Richard Schmidt holt sensationell Bronze/ Anna Limbach starke Fünfte

Degenspezialist Richard Schmidt hat mit Bronze bei den Fecht-Weltmeisterschaften in Leipzig für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Anna Limbach aus Dormagen bestätigte mit dem fünften Rang im Damensäbel ein weiteres Mal ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze.

Fotos: Augusto Bizzi/Andrea Trifiletti

Das war heute eine riesen Sensation“ freut sich Bundestrainer Mario Böttcher über den Bronzerang seines Schützlings. „Ich kenne Richard schon lange. Die Medaille ist der Lohn für die viele Arbeit, die wir gemeinsam absolviert haben. Die erste Medaille bei der Heim-WM zu holen, macht uns besonders stolz. Ich bin extrem stolz auf Richi und auf alle, die daran mitgearbeitet haben“, ergänzt er.

Sein Schützling Richard Schmidt hatte sich mit souveränen Siegen in das Viertelfinale gefochten. Der Japaner Satoru Uyama war für den 25-jährigen letztes Hindernis auf dem Weg zum anvisierten Edelmetall. Und auch dem entledigte sich der Offenbacher bravourös, setzte sich am Ende mit 15:13 gegen seinen Kontrahenten, angefeuert von rund 3500 enthusiastischen Zuschauern, durch. Gegen Paolo Pizzo, der sich später den Weltmeister-Titel sicherte, hielt Richard Schmidt lange mit. Pizzo musste gegen den um neun Jahre jüngeren Offenbacher seine ganze Routine einsetzen, um sich schlussendlich mit 15:11 durchzusetzen.

Prinzipiell traue ich mir so ein Top-Ergebnis immer zu“, meint Richard Schmidt kurze Zeit nach dem Halbfinalgefecht. „Ich habe schon das Selbstvertrauen, solche Leute zu schlagen. Mit dem Publikum im Rücken und mit einer extra Motivation lief es heute so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich hatte heute nichts zu verlieren, weil ich nicht zu den Favoriten gehört habe. Ich bin ohne Druck und Stress an das Turnier herangegangen und habe natürlich auch einen Sahnetag erwischt“, fügt er freudestrahlend hinzu.

Für den zweiten Degen-Debütanten Lukas Bellmann war nach dem Gefecht im Tableau der letzten 64 vorzeitig Schluss. Er unterlag dem Argentinier Jesus Andres Lugones Ruggeri mit 7:15.

Paolo Pizzo setzte sich auch im finalen Gefecht durch, gewann den abschließenden Kampf gegen den Esten Nikolai Novosjolov mit 15:13.

Mit Rang fünf im Gesamtklassement bewies Säbelfechterin Anna Limbach ein weiteres Mal, dass sie inzwischen zur internationalen Spitze gehört. Nach dem fünften Platz bei der Europameisterschaft in Tiflis focht sie sich bei der Heim-WM in der sächsischen Metropole erneut in die Finalrunde. Souverän entledigte sich Anna Limbach der Konkurrenz, gewann ihre Gefechte im 64-er und 32-er Tableau deutlich. Achtelfinalgegnerin Manon Brunet aus Frankreich, ihres Zeichens immerhin Weltranglisten-Vierte, blieb letztendlich chancenlos, verlor deutlich mit 10:15 gegen die Dormagenerin. Erst Irene Vecchi aus Italien, WM-Dritte des Jahres 2013, vermochte es, im Viertelfinale die Siegesserie der der Dormagenerin zu beenden, gewann schlussendlich mit 15:11.

Anna hat hier ein tolles Viertelfinale gefochten, war nah an der Medaille dran. Wir können auch mit den Ergebnissen im Damensäbel sehr zufrieden sein. Sie hat sich stabil weiterentwickelt, ist an der Weltspitze dran. Ich bin überzeugt, dass Anna auch solche Gefechte gewinnen kann“, so der Sportdirektor. „Alle Mädchen haben sich hier Klasse präsentiert. Das wächst eine Truppe heran, von der wir noch einiges erwarten können“, ist der Sportdirektor voll des Lobes über die deutschen Säbel-Damen.

Ann-Sophie Kindler (Eislingen) landete mit Rang 15 einen weiteren deutschen Überraschungserfolg. Die 21-jährige setzte sich zunächst gegen die US-Amerikanerin Ibtihaj Muhammed mit 15:12 durch und besiegte anschließend Malgorzata Kozaczuk aus Polen mit 15:14. Die Japanerin Shihomi Fukushima hatte im Achtelfinale am Ende die Nase vorn, gewann mit 15:12 gegen die Eislingerin.

Larissa Eifler, dritte Säbel-Debütantin, lieferte im Tableau der letzten 64 der späteren Vizeweltmeisterin Azza Besbes (Tunesien) lange einen beherzten Kampf, verlor am Ende mit 12:15.

Die Ukrainerin Olga Kharlan sicherte sich mit dem 15:5-Sieg gegen Azza Besbes zum dritten Mal nach 2013 und 2014 den Titel der Weltmeisterin im Damensäbel.

Die Platzierungen:

Herrendegen: 1. Paolo Pizzo (Italien), 2. Nikolai Novosjolov (Estland), 3. Andras Redli (Ungarn), 3. Richard Schmidt (FC Offenbach), 5. Daniel Jerent (Frankreich), 6. Jesus Andres Lugones Ruggeri (Argentinien), 7. Satoru Uyama (Japan), 8 Jean-Michel Lucenay (Frankreich), 9. Marco Fichera (Italien), 43. Lukas Bellmann (TSV Bayer Leverkusen), 67. Fabian Herzberg (TSV Bayer Leverkusen), 123. Raphael Steinberger (Fechtzentrum Solingen)

Damensäbel: 1. Olga Kharlan (Ukraine), 2. Azza Besbes (Tunesien), 3. Irene Vecchi (Italien), 3. Cecilia Berder (Frankreich), 5. Anna Limbach (TSV Bayer Dormagen), 6. Misaki Emura (Japan), 7. Shihomi Fukushima (Japan), 8. Norika Tamura (Japan), 15. Ann-Sophie Kindler (TSV Bayer Dormagen), 55. Larissa Eifler (TSV Bayer Dormagen), 70. Lea Krueger (TSV Bayer Dormagen)