Statement zum PotAS-Abschlussbericht


Deutscher Fechter-Bund mit Statement zum abschließenden PotAS-Bericht 2019-2021

DFB-Sportdirektor Sven Ressel weiß um die eigenen Schwachstellen, sieht aber auch die Ergebnisse der vergleichenden Potenzialanalyse der olympischen Sportverbände kritisch.

„Den abschließenden PotAS-Bericht nehmen wir zur Kenntnis und werden uns intensiv mit den Ergebnissen befassen. Dennoch muss an dieser Stelle auch im Detail hingeschaut werden: Bei den Olympischen Spielen in Tokio musste der DFB verletzungsbedingte Ausfälle verkraften. Demzufolge blieb uns mindestens eine erhoffte und auch geplante Medaille verwehrt, die uns mit Sicherheit eine bessere Position im Ranking verschafft, jedoch in keinem Fall eine Veränderung des Potentials bewirkt hätte.

Ich stelle die Vergleichbarkeit der verschiedenen Sportarten außerdem klar infrage. Ein sportartenübergreifendes Ranking ist insofern falsch, da die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Verbände dies de facto nur sehr eingeschränkt zulassen. Daraus können keine eindeutigen Rückschlüsse für Potenziale gezogen und vor allem zukünftige finanzielle Zuwendungen daraus ausgerichtet werden.  Denn selbst die vorliegenden Ergebnisse und das ermittelte Ranking innerhalb der Fechtdisziplinen stellen nicht die Potentiale dar, die faktisch aus Verbandssicht gegeben sind, sondern bilden lediglich retrospektiv zum Abgabezeitpunkt einen Status Quo ab, der sich in manchen Punkten bereits längst überlebt hat.

Natürlich wissen wir um unsere Schwachstellen und werden genau dort Veränderungen vornehmen, auf die wir unmittelbaren Einfluss haben. Durch ein sehr scharfes internationales Qualifikationssystem ohne Quotenplätze, dem wir unterworfen sind, ist jedoch ein direkter Vergleich mit Verbänden, wo eben dies nicht durchlaufen werden muss, im Ergebnis verzerrend.

Der DFB verfügt über sehr wenige, aber in jedem Fall überaus engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bereits seit zwei Jahren sind viele neue, für den Leistungssport relevante Maßnahmen und Projekte im Fechtsport initiiert und gestartet worden. Eine unmittelbare Wirkung können diese Bemühungen nicht erzielen, sondern werden erst in einigen Jahren ihre Wirksamkeit entfalten. Hierfür benötigen wir engagiertes Arbeiten und vor allem Geduld und Zeit, um diesen Umbruch auch langfristig und nachhaltig gestalten zu können.

Wir hoffen und gehen davon aus, dass wir auch weiterhin die erforderliche Unterstützung der Zuwendungsgeber erhalten. Dazu werden wir auch einen engen Dialog darüber führen, wie wir die zukünftige Ausrichtung des Fechtsports gemeinsam und erfolgreich fortsetzen können. Selbstverständlich wollen wir perspektivisch wieder internationale Erfolge entwickeln, möchten aber darauf hinweisen, dass wir auch den gesellschaftlichen Auftrag annehmen, junge und leistungsbereite Menschen an einen fairen und sauberen Leistungssport heranzuführen und ihnen aber auch eine Zukunft nach dem Leistungssport anbieten müssen.“