Fotos: Olaf Wolf

Silber und Bronze für Wächter und Hübner


„Unfassbar“, strahlte Silbermedaillengewinnerin Katja Wächter nach der Siegerehrung. „Das habe ich nicht wirklich erwartet“, fügt sie hinzu.

Für die 27-jährige Tauberbischofsheimerin mit Leipziger Wurzeln ist es die erste Einzelmedaille bei einer internationalen Meisterschaft. Nach Rang acht bei den Olympischen Spielen holt sie sich nun die ersehnte und angestrebte Einzelmedaille. Zwar kam sie an der Olympiasiegerin Valentina Vezzali (ITA) heute im Finale nicht vorbei, doch Wächter zeigt sich selbstbewusst: „Wer aufmerksam hinschaut, wird erkennen, dass der Abstand immer geringer wird“, so Katja Wächter weiter. „Jetzt konzentriere ich mich erst mal auf die Mannschaft. Wir wollen eine Medaille und es wird Zeit, dass wir die einfahren. Verdient haben wir schon seit einiger Zeit eine“, blickt Katja nach vorn. Mit klaren Siegen marschierte sie in die Finalrunde von Plovdiv. Dort setzte sie sich gegen Aida Chanaeva knapp mit 10:9 durch. „Ich wusste, wenn ich sie schlage, ist alles möglich“, so Wächter im Anschluss. Das Selbstbewusstsein war ihr förmlich anzusehen. Einen Rückstand machte sie umgehend wett und siegte mit einer klaren Aktion im Sudden Death. Auch Arianna Errigo (ITA) konnte sich gegen Katja Wächter nicht behaupten. 15:13 hieß es am Ende für Wächter. Im Finale konnte die Olympiasiegerin sich erst zum Ende hin absetzen und siegte gegen die Tauberbischofsheimerin schlussendlich 15:8.

Mit Carolin Golubytskyi konnte das deutsche Team eine weitere Fechterin aus ihren Reihen in der Finalrunde feiern. Eine starke Vorrunde, ein sicherer 14:8-Sieg gegen Sarolta Nattan (HUN) und ein glückliches, aber verdientes 15:14 gegen Sylwia Gruchala brachten sie in die Finalrunde. Erst Arianna Errigo beendete die Siegesserie der Tauberbischofsheimerin. Rang sieben wurde es damit in der Endabrechnung. „Auch wenn sie die angestrebte  Medaille verpasst hat, bin ich nicht unzufrieden“, erklärte anschließend Bundestrainer Lajos Somodi. Anja Schache und Maria Bartkowski belegten nach Niederlagen gegen Sylwia Gruchala (POL/7:15) bzw. Astrid Guyart (FRA/10:15) die Plätze 19 und 23.

Einen strahlenden Björn Hübner erlebte die deutsche Equipe dann bei der Siegerehrung im Herrensäbel. Dieses Jahr  war nicht seine Saison, die mehr von Verletzungen, als von Turnierstarts geprägt war. Ganze drei Weltcup-Turniere konnte er überhaupt in dieser Saison fechten. In Plovdiv feierte er heute sein großes internationales Comeback. „Das war meine erste Einzelmedaille und ich gehe davon aus, dass dies nicht meine letzte sein wird“, zeigt sich Hübner selbstbewusst. Bundestrainer Vilmos Szabo ergänzt: „Nachdem Björn mit Decsi einen der Mitfavoriten aus dem Weg geräumt hat, war für ihn alles drin. Und den Pina hat er im Viertelfinale ganz abgezockt bezwungen“, fügt Szabo hinzu. Erst der Franzose Julien Pillet stoppte den Tauberbischofsheimer und siegte schlussendlich mit 15:13. Im Finale musste der sich dem eher unbekannten Veniamin Reshetnikov (RUS) mit 14:15 beugen.

Unglücklich verlief es für den WM-Dritten Nicolas Limbach. Gewohnt sicher qualifizierte er sich für die Finalrunde und unterlag dort Dauerkonkurrenten Gianpierro Pastore (ITA) 14:15. Für ihn blieb am Ende Rang fünf. Benedikt Beisheim (Dormagen) und Johannes Klebes (Tauberbischofsheim) erreichten die Plätze 22 und 24.

„Alles in allem. Das war ein sehr guter Auftakt. Zwei Medaillen, dazu weitere zwei Finalteilnahmen, das macht Appetit auf mehr“, fasste anschließend Delegationsleiter Manfred Kaspar kurz zusammen. Am morgigen zweiten Tag der Einzelentscheidungen stehen dann die Damendegen und Herrenflorett – Entscheidungen an. Medaillen dürften auch hier machbar sein.

Platzierungen:

Damenflorett: 1. Valentina Vezzali (ITA), 2. Katja Wächter (Tauberbischofsheim), 3. Gabriella Varga (ITA), 3. Arianna Errigo (ITA), 5. Aida Chanaeva (RUS), 6. Corrine Maitrejean (FRA), 7. Carolin Golubytskyi (Tauberbischofsheim), 8. Cristina Stahl (ROM), 19. Anja Schache (Tauberbischofsheim), 23. Maria Bartkowski (Tauberbischofsheim)

Herrensäbel: 1. Veniamin Reshetnikov (RUS), 2. Julien Pillet (FRA), 3. Gianpiero Pastore (ITA), 3. Björn Hübner (Tauberbischofsheim), 5. Nicolas Limbach (Dormagen), 6. Jorge Pina (ESP), 7. Dimitri Lapkes (BLR), 8. Nikolai Kovalev (RUS), 22. Benedikt Beisheim (Dormagen), 24. Johannes Klebes (Tauberbischofsheim)