Zwei fünfte Plätze am Auftakttag der Fecht-EM

Die deutschen Florett-Herren und ihre Säbelkolleginnen haben am ersten Tag der Fecht-Europameisterschaften in Tiflis (Georgien) mit zwei fünften Rängen nur knapp die Podestplätze verpasst.

Fotos: Augusto Bizzi

In der Herrenflorett-Entscheidung hatten die vier deutschen Vertreter zunächst sicher das Hauptfeld erreicht. Den Tauberbischofsheimer Benjamin Kleibrink ereilte in seinem Auftaktkampf gegen den Zyprer Alex Tofalidis, der einstmals für das britische Team focht, nach einem 12:15 das frühe Aus. Vereinskamerad Alexander Kahl gewann an gleicher Stelle gegen Andrej Pogrebniak aus der Ukraine mit 15:9, unterlag im anschließenden Kampf Timur Safin (Russland) mit 9:15.

Peter Joppich (Koblenz) und Andre Sanita (Bonn) lieferten in der georgischen Hauptstadt eine souveräne Vorrunde ab. Andre Sanita besiegte in seinem ersten K.O-Gefecht zunächst den Portugiesen Pedro Mercedo mit 15:5, gewann den folgenden Kampf gegen Rostislav Hertsyk nach fulminanter Aufholjagd (Ukraine) mit 15:14, stand damit im Achtelfinale. Nationalmannschafts – und Trainingskollege Peter Joppich, nach der Vorrunde an Nummer zwei gesetzt, ließ im 32-er Tableau gegen Mate Hari aus Ungarn wenig anbrennen, siegte mit 15:11.

Beide standen sich damit in der Runde der letzten 16 im direkten Vergleich gegenüber. Peter Joppich ließ sich die Chance um den Finalrundeneinzug nicht nehmen, setzte sich gegen seinen Team-Kameraden mit 15:9 durch. Im Viertelfinale traf der viermalige Weltmeister auf den Franzosen Jeremy Cadot, dem er überraschend mit 2:15 unterlag. „Ich bin nicht ganz zufrieden. Irgendwie habe ich nicht in das Gefecht rein gefunden. Die Finalplatzierung geht insgesamt in Ordnung. Ich konzentriere mich eigentlich schon auf die WM. Das ist das wichtigste Turnier für mich“, so der Koblenzer, der am Ende Platz fünf belegte.

Das ging mir ein wenig zu schnell. Da ging irgendwie bei Peter gar nichts mehr. Ich hatte sicher eine andere Erwartungshaltung“, blickt Bundestrainer Uli Schreck auf das Viertelfinalgefecht seines Schützlings zurück. „In der Summe bin ich schon mit dem Gesamtergebnis zufrieden. Einmal waren wir unter den besten acht, dazu eine Platzierung unter den letzten 16, das ist in Ordnung“ fügt er hinzu.

Titelträger im Herrenflorett wurde Daniele Garozzo aus Italien, der im Finale den Russen Timur Safin mit 15:12 hinter sich ließ.

Mit einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Vorjahr haben sich die deutschen Säbel-Damen in Tiflis präsentiert. Blieben ihnen in Torun noch vordere Platzierungen verwehrt, zeigten sie sich diesmal angriffslustig und selbstbewusst. Nur knapp verpasste die Dormagenerin Anna Limbach das anvisierte Edelmetall, musste sich im Viertelfinale der Ungarin Liza Pusztai mit 12:15 geschlagen geben. Die 27-jährige hatte sicher das Hauptfeld erreicht, sich hier ein Freilos gesichert. Die Ungarin Petra Zahonyi distanzierte sie mit 15:2, setzte sich im Achtelfinale gegen die Griechin Despina Georgiadou mit 15:13 durch. Gegen die Ungarin Liza Pusztai hielt sie das Viertelfinal-Gefecht lange Zeit offen, musste sich am Ende dann doch mit 12:15 geschlagen geben. “Klar hätte ich das Gefecht gern gewonnen. Ich hatte heute einen guten Lauf. Ich bin nur bedingt zufrieden, hatte schon das Ziel, den Kampf zu gewinnen”, so die Dormagenerin. „Anna hat heute gezeigt, dass sie ganz vorn mit fechten kann. Schade, dass Anna das Halbfinale nicht erreicht hat. Man muss in jedem Fall berücksichtigen, dass sie Trainingsrückstand wegen eines Infekts hatte, der immer noch nicht richtig ausgestanden ist. Daher sind wir mit der Platzierung sehr zufrieden“, so Sportdirektor Sven Ressel nach dem Viertelfinal-Match.

Judith Kusian (Dormagen) konnte sich bis in das Tableau der letzten 32 kämpfen, verlor hier gegen die spätere Gesamt-Zweite Rossella Gregorio aus Italien mit 15:7. Lea Küger (Dormagen) musste sich eine Runde zuvor der Spanierin Sandra Marcos mit 12:15 geschlagen geben, Ann-Sophie Kindler verpasste knapp das Hauptfeld. Zusammenfassend erklärt der Sportdirektor: „Das war ein erfrischender Auftritt der Mädchen. „Judith hat hier ein sehr ordentliches Turnier gefochten, Lea leider knapp verloren und Ann-Sophie’s Ausscheiden war sicher schade. Alle haben gezeigt, dass sie einen Schritt nach vorn gemacht haben. Die Arbeit mit ihrem neuen Trainer scheint sehr inspirierend zu sein“, so der Sportdirektor abschließend.

Der EM-Titel im Damensäbel ging an die Georgierin Theodora Kakhiani , die im Finale Rossella Gregorio aus Italien mit 15:8 besiegte.

Die Platzierungen:

Herrenflorett: 1. Daniele Garozzo (Italien), 2. Timur Safin (Russland), 3. Giorgio Avola (Italien), 3. Jeremy Cadot (Frankreich), 5. Peter Joppich (CTG Koblenz), 6. James-Andrew Davis (Großbritannien), 7. Alexander Choupenitch (Tschechien), 8. Richard Kruse (Großbritannien), 14. Andre Sanita (OFC Bonn), 32. Alexander Kahl (FC Tauberbischofsheim), 37. Benjamin Kleibrink (FC Tauberbischofsheim)

Damensäbel: 1. Theodora Kakhiani (Georgien), 2. Rossella Gregorio (Italien), 3. Bianca Pascu (Rumänien), 3. Liza Pusztai (Ungarn), 5. Anna Limbach (TSV Bayer Dormagen), 6. Loreta Gulotta (Italien), 7. Sofia Pozdniakova (Russland), 8. Cecilia Berder (Frankreich), 32. Judith Kusian (TSV Bayer Dormagen), 35. Lea Krüger (TSV Bayer Dormagen), 45. Ann-Sophie Kindler (TSG Eislingen)