Julika Funke beim Einlauf, TSV-Nachwuchs stehen Spalier (Foto: © Heinz J. Zaunbrecher)

Säbel: Junioren-Weltcup in Dormagen; Julika Funke holt Bronze


45. „Preis der Chemiestadt“ mit starkem 3. Platz im Damensäbel

Halbfinal-Gefecht: Benedetta Taricco gegen Julika Funke (Foto: © Heinz J. Zaunbrecher) & Das Podest: (v.l.n.r.) Elizabeth Tartakovsky (USA), Benedetta Taricco (Italien), Chloe Fox-Gitomer (USA), Julika Funke (Deutschland) (Foto: © Heinz J. Zaunbrecher)

Knapp 300 Fechterinnen und Fechter aus 26 Nationen waren am 1. Februar 2020 beim 45. Junioren-Weltcup des TSV Bayer Dormagen am Start. Für DFB-Fechterin Julika Funke (Künzelsau) lief es an dem Tag richtig gut: Nach der Vorrunde auf Platz 9 gesetzt schlägt sie in ihrem ersten Match die Italienerin Giovanelli klar mit 15:6 und trifft danach auf Honoka Kuroda aus Japan. Kuroda, die mit einem Sieg gegen die Deutsche Greta Walder in das Gefecht geht, verliert gegen Funke 15:11. Im 16er K.O. kann Funke auch gegen die Spanierin Montoya triumphieren und zieht mit einem 15:12-Sieg in die Top 8 ein. Dort trifft sie auf die Weltranglisten-Zweite Yoana Ilieva aus Bulgarien – machbar für Funke an diesem Tag und ein sicheres 15:13 am Ende für sie. Vor vollbesetzten Rängen dann das Halbfinal-Gefecht auf der Finalbahn gegen Benedetta Taricco aus Italien: Nach einem lange ausgeglichenen Match führt Funke sogar, aber die Italienerin ist stark und behält den längeren Atem: mit 15:14 eine denkbar knappe Niederlage gegen die spätere Turniersiegerin und ein hochverdienter Platz 3 für Julika Funke.

Bundestrainer Pierre Guichot ist zufrieden: „Natürlich ein sehr gutes Ergebnis für Julika! Zu Beginn dieser Saison hatte ihr ein bisschen das Selbstvertrauen gefehlt und sie blieb unter ihrem Niveau. Aber sie hat im Training besser und härter gearbeitet und hat heute ihre Aggressivität wiedergefunden und war auch mental stark, um mit dem Druck eines Heimweltcups gut umzugehen.“ Guichot hätte ihr auch den Gesamtsieg zugetraut. Jetzt heißt es, gemeinsam weiter an der Taktik zu arbeiten. „Es wäre gut, wenn sie dieses Ergebnis am kommenden Wochenende in Plovdiv bestätigt“, so der Bundestrainer. Auch für weiteren Fechterinnen aus dem Deutschen Team findet er aufbauende Worte: „Einige der jungen Mädchen haben einen guten Wettkampf bestritten und konnten heute auf internationalem Parkett viel dazu lernen.“

Felice Herbon und Lisa Rütgers gelingt dabei der Sprung in die Top32: Platz 30 und 32 für die zwei Starterinnen aus Dormagen. Auf Elisabeth Gette, ebenfalls Künzelsau, musste der Bundestrainer noch verletzungsbedingt verzichten. Sie kommentierte mit Benedikt Peter Wagner, der für seinen Heimverein durch den Abend führte, die Finalgefechte.

Die deutschen Säbelherren konnten diesen Erfolg in Dormagen nicht duplizieren: Eric Simon Seefeld (Solingen) konnte sich als bester Deutscher in die Top32 kämpfen. Er verliert sein K.O. gegen den später auf Rang 6 platzierten Russen Dmitriy Nasonov 15:10 und wird am Ende 25.

Nachwuchs-Bundestrainer Dan Costache hat sich mehr erhofft: „Beim Heim-Weltcup wünscht man sich natürlich immer vordere Platzierungen, zumal sich die Jungs in der letzten Zeit gut stabilisiert haben. Wir haben heute zweimal unglücklich 15:14 im 64er verloren – da spielt mit Sicherheit auch der Druck auf die jungen Leute eine Rolle, wenn sie „zu Hause“ fechten. Eric hat allerdings gut gefochten und hatte mit Nasonov auch einen starken Gegner. Er ist in der letzten Zeit sehr konstant und ich hoffe, dass er so weitermacht. Dann ist Eric auch langfristig ein guter Kandidat für die Mannschaft.“

Sportdirektor Sven Ressel hat die Wettkämpfe vor Ort beobachtet: „Julika hat heute eine top Leistung gezeigt! Das Ergebnis im Herrensäbel war dagegen eher enttäuschend – nur eine Top32-Platzierung ist nicht der Anspruch, den wir haben“, so sein Fazit.

 

Die Sieger aus Dormagen

Damensäbel:

1. Platz: Benedetta Taricco (Italien)

2. Platz: Elizabeth Tartakovsky (USA)

3. Platz: Julika Funke (Deutschland) und Chloe Fox-Gitomer (USA)

 

Herrensäbel:

1. Platz: Luca Fioretto (Italien)

2. Platz: Mao Kokubo (Japan)

3. Platz: Krisztian Rabb (Ungarn) und Szymon Hryciuk (Polen)