Fotos: Augusto Bizzi

Verheißungsvoller Auftakt bei Junioren-EM


Frederic Kindler hat am Auftakttag der Junioren-EM in Sotschi mit Rang sechs überzeugen können. Die Degen-Damen verpassten an gleicher Stelle allerdings vordere Platzierungen.

Für den Eislinger Frederic Kindler war die Medaille in greifbarer Nähe. Souverän startete er in den Wettbewerb, ließ im Tableau der letzten 32 den Italiener Raffaele Minischetti mit 15:11 hinter sich. Achtelfinalgegner Ivan Mandov (Bulgarien) hatte wenig entgegenzusetzen, unterlag deutlich mit 8:15. Der Franzose Maxime Pianfetti verhinderte dann im Viertelfinalgefecht Kindlers Einzug in das Halbfinale, setzte sich in einem engen Gefecht schlussendlich mit 15:13 durch. Für Team-Kamerad Raoul Bonah (Dormagen) kam das aus im Achtelfinale. Fehlerfrei gestartet, gewann er einen ersten K.O.-Kampf gegen Andri Nikolaysson Mateev (Island) mit 15:7. Der Italiener Alberto Arpino zerstörte im Achtelfinale unverhofft die Medaillenträume des Dormageners, behielt gegen den Schützling von Junioren-Bundestrainer Dan Costache mit 15:9 die Oberhand.

Heute war eigentlich eine Medaille drin“, blickt Dan Costache auf den Wettkampftag zurück. „Die beiden haben gut gefochten, sind gegen spätere Medaillengewinner ausgeschieden. Ich bin daher nicht unzufrieden, auch wenn ich mir eine Medaille gewünscht hätte“, ergänzt er.

Sebastian Blatz und Luis Haag (beide Tauberbischofsheim) qualifizierten sich für die Hauptrunde der EM, schieden hier nach Niederlagen frühzeitig aus. „Für beide hieß es vor allem, internationale Erfahrungen zu sammeln, da sie noch zu den jüngeren im Team gehören. Insgesamt konzentrieren wir uns nun auf den Mannschafts-Wettbewerb, werden dort alles geben“, erklärt Dan Costache abschließend.

Den Titel des Junioren-Europameisters sicherte sich der Kindler-Bezwinger Maxime Pianfetti durch ein 15:11 gegen seinen Landsmann Sebastien Patrice.

In der Damendegen-Entscheidung war für die deutschen Fechterinnen spätestens in der Runde der letzten 32 Schluss. Kim Treudt-Gösser (Solingen) hatte als einzig verbliebene deutsche Vertreterin das 32-er Tableau erreicht, wurde hier von Kinga Nagy aus Ungarn mit 15:13 ausgebremst. Amelie Hanschke, Lea Mayer und Franziska Mayr (alle Heidenheim) schieden bereits eine Runde zuvor aus. „Die Degendamen haben sich heute deutlich unter Wert verkauft“, berichtet Markus Hartelt, stellvertretender Delegationsleiter in Sotschi. „Die teilweise Nervosität aus den Runden konnten sie auch in der Direktausscheidung nicht ablegen. Man muss allerdings einschränken, dass Kim gesundheitlich geschwächt war. Wäre sie gesund gewesen, hätte für sie sicher ein deutlich besseres Ergebnis herausspringen können. Wir hoffen, dass bis zu den Mannschafts-Wettbewerben die Krankheit auskuriert ist“, fügt er hinzu.

Siegerin in dieser Entscheidung wurde die Italienerin Federica Isola, die sich im Finale gegen Alexandra Predescu (Rumänien) mit 15:6 durchsetzte.

Die Platzierungen:

JEM Sotschi – Herrensäbel (63 Teilnehmer) 1. Maxime Pianfetti (Frankreich), 2. Sebastien Patrice (Frankreich), 3. Alexander Lokhanov (Russland), 3. Alberto Arpino (Italien), 5. Vladislav Pozdnyakov (Russland), 6. Frederic Kindler (TSG Eislingen), 7. Matteo Neri (Italien), 8. George Dragomir (Rumänien), 9. Raoul Bonah (TSV Bayer Dormagen), 35. Sebastian Blatz (FC Tauberbischofsheim), 40. Louis Haag (FC Tauberbischofsheim)

JEM Sotschi – Damendegen (89 Teilnehmerinnen): 1. Federica Isola (Italien), 2. Alexandra Predescu (Rumänien), 3. Elvira Martensson (Schweden), 3. Aliya Bayram (Frankreich), 5. Kinga Nagy (Ungarn), 6. Dar Hecht (Israel), 7. Marina Kesaeva (Russland), 8. Beatrice Cagnin (Italien), 26. Kim Treudt-Gösser (Fechtzentrum Solingen), 39. Amelie Hanschke (Heidenheimer SB), 36. Lea Mayer (Heidenheimer SB), 70. Franziska Mayr (Heidenheimer SB)