Peking 2008: fünf von sechs Disziplinen sicher
Deutschland ist in Peking in fünf von den sechs möglichen Fecht-Disziplinen vertreten. "Mit dieser Bilanz sind wir zufrieden - wir stehen mit anderen großen Nationen wie Italien, Ungarn, Polen oder Russland ähnlich da", freut sich DFB-Präsident Gordon Rapp am Rande des Heidenheimer Pokals.
Einzig Frankreich und China sind bisher in allen sechs Disziplinen qualifiziert. Ausgerechnet beim Heidenheimer Pokal verpasste Degenfechter Jörg Fiedler (Tauberbischofsheim) die letzte Möglichkeit, sich direkt über die Rangliste für die Sommerpiele im August zu qualifizieren.
Dem weinenden Auge im Herrendegen steht allerdings ein strahlendes in den anderen Einzeldisziplinen gegenüber:
Im Damendegen sind Britta Heidemann (Leverkusen) und Imke Duplitzer (Bonn) qualifiziert. Im Herrenflorett werden Benjamin Kleibrink (Bonn) und Peter Joppich (Koblenz) die deutschen Farben vertreten. Im Säbel sind Nicolas Limbach (Dormagen) und Alexandra Bujdoso (Koblenz) dabei. Darüber hinaus ist auch die Damenflorett-Mannschaft mit drei Fechterinnen startberechtigt. Hier steht die namentliche Nominierung noch aus.
"Damit haben wir so viele hochkarätige Fechter in Peking am Start wie schon lange nicht mehr bei Olympischen Spielen", freute sich Rapp im Pressegespräch in Heidenheim an der Brenz. "Alle Fechterinnen und Fechter haben berechtigte Chancen auf Medaillen im August", so Rapp weiter. Alleine mit Peter Joppich und Britta Heidemann gehen zwei amtierende Weltmeister an den Start. Der erst 23-jährige Nicolas Limbach hat sich in dieser Saison sensationell auf Platz Zwei der Weltrangliste vorgekämpft.
Natürlich habe der DFB noch lieber zwei Mannschaften mehr nach Peking schicken wollen: Herrensäbel und Herrendegen. "Doch für die Herrensäbel-Jungs war der Kampf an der Spitze einfach zu hart. Ihnen hat in diesem Jahr noch die Erfahrung gefehlt, um im Konzert der ganz Großen mitspielen zu können", meinte DFB-Vizepräsident Sport, Wilfried Wolfgarten, "ich bin froh, dass es ein hochtalentiertes Team ist, dass ein enormes Potenzial für die Zukunft hat." Hingegen sei er von den Degenherren enttäuscht: "Zu gerne hätten wir uns in unserer Parade-Waffe der letzten Jahre mit drei Fechtern in China präsentiert. Doch dass nun derzeit kein einziger Degenfechter eine Startberechtigung in der Tasche hat, entspricht nicht den Erwartungen", so Rapp und Wolfgarten unisono.
Es gibt aber noch eine Hoffnung: die Kontinental-Ausscheidung am 26. April in Prag. Wenn hier ein deutscher Fechter zu den besten zwei Athleten dieses Turnieres gehört, darf auch er bei den Olympischen Spielen antreten. In den kommenden Tagen wird entschieden, ob Sven Schmid oder Jörg Fiedler in Prag an den Start gehen darf.




