Olympia, News der Woche
11.04.2008 14:13

Bokel fordert Redefreiheit: IOC reagiert

"Die Meinungsfreiheit ist unantastbares Menschenrecht" erklärte Jacques Rogge gestern in Peking. Damit reagierte der IOC-Präsident auf eine Initiative von Degenfechterin Claudia Bokel. Die Athletenvertreterin der Europäischen Olympischen Komitees hatte zu Beginn der Woche in Peking dies in eine Entschließung bei der Sitzung aller weltweiten NOK's (ANOC) eingebracht.

Erfogreiche Initivative von Claudia Bokel im Rahmen der ACNO Sitzung in Peking.
Erfogreiche Initivative von Claudia Bokel im Rahmen der ACNO Sitzung in Peking.

Bokel hatte eine entsprechende Formulierung aus dem Zehn-Punkte-Papier des DOSB zur Olympiateilnahme vom 24. März verwandt: "Jedem Sportler wird es im Rahmen der Regeln der Olympischen Charta möglich sein, seine Meinung vor, während und nach den Olympischen Spielen frei zu äußern.“

Jacques Rogge forderte zusätzlich China öffentlch auf, seine anlässlich der Vergabe der Olympischen Spiele gemachten Ankündigungen zu Verbesserungen im Bereich der Menschenrechte umzusetzen. Im Anschluss an eine Sitzung des IOC-Exekutivkomitees am Donnerstag in Peking sprach Rogge von moralischen Verpflichtungen und richtete die Bitte an die Gastgeber, diese umzusetzen. So gebe es beispielsweise im Bereich der Pressefreiheit noch „Raum für Verbesserungen“.

IOC plant hilfreiche Richtlinien für die NOK`s

Gleichzeitig bezeichnete Rogge die Meinungsfreiheit von Athletinnen und Athleten als unantastbares Menschenrecht und kündigte an, das IOC werde Richtlinien an die Nationalen Olympischen Komitees geben, die dabei helfen sollen, Regel 51 der Olympischen Charta umzusetzen.

Regel 51 Absatz 3 untersagt „politische, religiöse oder rassistische Propaganda“ an olympischen Wettkampfstätten. Rogge betonte, Athleten seien grundsätzlich frei, ihre Meinung zu äußern. Dies gelte für den Athleten in seinem Heimatland, es gelte während der Spiele im Gastland, beispielsweise auch in den offiziellen Pressekonferenzen, und es gelte dies nach den Spielen.

Regel 51 ziele seit 50 Jahren darauf zu verhindern, dass die Vielzahl der ethnischen, politischen oder weltanschaulichen Konflikte in den Ländern der 205 NOKs die Olympischen Spiele als Bühne benutzten, so der IOC-Präsident. Die Anwendung dieser Bestimmung sei eine Frage des gesunden Menschenverstandes. Rogge rief die NOKs dazu auf, sich bei Fragen zu einzelnen Fallbeispielen an das IOC zu wenden, um diese klären zu lassen.

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