DFB feiert 100-jähriges Bestehen
Mit einer Feierstunde im Kaisersaal des Römer in Frankfurt hat der Deutsche Fechter-Bund seinen 100. Gründungstag begangen.
Rund 250 Gäste, unter ihnen Bundespräsident Christian Wulff, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, IOC-Vizepräsident Dr. Thomas Bach, FIE- Präsident Alisher Usmanov und EFC-Präsident Frantisek Janda waren der Einladung des DFB gefolgt.
Viele ehemalige und aktuelle Olympiasieger, Welt- und Europameister, unter ihnen Britta Heidemann, Peter Joppich, Nicolas Limbach, Sabine Bau, Matthias Behr und Imke Duplitzer verfolgten aufmerksam die Feierstunde. Gast in der ersten Reihe war zudem Luca Pesarini, Vorstand der Ethna Funds, mit Beginn des Jahres 2012 neuer Hauptsponsor des DFB.
„Wir haben dem deutschen Fechtwesen viel an Fröhlichkeit, unzählige Erfolge und Medaillen vor allem bei Olympischen Spielen zu verdanken. Sie haben sich dadurch um Deutschland verdient gemacht“, sagte Bundespräsident Christian Wulff in seiner Rede. „Sie können auf eine großartige Erfolgsgeschichte zurückblicken.“, fügt er hinzu. „Fechten ist kunstvoll und elegant, bis hin zur Sprache.“, führt er weiter aus.
Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und Mannschafts-Olympiasieger mit der Herrenflorett-Mannschaft 1976, sagte in seiner Laudatio: „Fechten ist ein Vorzeigesport unter den deutschen olympischen Sportarten geworden.“
DFB-Präsident Gordon Rapp blickte mit Stolz auf die Erfolgsgeschichte des am 17. Dezember 1911 in Frankfurt/Main gegründeten Verbandes zurück. „Wir sind auch ein Aushängeschild des deutschen Sports geworden“, meinte er. 43 Olympia-Medaillen und 163 gewonnene Edelplaketten bei Weltmeisterschaften seien dafür ein Beleg. „In aller Bescheidenheit mit dem Kanurennsport und dem Reiten sind wir immer an der Spitze der deutschen Olympia-Mannschaft.“
Mit dem MTV Schöningen und dem Hausbruch-Neugrabener TV werden anschließend zwei verdiente Vereine mit der Sportplakette des Bundespräsidenten geehrt.
Jene höchste, sportliche Auszeichnung darf anschließend der Deutsche Fechter-Bund, vertreten durch Präsident Gordon Rapp, Vizepräsidentin Anita Herrmann, Olympiasiegerin Britta Heidemann und Weltmeister Nicolas Limbach, entgegennehmen.
Erika Dienstl, Ehrenpräsidentin des Deutschen Fechter-Bundes und Vorsitzende des Empfehlungsausschusses, verweist nochmals darauf, dass der DFB zu den erfolgreichsten deutschen Sportverbänden gehört. Die Bilanz des gerade einmal 25.000 Mitglieder großen Verbandes kann sich sehen lassen: Die deutschen Fechter gewannen mehr als 160 Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.
Zu den Geehrten gehört am Samstagmittag auch Peter Joppich, dessen Leistungen Gordon Rapp nochmals würdigt: „Vier Mal Gold bei einer WM, das ist einmalig“.
DFB-Aktivensprecher Nicolas Limbach findet in seiner Rede auch kritische Worte. Der Säbel-Vizeweltmeister forderte die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) zu einem „anderen Umgang mit Athleten“ auf. Das Kontrollsystem führe zu gravierenden Einschnitten ins Privatleben, statt der Unschuldsvermutung herrsche ein Generalverdacht. Deshalb würde ein junger Athlet abwägen, ob es sich lohne, eine sportliche Karriere zu starten, „wenn er bei dreimaligem Testversäumnis in der Ecke des kriminellen Dopers steht“, so Limbach.
FIE-Präsident Alisher Usmanov gratuliert dem DFB anschließend im Namen des Weltverbandes. „Seit Jahres zählt Ihr Verband zu den erfolgreichsten weltweit“, stellt er fest. „Möge das auch zukünftig der Fall sein“, ergänzt er.
Abschließend überreicht DFB-Präsident Gordon Rapp dem Bundespräsidenten, der Frankfurter Oberbürgermeisterin und dem DOSB-Präsidenten eine signierte Ausgabe des Buches „100 Jahre Deutscher Fechter-Bund“.
Dem offiziellen Teil folgen Fototermine und Gespräche mit den deutschen Top-Athleten. Lange schauen Bundespräsident Christian Wulff, Petra Roth und Thomas Bach gemeinsam mit den Vertretern des DFB jungen Nachwuchs-Athleten aus Frankfurt bei ihren Fechtaktionen zu, kommen mit jungen Fechthoffnungen des UFC ins Gespräch. Geduldig lässt sich der Bundespräsident dabei in die Geheimnisse des Fechtsports einweihen, sucht den Kontakt zu den einstigen und aktuellen deutschen Spitzensportlern, aber auch zu weiteren Gästen der Feierstunde.
Erst am Nachmittag verlässt er, während die anderen Gäste noch bei einem Glas Wein verweilen, die Feierstunde im Römer.
Am Abend zuvor waren im Vereinsheim des FC Offenbach, einem der Gründungsmitglieder des Deutschen Fechter-Bundes, beim „Fechter-Treff“ die Sieger des Innovations-Wettbewerbes „Coeur d’Escrime“ ausgezeichnet worden. Die sechsköpfige Jury, bestehend aus Dr. Christoph Bergner, Staatssekretär im Bundesinnenministerium; Claudia Bokel, IOC-Mitglied und einst erfolgreiche Degenfechterin; Tobias Kuhn, Bild am Sonntag-Verlagsleiter und ehemaliger Säbelfechter; Nicolas Limbach, Säbelweltmeister und Aktivensprecher des DFB; Dunja McAllister, Niedersachsens "First Lady" und ehemalige Florettfechterin; sowie Gordon Rapp, Präsident des Deutschen Fechter-Bundes ehrten auf den Plätzen 1-3 den Westfälischen Fechter-Bund, den Fechterbund Sachsen-Anhalt und den Bayerischen Fechtverband für ihre Projekte mit dem Prädikat „COEUR D' ESCRIME“.
Rüdiger Volb erhielt zudem eine Auszeichnung für 40 erfolgreiche Jahre „Deutsche Senioren-Meisterschaften“ aus den Händen von Margit Budde, Vizepräsidentin des DFB und Präsident Gordon Rapp.









