Fotos: Olaf Wolf

Überraschungssiege in Leipzig


Die Damendegen-Mannschaft des FC Offenbach, sowie das Herrendegen-Team des gastgebenden Fechtclubs Leipzig, haben sich die Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters gesichert, zugleich die Vorjahressieger aus Heidenheim und Tauberbischofsheim abgelöst.

Für ein Herzschlagfinale sorgten im Damendegen die Vertretung Offenbachs in der Besetzung Nadine Stahlberg, Laura Kieslich, Florina Plachta und Abigail Stech gegen die Titelverteidiger aus Heidenheim. Keine der beiden Mannschaften konnte sich im Verlauf des Finalkampfes entscheidend absetzen. Zwar konnten die Offenbacherinnen zwischenzeitlich leichte Vorteile gegen die favorisierten Heidenheimerinnen (Ricarda Multerer, Anja Schünke, Alexandra Ehler, Anna Hornischer) verzeichnen, doch die konnten sich immer wieder heran kämpfen. Nach dem siebenten Gefecht führten die Hessen mit vier Treffern zu ihren Gunsten, nach dem achten und vorletzten gar mit fünf Treffern Vorsprung. Ricarda Multerer, alte und neue Deutschen Meisterin, gelang es in jedem abschließenden Gefecht, zum 44:44 auszugleichen, ehe die um sechs Jahre jüngere Nadine Stahlberg, seit wenigen Wochen Kadetten-Europameisterin, den entscheidenden Treffer zum 45:44 für die Offenbacher Auswahl setzte.

Damit konnten die Offenbacherinnen nach 15 Jahren Abstinenz ihren insgesamt achten Deutschen Mannschaftstitel feiern. Jenes junge Team aus Offenbach hatte sich zuvor durch Siege gegen den FC Tauberbischofsheim (45:31) im Viertelfinale und den OFC Bonn im Halbfinale (45:43) für den Titelkampf qualifiziert.

Die Konkurrentinnen aus Heidenheim setzten sich zuvor gegen den TSF Ditzingen (45:30) und den FC Leipzig mit 45:27 durch.

Rang drei ging in Leipzig an die Mannschaft des OFC Bonn, die im kleinen Finale das Team des gastgebenden FC Leipzig mit 45:28 hinter sich ließen. Dabei profitierten die Leipzigerinnen, die sich als Siebente für das Viertelfinale qualifiziert hatten, von einem technischen Fehler des TSV Bayer Leverkusen, der aufgrund dessen aus dem Wettbewerb gestrichen wurde.

Im Herrendegen waren die Gastgeber durchaus zu den Medaillenanwärtern zu zählen. Leipzigs Trainer Wernfried Frommolt hatte zunächst abgewinkt: „Ein Podestplatz wäre sicher nicht schlecht, aber den Titel zu holen, wird angesichts dieser Konkurrenz mehr als schwer.

Die an Nummer Zwei gesetzten Lokalmatadoren in der Besetzung Jörg Fiedler, Steffen Launer, Rudolf Haller und Peter Meyer marschierten dann zielstrebig in Richtung Finale. Auftaktgegner Esslingen wurde im Achtelfinale mit 45:22 besiegt, die Mannschaft des Heidelberger FC/TSG Rohbach unterlag anschließend 26:45. Auch Bayer Leverkusen, die als Mitfavorit immerhin den Deutschen Einzel-Meister in ihren Reihen hatten, konnte die Sachsen nicht wirklich aufhalten. 29:45 unterlagen die Leverkusener gegen ein stark agierendes Team aus der sächsischen Metropole.

Finalkontrahent Heidenheim hatte durch Siege gegen Süd-West (45:27), den SC Berlin (45:43) und den FC Tauberbischofsheim (45:35) das Finale.

In jenem letzten Gefecht des Tages sah dann alles lange Zeit nach einem Titelgewinn der Heidenheimer aus. Constantin Böhm, Niklas Multerer, Stephan Rein und Thomas Markovics führten mit teilweise bis zu sieben Treffern Vorsprung gegen die Gastgeber. Steffen Launer übergab nach dem achten Gefecht an seinen Kumpel und Team-Kollegen Jörg Fiedler beim Stand vom 33:40 zugunsten der Heidenheimer.

Was dann folgte, war eine wahre Demonstration des Degenfechtens durch den Europameister des Jahres 2011 von Sheffield. Nur einen Treffer ließ der aktuelle Weltranglisten-Siebente Jörg Fiedler im Schlusskampf gegen den Heidenheimer Niklas Multerer zu, setzte in den verbleibenden drei Minuten seinerseits 12 Treffer und sicherte mit dem 45:41 den ersten Mannschaftstitel eines Leipziger Teams seit 1977.

Das war eine starke Leistung, einfach Weltklasse“, meinte Fiedlers Heimtrainer Wernfried Frommolt anschließend anerkennend. „Insgesamt war es die Klasse- Leistung der gesamten Mannschaft, die mit Jörg als Team-Leader zum Titel errungen hat. Sie können wirklich auf sich stolz sein“, fügt er hinzu.

Rang drei sicherte sich die Mannschaft des FC Tauberbischofsheim, die Bayer Leverkusen im Kampf um Platz drei mit 45:40 hinter sich ließen.

Die Platzierungen:

Damendegen: 1. FC Offenbach, 2. Heidenheimer SB, 3. OFC Bonn, 4. FC Leipzig, 6. FC Tauberbischofsheim, 7. TSF Ditzingen, 8. UFC Frankfurt

Herrendegen: 1. FC Leipzig, 2. Heidenheimer SB, 3. FC Tauberbischofsheim, 4. Bayer Leverkusen, 5. SV Böblingen, 6. Heidelberger FC/TSG Rohrbach, 7. SC Berlin, 8. WMTV Solingen