Versöhnlicher Abschluss in Sotschi

Zwar reichte es am letzten Tag der Junioren-Europameisterschaften in Sotschi nicht mehr zu ganz zu einer Medaille, doch mit zwei vierten Plätzen im Herrenflorett bzw. Damensäbel verabschiedete sich das deutsche Team achtbar aus der russischen Schwarzmeerstadt. Die Degen-Herren beendeten das Turnier auf Rang 11

Fotos: Augusto Bizzi

Die an Drei gesetzten Säbelfechterinnen Larissa Eifler (Dormagen), Julika Funke Lisa Gette und Madeleine Becker (alle Künzelsau) starteten mit einem 45:42 gegen Frankreich in das Mannschafts-Turnier. Mitfavorit Italien erwies sich im Halbfinale als unüberwindbar, setzte sich gegen das deutsche Quartett mit 45:36 durch. Äußerst knapp ging das abschließende Gefecht um Platz drei gegen Ungarn aus. Am Ende fehlten den Deutschen zwei Punkte zum Gewinn der Bronzemedaille. Die machten die Ungarinnen, verwiesen das Team von Junioren-Bundestrainer Vadim Shturbabin auf Rang vier. „Die Mädchen haben gegen Frankreich ein starkes Gefecht abgeliefert“, sagt Vadim Shturbabin später. „Leider hat es gegen Ungarn nicht ganz gereicht. Aber ich bin mit den Leistungen dennoch zufrieden. Wir entwickeln uns in die richtige Richtung und werden uns nach einer kurzen Erholungsphase zielgerichtet auf die WM vorbereiten“, ergänzt er.

Russland setzte sich im Finale gegen Italien mit 45:33 durch und sicherte sich damit den Titel Junioren-Europameisters.

Gehandicapt gingen die deutschen Florett-Junioren in den Team-Wettbewerb, da Tom Gombos krankheitsbedingt ausgefallen war. Das verbliebene Trio in der Besetzung Luis Klein (Weinheim), Leonardo Pichler (Potsdam) und Max Tiemann (Fencing Team Bocholt), zeigte sich dennoch selbstbewusst, siegte zunächst gegen Großbritannien mit 45:41 und bezwang anschließend die an Nummer Eins gesetzten Franzosen mit 45:43. Im Halbfinale trafen sie auf Polen, die mit der Winzigkeit eines Treffers den Kampf zu ihren Gunsten entscheiden konnten, mit 45:44 gegen die deutsche Equipe gewann. Italien war dann im Gefecht um den dritten Platz nicht zu schlagen, gewann mit 45:22. „Was für ein Team. Der Sieg gegen Frankreich war einfach nur Klasse und stark“, blickt Markus Hartel, stellvertretender Delegationsleiter in Sotschi, zurück. „Der verletzungsbedingte Ausfall von Tom Gombos hat die Mannschaft schon geschwächt und das verlorene Halbfinale gegen Polen tut weh. Italien war dann im Gefecht um Bronze einfach zu stark und Aber Platz vier bei einer Europameisterschaft ist aller Ehren wert“, sagt er weiter.

Auch hier hieß am Ende Russland der Gesamtsieger, bezwang Polen im Finalmatch mit 45:26.

Nur mit drei Fechtern gingen die deutschen Degen-Junioren in Sotschi an den Start, da Dean Müller ebenfalls krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stand. „Durch den Ausfall von Dean waren die personellen und taktischen Möglichkeiten leider auf ein Minimum beschränkt“, so Markus Hartelt. Achtelfinalgegner Tschechien boten Paul Veltrup (Krefeld), Tobias Weckerle (Heidelberg) und Jonas Gudera (Böblingen) zwar bis zum Schluss Paroli, unterlagen dennoch am Ende mit 41:45. Im ersten Platzierungskampf setzte sich das Trio mit 45:40 gegen Österreich durch, verlor anschließend gegen die Ukraine mit 33:45. Das Abschlussgefecht gegen Belgien entschieden sie dann mit 45:38 zu ihren Gunsten, belegten damit Position 11 im Gesamtklassement. „Gegen Tschechien wurde es extrem schwer. Die knappe Niederlage ist bitter. Eine Top-Acht-Platzierung war das Ziel. Das haben wir verfehlt. Trotzdem hat diese junge Mannschaft mit Platz 11 eine ordentliche Platzierung erreicht. In ein bis zwei Jahren wird da auf jeden Fall mehr drin sein“, blickt Markus Hartelt zurück.

Ungarn triumphierte in der Herrendegen-Entscheidung, gewann das Finale gegen Italien mit 34:27.

Man hat bei der EM gesehen, dass wir in einigen Disziplinen international konkurrenzfähig sind. Der Titelgewinn der Junioren-Florettdamen, die Silbermedaille von Leonie Ebert und dem Kadetten-Herrendegen-Team, Bronze durch Lisa Gette und Paul Veltrup - diese Medaillen zeigen, dass wir im Nachwuchsbereich punktuell wieder an den Spitzennationen dran sind. Das unterstreichen auch die erreichten Finalplatzierungen sowie die beiden vierten Plätze im Damensäbel und Herrenflorett der Junioren“, erklärt Markus Hartelt in einer ersten Gesamtbilanz. „Auf der anderen Seite haben wir aber auch Disziplinen, in denen wir weit weg sind von den anderen Nationen. Beispielsweise im Damendegen waren die Ergebnisse weder bei den Kadetten noch bei den Junioren zufriedenstellend. Hier ist dringend Handlungsbedarf notwendig“, fügt er abschließend hinzu.

Die Platzierungen:

JEM Sotschi – Damensäbel-Mannschaft (13 Teams) 1. Russland, 2. Italien, 3. Ungarn, 4. Deutschland, 5. Frankreich, 6. Rumänien, 7. Großbritannien, 8. Polen

JEM Sotschi – Herrenflorett-Mannschaft (14 Teams) 1. Russland, 2. Polen, 3. Italien, 4. Deutschland, 5. Frankreich, 6. Niederlande, 7. Ungarn, 8. Belgien

JEM Sotschi – Herrendegen-Mannschaft (17 Teams): 1. Ungarn, 2. Italien, 3. Frankreich, 4. Polen, 5. Russland, 6. Tschechien, 7. Rumänien, 8. Schweiz , 11. Deutschland