Start der Militär-WM in Nancy


Aktuell laufen im französischen Nancy die 46. Militär-Weltmeisterschaften mit insgesamt 168 Fechterinnen und Fechtern aus 16 Nationen. Mit dabei sind 19 Sportsoldatinnen und -soldaten aus Deutschland.

Foto: Eddy Kellen

Foto: Eddy Kellen

Die 19-köpfige deutsche Equipe wird von Fahnenträgerin Stabsunteroffizierin Anne Sauer angeführt. Hauptmann Uli Döring ist der Delegationsleiter des deutschen Teams. Abseits der Fechthalle ist er Personaloffizier beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln und bei den Fechtern eher als "Schräuble" und Vorsitzender des Ausschusses für Technik im DFB bekannt. 

Am ersten Wettkampftag standen die Einzelentscheidungen im Herrendegen, Herrensäbel und Damenflorett auf dem Programm. Trotz des kleineren Formats versprach ein hochkarätiges Starterfeld spannende Gefechte.

Den Auftakt machten die Degenfechter. Hauptgefreiter Rico Braun und Hauptmann Rainer Schünke gingen für das deutsche Team in den Wettbewerb. Beide Fechter legten einen soliden Start hin und sicherten sich durch ein Freilos in der Runde der letzten 64 den Direkteinzug in die nächste Runde. Dort besiegten sie mit einem 15:10 und 15:9 souverän ihrer Gegner, Yufeng Zhao aus China und Kryss Lambert aus Frankreich. Im Achtelfinale war dann für beide Endstation. Rainer Schünke bekam es mit Igor Reizlin (Team-Silber EM 2010) zu tun. Mit einem 7:15 musste sich der 36-jährige gegen den späteren Militär-Vizeweltmeister geschlagen gegeben und belegte am Ende einen guten 12. Platz. Nur einen Platz dahinter, sortierte sich Rico Braun ein, der nach einem sehr ausgeglichenen Gefecht im Sudden Death gegen den Polen Mateusz Antkiewicz mit 6:7 unterlag. Militär-Weltmeister im Herrendegen wurde der Ukrainer Roman Svichkar.

Im Damenflorett gingen Stabsunteroffizierin Anne Sauer, die beiden Hauptgefreiten Leonie Ebert und Kim Kirschen auf die Planche. Aufgrund eines qualitativ vergleichbaren EM Starterfeldes war bereits die Vorrunde für alle drei ein Kraftakt, den sie jedoch erfolgreich meisterten. Lediglich Kim Kirschen unterlag bereits in der 32er Direktausscheidung der Chinesin Wenqian Gu mit 5:15 und wurde am Ende 18. Anne Sauer besiegte im Achtelfinale Chloé Jubenot aus Frankreich, bevor sie im Viertelfinale auf Yana Alborova aus Russland traf. Sie unterlag gegen die spätere Bronzemedaillen-Gewinnerin mit 13:15 und belegte den 7. Platz. Unter den Augen von Nachwuchsbundestrainer Simone Cappelletto gewann Leonie Ebert ihr Achtelfinale souverän mit 15:7 gegen die Italienerin Martina Sinigalia. Im Viertelfinale traf die 19-jährige auf die Olympiasiegerin und aktuelle Nummer eins der Welt, Inna Deriglazova aus Russland. In einem äußerst spannenden Gefecht, fehlte am Ende leider schlichtweg die Zeit, um das 11:13 gegen die spätere Militär-Weltmeisterin im Damenflorett noch zu drehen. Leonie Ebert erreichte damit den 8. Platz.

Im Herrensäbel traten Hauptfeldwebel Björn Hübner, Stabsunteroffizier Richard Hübers und Gefreiter Lorenz Kempf an. Lorenz Kempf verlor gegen den Ukrainer Andriy Yagodka mit 6:15 und belegte am Ende den 17. Platz. Richard Hübers unterlag gegen den Italiener Alberto Pellegrini mit 11:15 und belegte den 11. Platz. Besser machte es Björn Hübner. Im Tableau der letzten 16 besiegte er den Russen Mark Stepanov mit 15:8. Im Viertelfinale traf der 32-jährige auf den Italiener Gabrielle Foschini. Dieser hatte zuvor den favorisierten Kamil Ibragimov (Russland) überraschend mit 15:14 geschlagen. Hübner nutze zunächst seine Chance und dominierte das Gefecht in weiten Teilen ehe der Italiener ein Mittel gegen den Werbacher fand und zum 14:14 ausglich. Den letzten Treffer setzte dann Foschini und Hübner beendete den Wettkampf auf dem 7. Platz.

"In Anbetracht der Tatsache, dass wir aufgrund von teilweise kurzfristigen Verletzungen und Erkrankungen in fast allen Disziplinen auf einige gute Athleten verzichten mussten, bin ich mit den Resultaten am ersten Wettkampftag durchaus zufrieden”, sagt Delegationsleiter Uli Döring. "Klar ist es schade, dass wir im Herrensäbel und Damenflorett knapp an den Medaillen vorbeigeschrammt sind, aber dennoch sind die drei Finalplatzierungen von Björn, Anne und Leonie gemessen an der starken Konkurrenz für mich ein gelungener und erfolgreicher Einstieg in diese WM. Die Stimmung im Team ist super. Morgen stehen die nächsten Einzelentscheidungen im Herrenflorett und Damendegen für uns an und ich bin zuversichtlich, dass wir auch dort mindestens genauso gut, wenn nicht besser abschneiden werden."