das Duell zweier Weltmeister. Das entschied der Deutsche in einem souverän geführten Gefecht gegen den Italiener Andrea Baldini deutlich mit 15:11 zu seinen Gunsten. Das Finale war dann die Krönung eines äußerst erfolgreichen Wettkampftages. Peter Joppich bestimmte zu jeder Zeit den finalen Kampf gegen Titelverteidiger Alexej Cheremisinov (Russland), gewann am Ende sicher mit 15:11. „Ein Wort: Unfassbar“, freute sich der strahlende Sieger anschließend. „Ich musste mich in den letzten Wochen schon fast auf Krücken fortbewegen. Ein großer Dank daher der medizinischen Abteilung, dass sie mich hinbekommen haben“, sagt der neue Europameister weiter. Und er ergänzt freudestrahlend: „Anfangs ging es noch über den Kampf, danach lief alles über starkes Fechten.

In der Tat, Joppich dominierte im Halbfinale seinen Dauerkonkurrenten Andre Baldini nach Belieben. Gegen Finalgegner Tscheremisinow zog er gleich von Beginn an davon, ließ den Russen nie zu nah an sich heran. „Meine erste Einzelmedaille bei einer EM, dann Gold, das freut mich unglaublich“, fügt er abschließend hinzu. Auch sein Coach, Bundestrainer Uli Schreck, war voll des Lobes über seinen Schützling. „Eine starke Leistung von Peter“, bescheinigt er seinem Schüler. „Das war eine sensationelle Vorstellung, die er heute abgeliefert hat. Zudem war es aber auch ein wichtiger Schritt in Richtung Weltmeisterschaft. Der Sieg hat ihm heute viel Selbstvertrauen verschafft“, so Uli Schreck.

Weniger erfolgreich verlief dagegen der Wettkampftag für die drei übrigen deutschen Starter. Der Tauberbischofsheimer Sebastian Bachmann unterlag dem Griechen Nikolaos Kontochristopoulos im Tableau der letzten 32 mit 12:14. Die beiden EM-Debütanten Marius Braun (Bonn) und Johann Gustinelli (Tauberbischofsheim) schieden an gleicher Stelle aus. Marius Braun unterlag dem Titelverteidiger Alexej Tscheremisinow (Russland) 5:15, Johann Gustinelli musste sich mit 8:15 dem Vorjahresdritten Richard Kruse aus Großbritannien geschlagen geben.

Derweil verpassten die deutschen Säbel-Damen in der kroatischen Hauptstadt eine Podestplatzierung. Irene Vecchi (Italien) verhinderte mit ihrem 15:10-Sieg gegen Stefanie Kubissa den Einzug der Dormagenerin in die Runde der letzten Vier. Zuvor wusste die Deutsche Meisterin zu überzeugen, bezwang die Französin Saoussen Boudiaf im 32-er Tableau 15:9 und anschließend die starke Russin Dina Galiakbarova mit 15:14. Rang acht stand für die Dormagenerin am Ende auf dem Ergebnisprotokoll. „Nach einem holprigen Start war es schon ein gutes Turnier. Am Ende war es dann doch nicht wieder erfolgreich“, meint Stefanie Kubissa selbstkritisch. „Aber die Italienerin war ja auch nicht irgend Jemand. Insgesamt war es mein bestes Turnier im Laufe der Saison. Das stimmt ein wenig versöhnlich, auch wenn ich gern die Medaille mitgenommen hätte“, so Stefanie Kubissa weiter.

Sibylle Klemm und Anna Limbach (beide Dormagen) verloren ihre Gefechte in der Runde der letzten 32, Alexandra Bujdoso (Koblenz), erwischte es im Achtelfinale von Zagreb. Sie unterlag hier der Ungarin Anna Marton 13:15.

Der Sieg im Damensäbel ging an die Olympia-Dritte von London, Olga Kharlan (Ukraine), die mit ihrem 15:7-Sieg gegen Vassiliki Vougiouka (Griechenland) zugleich ihren Vorjahrestitel erfolgreich verteidigte.

Platzierungen:

Herrenflorett: 1. Peter Joppich (Koblenz), 2. Alexej Tscheremisinov (Russland), 3. Andrew-James Davis (Großbritannien), 3. Andrea Baldini (Italien), 5. Alexej Chowanskij (RUS), 6. Richard Kruse (Großbritannien), 7. Valerio Aspromonte (Italien), 8. Sergej Byk (Weißrussland), 19. Sebastian Bachmann (Tauberbischofsheim), 26. Marius Braun (Bonn), 29. Johann Gustinelli (Tauberbischofsheim)

Damensäbel: 1. Olga Kharlan (Ukraine), 2. Vassiliki Vougiouka (Griechenland), 3. Alexandra Socha (Polen), 3. Irene Vecchi (Italien), 5. Araceli Navarro (Spanien), 6. Anna Marton (Ungarn), 7. Cecilia Berder (Frankreich), 8. Stefanie Kubissa (Dormagen), 16. Alexandra Bujdoso (Koblenz), 22. Anna Limbach (Dormagen), 32. Sibylle Klemm (Dormagen)